Gates & Buffet: Zwei Wohltäter spannen zusammen

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Gates & BuffetZwei Wohltäter spannen zusammen

Microsoft-Gründer Bill Gates wird dereinst die Geschicke der Investmentfirma von Warren Buffet weiterführen. Offiziell hat der 79-jährige Buffet diese Nachfolgeregelung noch nicht bekanntgegeben. Dennoch ist der Deal der beiden Wohltäter offensichtlich: Ein Grossteil von Buffets Vermögen geht in Gates' Stiftung.

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sas/scc

Mit einem Vermögen von 50 Milliarden Dollar ist der Microsoft-Gründer Bill Gates der reichste Amerikaner und zugleich der reichste Mann der Welt. Der 54-Jährige gilt als Wohltäter: Die Bill & Melinda Gates Foundation mit rund 800 Mitarbeitern ist Gates' eigenes «Hilfswerk». 2008 hat sich Gates von den operativen Tätigkeiten bei Microsoft zurückgezogen, um sich vermehrt seinen sozialen Projekten widmen zu können. Nun steht Bill Gates aber möglicherweise bald eine neue Aufgabe ins Haus.

Nachfolgeregelung dominantes Thema

Medienberichten zufolge wird der Microsoft-Gründer nach dem Tod von Investorenlegende Buffet die Geschicke der Investmentfirma Berkshire Hathaway übernehmen. Gründer und Konzernchef Buffet gilt mit einem Vermögen von 40 Milliarden Dollar als zweitreichster Amerikaner. Die Frage der Nachfolgeregelung in Buffets Konzern steht sein längerem zur Debatte. Vor Kurzem sagte Buffet zu Bloomberg TV:«Es ist das dominante Thema. Nichts ist wichtiger, da niemand weiss, ob ich am nächsten Tag noch da bin».

Seit 2004 sitzt Gates im Verwaltungsrat von Berkshire Hathaway. Die Beziehung der beiden Herren geht aufs Jahr 1991 zurück, als Gates Vater die Investorenlegende Buffet zu sich nach Hause einlud. Später spielten der junge Gates und Buffet gemeinsam Golf. Auch öffentlich setzte sich Buffet für Gates ein, als Microsoft kartellrechtliche Untersuchungen drohten. Gates liess unlängst verlauten, er habe sich verpflichtet, sich für den Rest seines Lebens um Berkshire Hathaway zu kümmern.

Familie Rockefeller als Vorbild

Das Versprechen von Gates, sich Zeit seines Lebens um die Investmentfirma von Buffet zu kümmern, rang Buffet Gates auch aus folgendem Grund ab: Im Juni 2006 kündigte Buffet an, einen grossen Teil seines Vermögens von damals 32 Milliarden Dollar der Bill & Melinda Gates Foundation zukommen zu lassen. Seither fliessen der Stiftung jährlich Tranchen in Milliardenhöhe zu. Buffets erste Zahlung soll einen Wert von 1,6 Milliarden Dollar, jene in den Folgejahren rund 1,8 Milliarden umfasst haben.

Der legendäre Investor Buffet hat laut Alice Schroeder, Verfasserin der Buffet-Biografie, recht spät in seinem Leben entschieden, dass er sein Vermögen wohltätigen Zwecken zukommen lassen will. Buffets Vorbild seien die Philanthropen-Familien Rockefeller und Carnegie des frühen 20. Jahrhunderts.

20 Prozent des Vermögens verloren

Über die jährliche Tranche von Seiten Buffets dürfte sich die Gates Foundation insbesondere im Moment freuen, da sie infolge der Finanzkrise ein Fünftel ihres Vermögens verloren hat. Trotz der Verluste will Gates' Wohltätigkeitsstiftung in diesem Jahr so viel Geld ausgeben wie noch nie. Begründung: Gemeinnützige Organisationen verlieren wegen fehlenden Spenden viel Geld, während die Nachfrage nach Hilfe ständig steigt. Offiziell ist das Gesamtvermögen der Gates Foundation nicht bekannt, wird aber auf eine Summe von 30 bis 31 Milliarden Dollar geschätzt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat die Stiftung rund 7,5 Milliarden Dollar in humanitäre Projekte gesteckt. Sie engagiert sich insbesondere für die Bereitstellung von Impfstoffen und für Gesundheitsprojekte in den Entwicklungsländern Afrikas und Asien.

sas/scc

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