FDP: Zweier-Kandidatur könnte mit «Nuller» enden
Aktualisiert

FDPZweier-Kandidatur könnte mit «Nuller» enden

Bei der Wahl des Bundesrats geht die FDP ein hohes Risiko ein:
Sie schickt gleich zwei Kandidaten ins Rennen – und könnte am Ende trotzdem leer ausgehen.

von
Marcel Urech

«Mit dem Kandidaten-Duo Didier Burkhalter und Christian Lüscher könnte sich die FDP ins eigene Fleisch schneiden», warnt Politologe Georg Lutz. Möglich sei nämlich folgendes Szenario: Die SVP wählt gemeinsam mit Teilen der FDP den rechtsaussen stehenden Lüscher, der im Finale auf den voraussichtlichen CVP-Kandidaten Urs Schwaller trifft. Dieser wird von der Linken zum Bundesrat gemacht – und die FDP geht leer aus.

Gerade für die SP ist es laut Lutz verlockend, in den ersten Runden Lüscher zu wählen. So habe sie die Chance, einen Zweikampf zwischen Schwaller und Burkhalter zu verhindern, bei dem Schwaller geringere Chancen habe als gegen Lüscher. «Da die Wahl aber geheim ist, wird die SP Mühe haben, die Fraktionsdisziplin durchzusetzen.» Doch genau diese sei nötig, wolle sie Schwaller zum Bundesrat machen.

Von der SVP erwartet der Politexperte keine Überraschungen: Die SVP-Leithammel Blocher und Mörgeli hätten in der Sonntagspresse den Verzicht auf eine eigene Kandidatur signalisiert – und die Partei werde sich nun wohl hinter die FDP stellen. «Die SVP kann schlecht einen Sprengkandidaten ins Rennen schicken, wenn sie stets betont, nur offiziell Nominierte zu wählen», so Lutz.

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