Kartoffel-Knappheit – Zweifel muss Chips mit ausländischen Kartoffeln machen

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Kartoffel-KnappheitZweifel muss Chips mit ausländischen Kartoffeln machen

Die letzte Kartoffelernte war so mies, dass es jetzt zu wenig Kartoffeln in der Schweiz gibt. Das spürt auch Zweifel. Der Bund hat das Problem erkannt und gehandelt.

von
Marcel Urech
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Zweifel Chips bestehen dieses Jahr zu 30 Prozent aus Kartoffeln aus dem Ausland.

Zweifel Chips bestehen dieses Jahr zu 30 Prozent aus Kartoffeln aus dem Ausland.

Philipp Funke
Denn zurzeit gibt es zu wenig Kartoffeln in der Schweiz.

Denn zurzeit gibt es zu wenig Kartoffeln in der Schweiz.

Philipp Funke
Grund für die Knappheit ist die schlechte Ernte im letzten Jahr.

Grund für die Knappheit ist die schlechte Ernte im letzten Jahr.

Tamedia/Franziska Rothenbuehler

Darum gehts

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat beschlossen, dass Schweizer Unternehmen wieder mehr Kartoffeln importieren dürfen. Es hat dafür die sogenannten «Teilzollkontingente für Speisekartoffeln und Veredelungskartoffeln» um je 20’000 Tonnen erhöht. Was bedeutet das? Die Redaktion hat nachgefragt.

Zweifel-Chips mit ausländischen Kartoffeln

Das Ziel der Branche sei, dass die Schweiz möglichst wenig «Härdöpfu» importieren müsse, sagt Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten. Die letzte Ernte sei aber wetterbedingt schlecht ausgefallen. Die Lagerbestände seien darum 30 bis 40 Prozent niedriger als in einem normalen Jahr.

Zweifel sagt auf Anfrage, dass man nun mehr Kartoffeln aus dem Ausland beziehen müsse als normal. Im Schnitt verarbeite man 95 Prozent Schweizer Kartoffeln. Dieses Jahr seien es nur rund 70 Prozent. Rund 30 Prozent stammen also aus dem Ausland: So viele Kartoffeln habe man seit 1999 nicht mehr importiert.

Bund verhindert leere Regale

Grund für die Knappheit ist die schlechte Ernte. Sie bewog den Bund dazu, die Kontingente zu erhöhen. Auf Antrag von Swisspatat, der Branchenorganisation der Schweizerischen Kartoffelwirtschaft. Die neuen Regeln gelten für Speisekartoffeln vom 1. März bis 15. Juli und für Veredelungskartoffeln vom 1. März bis 30. Juni.

Die Branche gehe davon aus, dass die eingelagerte Menge ohne eine Erhöhung der Kontingente nicht gereicht hätte, um die Nachfrage bis zur nächsten Ernte zu decken, so der Bund. Darum sei man auf den Antrag der Branchenorganisation der Schweizerischen Kartoffelwirtschaft eingegangen.

Sinken nun die Preise?

Dass der Bund die Kontingente erhöht habe, sei ausnahmsweise sinnvoll, sagt Fischer: «Sonst hätten die Kartoffeln nur noch für wenige Wochen gereicht.»

Werden die Importe nun für tiefere Preise sorgen? Nicht unbedingt, sagt Fischer. Auch in Europa sei die Ernte letztes Jahr schwierig gewesen. Und um die Anbausicherheit in der Schweiz zu gewährleisten, müssten die Preise rauf statt runter. Auch weil der Bund neue Auflagen gemacht und die Produktion so verteuert habe.

Erleichterung im Mai

Fischer sagt, dass die Knappheit wohl bis Mitte Jahr anhalte. Spätestens mit der Ernte im Mai und Juni werde sich die Situation aber entspannen. Die Produzentinnen und Produzenten hätten diese Woche bereits die Saat gemacht. «Sobald wir wieder genug produzieren, müssen die Kontingente gestoppt werden», fordert Fischer.

Für die Kundschaft ändere sich wenig, sagt Fischer. Der Import soll nur bis zum Anschluss an die neue Schweizer Ernte nötig sein. Es sei wichtig, dass die ausländischen Kartoffeln richtig deklariert seien. «Da passieren immer wieder Fehler», so Fischer. 

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