Aktualisiert 11.01.2010 10:04

Hooligan-Prozess

Zwei weitere «Espenmoos»-Randalierer verurteilt

Zwei weitere junge Männer, die am 20. Mai 2008 im Fussballstadion Espenmoos in St. Gallen randaliert hatten, sind vom Kreisgericht verurteilt worden: Sie kassierten bedingte Geldstrafen und Bussen. Zudem haften sie solidarisch für Sachschaden von 127 000 Franken.

Die Ausschreitungen der St. Galler Fans nach dem verlorenenBarrage-Spiel gegen die AC Bellinzona haben für diverse Leute ein Nachspiel.

Die Ausschreitungen der St. Galler Fans nach dem verlorenenBarrage-Spiel gegen die AC Bellinzona haben für diverse Leute ein Nachspiel.

Das Kreisgericht St. Gallen verhandelte die beiden Fälle am letzten Donnerstag. Angeklagt waren ein 22-jähriger Landschaftsgärtner und ein 19-jähriger Lehrling. Die Anklage lautete auf Sachbeschädigung, Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

Die Staatsanwaltschaft forderte bedingte Freiheitsstrafen von je 13 Monaten und Bussen. Der jüngere der beiden Angeschuldigten wurde vom Vorwurf der Sachbeschädigung freigesprochen. Darüber hinaus wurde er schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 225 Tagessätzen à 10 Franken und zu 150 Franken Busse verurteilt.

Der ältere der beiden Schweizer wurde in allen Punkten schuldig gesprochen. Auch er wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 225 Tagessätzen verurteilt. Bei ihm beträgt ein Tagessatz 80 Franken; die Busse wurde vom Kreisgericht bei 1200 Franken festgelegt.

Stadion- und Rayonverbot

Beide Männer dürfen während der Probezeit von zwei Jahren keine Fussballspiele der Super League und der Challenge League besuchen und sich keinem Stadion auf weniger als 500 Meter nähern. In beiden Fällen stützte das Gericht Zivilforderungen von 127 000 Franken, für die beide «Espenmoos»-Randalierer solidarisch zu haften haben.

Beide Angeschuldigten, die am Donnerstag vor Gericht standen, hatten sich der St. Galler Polizei gestellt, nachdem die Untersuchungsbehörden ihre Bilder Anfang 2009 zusammen mit den Fotos 16 weiterer mutmasslicher Hooligans im Internet veröffentlicht hatten. Das war seinerzeit in St. Gallen ein Novum.

Urteil weitergezogen

Insgesamt wurden bis jetzt acht junge Männer vom Kreisgericht St. Gallen zu bedingten Freiheits- oder Geldstrafen verurteilt, weil sie nach dem Barragespiel zwischen dem FC St. Gallen und der AC Bellinzona randaliert hatten. Bei den Ausschreitungen gab es sieben Verletzte, 150 000 Franken Sachschaden und deswegen 59 Festnahmen.

Mit der Frage der solidarischen Haftung muss sich auch das Kantonsgericht St. Gallen befassen. Denn gegen mindestens ein Urteil des Kreisgerichts St. Gallen wurde Berufung eingelegt.

(sda)

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