Rechter Terror?: Zweifel an Aktivitäten der Grauen Wölfe
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Rechter Terror?Zweifel an Aktivitäten der Grauen Wölfe

Türkische Nationalisten sollen in St.Gallen Kurden bedroht haben. Experten vermuten kurdische Propaganda.

von
upz
Innertürkische Konflikte zwischen nationalistischen Türken und Kurden sollen auch in St.Gallen schwelen. (Bild: key)

Innertürkische Konflikte zwischen nationalistischen Türken und Kurden sollen auch in St.Gallen schwelen. (Bild: key)

Graue Wölfe heissen Mitglieder der türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP). Nun sollen die Rechtsextremen, auf deren Konto hunderte Morde in der Türkei gehen, in St. Gallen aktiv sein: Laut «Tagblatt» wurden beim Haus einer kurdischen Familie MHP-Parolen an die Wand geschmiert. Der kurdische Vater sagt, er verlasse das Haus seit Woche nicht mehr alleine.

Wölfe kaum mehr aktiv

Doch um die Grauen Wölfe ist es ruhig: Im Lagebericht des Nachrichtendienst des Bundes werden sie seit Jahren nicht erwähnt. Auch der St. Galler Kantonspolizei sind keine strafrechtlich relevanten Aktionen aus den letzten Jahren bekannt. Extremismus-Experte Samuel Althof, der mit verschiedenen Bundesstellen zusammenarbeitet, hinterfragt die Version des St. Galler Kurden: «Es ist möglich, dass die Parolen etwa von kurdischer Seite an die Wand geschrieben wurden.» Grund dafür wären Propagandazwecke. «Wieso sollte jemand, der sich derart bedroht fühlt, damit an die Öffentlichkeit gehen?» Ausserdem seien kurdische Aktivisten in der Schweiz einiges aktiver als die Grauen Wölfe. «Bei der Rekrutierung von Nachwuchs kann ein Schreckgespenst wie das der Grauen Wölfe hilfreich sein.»

Müslüm Culcu vom Kurdischen Kulturverein St. Gallen widerspricht: «Es ist unmöglich, dass die Parolen von Kurden geschrieben wurden.» Die Grauen Wölfe hätten in der Ostschweiz viele Sympathisanten, man nehme die Drohungen ernst.

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