Verteidiger ausgetauscht: Zweifelt Kachelmann am Freispruch?
Aktualisiert

Verteidiger ausgetauschtZweifelt Kachelmann am Freispruch?

Jörg Kachelmann hat sein bisheriges Anwaltsteam gegen Star-Anwalt Johann Schwenn getauscht. Es könnte ein taktischer Wechsel sein.

von
Amir Mustedanagic

Jörg Kachelmann hat die Prozesspause im Verfahren wegen Vergewaltigung genutzt und sein halbes Anwaltsteam ausgetauscht. Die bisherigen Verteidiger Reinhold Birkenstock und Klaus Schroth vertreten den Wettermoderator per sofort nicht mehr vor Gericht. Vom bisher vierköpfigen Anwaltsteam bleiben Medienanwalt Ralf Höcker sowie Pflichtverteidigerin Andrea Combé, neu hinzu kommt der Hamburger Star-Anwalt Johann Schwenn.

Warum der Wettermoderator nach mehreren Monaten die Zusammenarbeit mit seinen Anwälten beendete, blieb zunächst unklar. Weder Birkenstock noch Höcker wollten sich dazu äussern – «aus berufsrechtlichen und prozessualen Gründen», wie Birkenstock in einer Mail an die Medien schreibt. Klar ist nicht einmal, ob Birkenstock entbunden wurde oder der Anwalt selbst das Mandat niederlegte. Sicher ist: Der Wechsel kommt überraschend.

«Es muss etwas passiert sein»

Verteidiger Klaus Schroth hatte Kachelmann noch im Juli erfolgreich aus der U-Haft geboxt und beschrieb am Dienstagmorgen gegenüber dem «Stern» das Verhältnis zu Kachelmann als «immer sehr gut». Für ihn komme die Entlassung aus heiterem Himmel: «Ich habe am Montagnachmittag eine E-Mail von Herrn Kachelmann bekommen, in der er mir für meine Arbeit dankte und mir mitteilte, dass er sich entschieden habe, sich einen neuen Anwalt zu nehmen.» Die genauen Gründe für den Verteidigerwechsel will Schroth nicht kennen, möglicherweise schweigt er sich auch einfach darüber aus - wie Birkenstock. Schroth spekuliert selber, dass «etwas passiert sein muss».

Kachelmann: Der zweite Prozesstag

Was auch passiert ist, es muss gravierend sein: Das Verfahren wegen Vergewaltigung läuft immerhin schon über drei Monate und die meisten Zeugenbefragungen sind bereits geschehen, der neue Anwalt wird sich also durch ganze Berge von Akten arbeiten müssen – und zwar schnell. Der Prozess geht bereits am Mittwoch weiter. «Es wird keinen Antrag auf Unterbrechung des Prozesses geben», bestätigte Medienanwalt Ralf Höcker gegenüber der Agentur DAPD. Die seit Prozessbeginn anwesende Pflichtverteidigerin Andrea Combé und der neue Verteidiger Johann Schwenn «werden sehr gut vorbereitet sein», so Höcker weiter. Trotz der beschwichtigenden Worte von Höcker bleibt der Wechsel rätselhaft und lässt deshalb Raum für Spekulationen.

Johann Schwenn eilt ein hervorragender Ruf voraus

Vorstellbar sind verschiedene Gründe für den Wechsel: Schroth äusserte gegenüber dem «Stern», dass Kachelmann möglicherweise Schwenn ins Team geholt habe, um die Taktik zu ändern. «Es ist denkbar, dass Herr Birkenstock das nicht wollte», so Schroth und es deshalb zum Knatsch kam. Der «Tages-Anzeiger» spekulierte nebst dem Vertrauensbruch auch mit möglichen finanziellen Gründen. Der Prozess wird mehr als doppelt so lange dauern als geplant – die Kosten dürften entsprechend steigen. Gegen diese These spricht allerdings, dass der Hamburger Johann Schwenn zur Champions League der Strafverteidiger gehört, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schrieb. Die «Zeit» stösst ins selbe Horn: «Seine Kanzlei gehört zu den ersten Adressen für Leute, die sich Meister der Rechtsauslegung leisten können.»

In Anbetracht der bisherigen Fälle von Johann Schwenn liegt ein anderer Schluss nahe: Kachelmann bereitet möglicherweise schon jetzt einen Revisionsprozess vor. Schwenn gilt als erfahrener und äusserst erfolgreicher Anwalt bei Wiederaufnahme- und Revisionsverfahren. Ihm eilt der Ruf voraus, Fehler eines Gerichts oder Schwächen der Anklage zuverlässig herauszufinden und auszunutzen. Erst kürzlich hat Schwenn zwei zu Unrecht wegen Vergewaltigung verurteilte Männer nach über fünf Jahren im Gefängnis in einem spektakulären Wiederaufnahmeverfahren herausgeboxt. Ein Revisionsverfahren würde aus Sicht von Kachelmann allerdings erst Sinn machen, wenn er verurteilt würde. Naheliegend ist deshalb durchaus, dass der angeklagte Kachelmann einen anderen Trumpf spielen will: die Bekanntschaft von Johann Schwenn und dem zentralen Gutachter Hans-Ludwig Kröber.

Kröber hält nichts von Erinnerungslücken

Die beiden Männer kennen sich aus früheren Fällen und teilen die Skepsis gegenüber Traumatologen, die Erinnerungslücken von Opfern als Folge eines Traumas sehen. Beide beklagen, dass sich in Vergewaltigungsfällen Staatsanwaltschaft und Gericht viel zu schnell auf die Opferrolle festlegten. «Man glaubt einer Zeugin, weil sie weint», sagte Schwenn in einem Interview mit der «Landeszeitung Lüneburg» und zitierte Kröber, der in solchen Fällen von einer «volkspsychologischen Auffassung» spreche. Schwenn gewann das erwähnte Wiederaufnahmeverfahren nicht zuletzt wegen des Gutachtens von Kröber.

Auch im Kachelmann-Prozess kommt Hans-Ludwig Kröber eine zentrale Rolle zu. Im Auftrag des Gerichts hat er das Opfer untersucht. Sein Gutachten ist nicht im Detail bekannt, die Verteidigung hat aber schon daraus zitiert. Demnach ist Kröber überzeugt, dass sich die schmerzhaften Details einer schweren Tat ins Gehirn einbrennen. Das mutmassliche Opfer Sabine W. müsste sich somit an jedes Detail des Kerngeschehens in der angeblichen Tatnacht erinnern. In diesem kniffligen Fall, in dem die Gutachten letztlich entscheidend sein werden, dürfte die Bekanntschaft mit Kröber für den eigewechselten Johann Schwenn Vorteile bringen, nämlich wenn es darum geht, die richtigen Fragen zu stellen und Schlüsse daraus zu ziehen.

«Austausch ist ein grosser Einschnitt» Der Verteidigeraustausch ist eine überraschende Wendung, sagt Strafrechtsprofessorin Brigitte Tag von Uni Zürich. «Bislang hat der Angeklagte die Zahl der Verteidiger aufgebaut, dass es jetzt zum Ausscheiden kommt, ist ein grosser Einschnitt.» Die beiden bisherigen Anwälte begleiteten den Prozess von Anfang an und hätten daher nicht nur genauste Kenntnisse von den Akten, sondern vor allem auch von den zahlreichen Zeugenaussagen und dem Prozessverlauf, so Tag weiter. «Dies muss sich jemand, der erst 3 Monate nach Beginn der Hauptverhandlung hinzu tritt, erst erarbeiten.» Für einen Verteidigeraustausch gibt es gemäss Tag viele Gründe: Der Verteidiger könnte sich weigern, mit anderen Kollegen zusammen zu arbeiten, der Angeklagte könnte sich «unzweckmässig» verhalten haben, was der Verteidiger nicht hinnehmen wolle. Vielleicht bestehe aber auch ein Interessenkonflikt, ein gestörtes Vertrauensverhältnis oder eine gravierende Krankheit des Verteidigers. Taktische Gründe sieht Tag im Fall Kachelmann nicht unbedingt, allerdings könne man letztlich über Gründe zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren. Obwohl der Prozess bereits länger läuft, kann der neue Verteidiger doch noch Einfluss nehmen, so Tag weiter. «Er kann zum Beispiel versuchen, ein anderes Verhältnis zum Gericht aufzubauen.» Statt auf Konfrontation könnte der Verteidiger eine defensivere Strategie wählen und beispielsweise auch auf «Gesprächsbereitschaft» bei Gericht und Staatsanwaltschaft hoffen, um vom Vorwurf der Vergewaltigung wegzukommen. «Zum Beispiel hin zur Körperverletzung und sexuellen Nötigung mit einem deutlich geringen Strafmass», so Tag. Der Prozessbeginn unter dem neuen Verteidiger am Mittwoch kann durchaus Sprengkraft haben, 20 Minuten Online wird laufend vom Prozess berichten.

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