Zwei weitere Olympia-Betrüger entlarvt

Aktualisiert

Zwei weitere Olympia-Betrüger entlarvt

1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain) sowie Radprofi Stefan Schumacher (De) gehören neben dem am Dienstag entlarvten Davide Rebellin zu den sechs Athleten, die bei den IOC- Nachkontrollen der Pekinger Dopingproben positiv auf CERA getestet worden sind.

Der Vize-Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees von Bahrain, Ahmad Ben Hamad Al El Khalifa, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur «dpa», dass das NOK von der positiven A-Probe Ramzis unterrichtet worden sei.

Der 29-jährige Marokkaner zog 2001 nach Bahrain und war einer der ersten Soldläufer für den Öl-Staat. Er gewann in Peking die erste Goldmedaille überhaupt bei Olympischen Spielen für Bahrain. Sollte sich der Dopingverdacht beim Doppel-Weltmeister von Helsinki 2005 (800/1500 m) bei der B-Probe bestätigen, muss der Läufer mit dem Verlust der Goldmedaille und einer empfindlichen Strafe durch die bahrainischen Autoritäten rechnen.

Der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF bestätigte in einem Communiqué, dass sich noch zwei weitere Leichtathleten unter den Beschuldigten befinden. Die Namen will der Verband allerdings erst nach dem Befund der B-Probe bekannt geben.

Der Bund Deutscher Radfahrer BDR bestätigte, dass er Unterlagen über eine positive Nachkontrolle an Stefan Schumacher weitergeleitet habe. «Es ist nun seine Sache, eine Öffnung der B- Probe zu verlangen oder darauf zu verzichten», teilte der Verband mit.

Schumacher war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, hatte aber in der Vergangenheit Doping stets bestritten. Der Deutsche war bereits wie sein Gerolsteiner-Teamkollege Bernhard Kohl (Ö) nach der Tour der France 2008 positiv auf EPO getestet worden. Im Gegensatz zu Schumacher hatte Kohl sein Fehlverhalten zugegeben und eine Zweijahressperre erhalten.

847 Peking-Proben hatte das IOC in den Labors von Chatenay- Malabry und Lausanne nachträglich auf CERA, 101 im Institut in Köln auf Insulin getestet. Das IOC hatte die Nachuntersuchungen angeordnet, nachdem die französische Antidoping-Agentur AFLD ein neues Testverfahren für den Nachweis des EPO-Präparats CERA entwickelt hatte.

«Die Nachtests sind effektiv und wirksam. Die Athleten haben nicht damit gerechnet, dass man ihnen später die Einnahme des verbotenen Mittels nachweisen kann. Der Druck auf die Doping-Sünder steigt nun», sagte der Kölner Laborchef Wilhelm Schänzer. Von einem Erfolg wollte er allerdings nicht sprechen: «Das ist kein Triumph für den Sport. Es zeigt doch, dass weiter manipuliert wird.»

Zu den Nachtests herangezogen wurden tiefgefrorene Dopingproben von Olympia-Teilnehmern in den Sportarten Radsport, Rudern, Schwimmen und Leichtathletik. Insgesamt erhöht sich mit den sechs neuen Fällen die Zahl der positiven Dopingproben auf 16., hinzu kommen bei den Reiterspielen in Hongkong sechs Fälle bei Pferden. «Profiteure» sind auch Schweizer Athleten: Fabian Cancellara (Bronze hinter Rebellin) wird Silber erben, die Reit-Equipe Bronze von Norwegen.

**** wird ev. ergänzt *****

(si)

Deine Meinung