Syrien-Krise: Zweifel an Beobachter-Mission wachsen
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Syrien-KriseZweifel an Beobachter-Mission wachsen

Trotz Uno-Beobachtern im Land geht das Töten in Syrien weiter. Allein in den letzten zwei Tagen kamen mindestens 34 Menschen um.

Die Zweifel an einem Erfolg der Uno-Beobachtermission in Syrien wachsen mit jedem Tag. Oppositionelle sagten am Mittwoch, auf jeden Besuch der Beobachter in einer Stadt oder einem Dorf folge eine Bestrafungsaktion der Regierungstruppen in dem Gebiet.

Mehrfach seien dabei Massaker verübt worden. Der Sondergesandte Kofi Annan hatte am Dienstag im Uno-Sicherheitsrat erklärt, die Waffenruhe in Syrien sei sehr wackelig, die Lage insgesamt «düster».

In einem Internet-Forum der syrischen Opposition wurde kritisiert, die Beobachter hätten sich bei einem Besuch in der vormals umkämpften Ortschaft Al-Sabadani geweigert, Listen mit den Namen von Gefangenen und andere Dokumente der Bewohner entgegenzunehmen.

Die Zahl der Militärbeobachter zur Überwachung der Waffenruhe ist nach Angaben eines Uno-Sprechers in Damaskus von 8 auf 15 gestiegen. Unter den Neuankömmlingen seien zwei Chinesen.

Truppen beschiessen Vorort

Nachdem das Regime von Präsident Baschar al-Assad zunächst eingewilligt hatte, 250 internationale Beobachter ins Land zu lassen, wurde diese Zahl später auf 300 aufgestockt. Möglicherweise soll das zusätzliche Kontingent aus Russland, China und anderen Staaten kommen, die gute Beziehungen zu Assad unterhalten.

Nach Angaben von Aktivisten griffen Regierungstruppen am Mittwoch einen Vorort von Damaskus an. Dabei seien sowohl Mörser als auch Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, berichteten die Oppositionellen. Der Vorort Duma sei ohne Strom, sagte der Bewohner Mohammed Saeed. Die Örtlichen Koordinationskomitees bestätigten, dass der Vorort unter Beschuss liege.

Am Dienstag wurden laut Aktivisten 33 Menschen von Regierungstruppen getötet. Am Mittwoch wurden laut Informationen der Oppositionellen die Angehörigen von zwei jungen Männern von Mitarbeitern eines staatlichen Spitals aufgefordert, die Leichen ihrer 16 und 19 Jahre alten Söhne abzuholen. Diese seien zwei Tage zuvor auf einer Strasse unweit von Aleppo festgenommen worden.

(sda)

Keine Waffen in deutschem Schiff für gefunden

Der türkische Zoll hat in einem auf dem Weg nach Syrien befindlichen deutschen Schiff keine Waffen gefunden. Das teilte die Reederei W. Bockstiegel am Mittwoch mit. Die «Atlantic Cruiser» habe nur zivile Güter und nichts Illegales geladen gehabt, wie der Zoll bei der Durchsuchung im türkischen Mittelmeerhafen Iskenderun festgestellt habe, erklärte die Reederei. Die Durchsuchung sei am Dienstag abgeschlossen worden. Das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Schiff werde nun weiter nach Bar in Montenegro fahren. (dapd)

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