Aktualisiert 18.05.2008 21:16

Zwei Verletzte bei Strassenschlacht

«Nehmen wir uns die Stadt!» Unter solchen Schlachtrufen wollten am Samstag 200 Partywillige durch Bern ziehen. Ein riesiges Polizeiaufgebot warf sich ihnen entgegen. Zwei Personen wurden verletzt.

von
Patrick Marbach

Noch während dem Samstagsverkauf bezog die Polizei mit Wasserwerfern und Mannschaftswagen ihre Bereitschaftsräume. Die Innenstadt war schon komplett abgeriegelt, als sich um 18.30 Uhr rund 200 Teilnehmer zu einer unbewilligten «mobilen Stras­senparty» bei der Reitschule versammelten. «Unser Hauptziel haben wir erreicht: Es gab keinen Umzug durch das Stadtzentrum», erklärt Ursula Stauffer von der Kapo.

Doch kurz vor 21 Uhr flogen plötzlich Steine und Flaschen, die Polizei antwortete mit Gummischrot. Zwei Krawallmacher wurden verletzt und mussten ins Spital. «Wie es dazu kam, ist Gegenstand von Abklärungen», erklärt Stauffer.

Die Polizei habe die Ambulanz daran gehindert, eine durch Gummischrot im Augenbereich verletzte Person abzuholen, behaupten die Demo-Organisatoren. Ihr Fest sei von der Polizei als Euro-Übung missbraucht worden. Das Komitee «Offside08» will deshalb während der EM ­einen permanenten Anti-Repressions-Dienst einrichten. Über eine Hotline werden Beobachtungen zu Übergriffen von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten gesammelt.

Reitschule: Keine Kündigung

«Es ist an der Zeit, die Notbremse zu ziehen», fordert der Berner Stadtrat Erich Hess (JSVP). Die Reitschule sei ein Hort für Chaoten. Deshalb soll die Stadt das Gebäude ab 2010 dem Meistbietenden für 99 Jahre im Baurecht abgeben. Der Gemeinderat hat diesen Vorstoss geprüft und kommt nun zum Schluss: «nicht erfüllbar». Es gebe keinen Grund für eine vorzeitige Kündigung der bis 2011 laufenden Verträge mit den Betreibern.

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