Zweieinhalb Jahre Gefängnis für Hanfladenbesitzer

Aktualisiert

Zweieinhalb Jahre Gefängnis für Hanfladenbesitzer

In einem der grössten Hanffälle der Schweiz hat das Zürcher Obergericht am Mittwoch einen 39-jährigen Verkäufer zu 16 Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt.

Der langjährige Betreiber des «Hanf Palast Uster GmbH» soll rund eine Tonne Marihuana verkauft und damit 14 Millionen Franken eingenommen haben.

Der Verurteilte muss für insgesamt zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, nachdem nun auch eine bedingte Vorstrafe von 14 Monaten fällig wird. In der rechtlichen Würdigung ist das Obergericht weitgehend einem erstinstanzlichen Urteil des Bezirksgerichts Uster gefolgt. Demnach hat der teilgeständige Schweizer zwischen Ende 1997 und Juni 2002 rund eine Tonne Marihuana abgesetzt und dabei einen Umsatz von rund 14 Millionen Franken erzielt. Monatlich liess sich der heute mittellose Unternehmer einen Lohn von 16.000 Franken ausbezahlen. Seine damalige Ehefrau erhielt pro Monat 7.000 Franken. Die «Hanf Palast Uster GmbH» ging Ende 2004 nach mehreren Razzien konkurs.

Der 39-Jährige hatte sich vor Obergericht vergeblich auf einen Rechtsirrtum berufen. Nach einem ersten Schuldspruch im Frühjahr 2002 will er nach einem psychischen Zusammenbruch das gesamte Geschäft einem Mitarbeiter übergeben haben. Die Verteidigung beantragte deshalb eine bedingte Gefängnisstrafe von vier Monaten. Das Obergericht vertrat allerdings die Ansicht, dass der Mann das Geschäft auch nach dem Januar 2002 als Hauptprofiteur weiter betrieben hat. So habe er weiterhin nicht nur seinen ansehnlich Lohn bezogen, sondern auch noch im Juni 2002 einen Geschäftsführer entlassen.

Bei der Strafzumessung kam das Obergericht dem Angeschuldigten entgegen. Das Bezirksgericht Uster hatte noch 22 Monate Gefängnis festgesetzt. Weil der Verkäufer nur mit weichen Drogen gehandelt hatte, senkte das Obergericht die Hauptstrafe um sechs Monate. Zudem sahen die Oberrichter im Gegensatz zum Bezirksgericht Uster davon ab, den gescheiterten Hanfunternehmer zu einer Ersatzzahlung an den Kanton Zürich zu verurteilen. Das Bezirksgericht hatte ihm noch eine Zahlung von 20.000 Franken auferlegt. (dapd)

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