Aktualisiert 19.05.2007 19:35

Zweifel am Mega-Schatzfund

«In keinem Schiffswrack der Welt gibt es 500 Millionen Dollar zu finden», sagt der erfahrene Schatzsucher Robert Marx: «Jeder, der das behauptet (...), lügt.»

Nach der Bergung eines millionenschweren Schatzes aus einem Schiffswrack durch US-Tiefseeforscher haben Experten Zweifel am vermuteten Wert des Fundes angemeldet. Nach Angaben des Unternehmens Odyssey Marine Exploration wurden unter anderem mehr als 500 000 Silbermünzen von mehr als 17 Tonnen Gewicht und hunderte Goldmünzen gefunden. Bei einem Durchschnittswert von 1000 US-Dollar (1350 Franken) pro Münze ergebe sich eine Gesamtsumme von 500 Millionen Dollar.

«In keinem Wrack der Welt gibt es 500 Millionen Dollar zu finden», sagte hingegen der erfahrene Schatzsucher Robert Marx der Zeitung «Los Angeles Times» (Samstag). «Jeder, der das behauptet (...), lügt.»

Auch der auf Schiffswracks spezialisierte Archäologe von der A&M- Universität in Texas zeigte sich mit Blick auf die ersten Schätzungen des Werts skeptisch. «Sehr oft wird da übertrieben, weil man ja finanzkräftige Unterstützer braucht», sagte er der Zeitung.

Odyssey Marine Exploration mit Sitz in Tampa Odys(US-Bundesstaat Florida) ist in der Welt der professionellen Schatzsucher ein Ausnahmefall. Die Firma ist eine Aktiengesellschaft, deren Anteile an der Börse gehandelt werden. Der Aktienkurs war am Freitag nach Bekanntgabe des Fundes um 80 Prozent in die Höhe geschossen.

Der Münzfund gilt laut Firmenangaben als der grösste, der jemals in einem Schiffswrack entdeckt wurde. Der Schatz ist mittlerweile an einen sicheren Ort in den USA gebracht worden. Das Unternehmen schwieg sich zunächst über den Fundort aus.

Die Firma hatte im vergangenen Jahr jedoch einen Antrag auf Schatzsuche in einem Wrack vor England gestellt. Möglicherweise wurden die Forscher des Unternehmens also hier fündig. Odyssey kündigte weitere Expeditionen zu dem Wrack an, um die Identität zu klären.

(sda)

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