23.12.2016 04:47

Wohltätige Weihnachtsessen

«Zweite Familie ist das Zauberwort»

Damit niemand Weihnachten alleine feiern muss, werden in der Region Basel verschiedene wohltätige Feste veranstaltet. Die positiven Rückmeldungen treiben die Veranstalter an.

von
las
1 / 3
Der Treffpunkt Glaibasel ist ein Zufluchtsort für jene, die hart vom Schicksal getroffen wurden. Zu Weihnachten veranstaltet das Betreuerteam ein Festessen für seine Klienten.

Der Treffpunkt Glaibasel ist ein Zufluchtsort für jene, die hart vom Schicksal getroffen wurden. Zu Weihnachten veranstaltet das Betreuerteam ein Festessen für seine Klienten.

20 Minuten/las
Am Donnerstagnachmittag waren die Vorbereitungen in vollem Gang. Denn schon um 18 Uhr ging es los. Es ist eine von vielen solchen Veranstaltungen in der Region, aber dafür immer etwas Besonderes.

Am Donnerstagnachmittag waren die Vorbereitungen in vollem Gang. Denn schon um 18 Uhr ging es los. Es ist eine von vielen solchen Veranstaltungen in der Region, aber dafür immer etwas Besonderes.

20 Minuten/las
Sie organisieren das Weihnachtsessen (v.l.): Silling Sherpa (freiwilliger Helfer), Hüseyn Haskaya (Stellenleiter), Ursula Sigrist (Krankenschwester und Haushälterin), Aybike Algin (Schnupperpraktikantin) und Alex Meyer (Praktikant).

Sie organisieren das Weihnachtsessen (v.l.): Silling Sherpa (freiwilliger Helfer), Hüseyn Haskaya (Stellenleiter), Ursula Sigrist (Krankenschwester und Haushälterin), Aybike Algin (Schnupperpraktikantin) und Alex Meyer (Praktikant).

20 Minuten/las

Am Donnerstag ging es um 18 Uhr im Treffpunkt Glaibasel in der Feldbergstrasse los. Rund 40 Menschen nahmen am traditionellen Weihnachtsessen in der seit 1976 bestehenden Anlaufstelle teil. «Es kommen jeweils allerlei Menschen, ob Obdachlose oder AHV-Rentner, ob alleinerziehende Mütter oder junge Menschen – alle sind willkommen», erklärt Stellenleiter Hüseyn Haskaya.

Niemand solle sich zu Weihnachten alleingelassen fühlen. Darum organisiert der Treffpunkt das alljährliche Fest, bei dem alle ohne Einschränkungen zusammen sein können. Gekocht wurde vor Ort. Alle Gäste bekamen je eine Tüte voll mit Früchten und Weihnachtsfressalien mit auf den Heimweg.«Für mich ist es immer etwas Besonderes, die strahlenden Gesichter unserer Gäste zu sehen. Das Zauberwort, das oft fällt, ist ‹zweite Familie›», so Haskaya.

Bis zu 250 Gäste in der Gassenküche

Die Gassenküche Basel bietet Armutsbetroffenen seit 27 Jahren tagtäglich gesunde Mahlzeiten. An Heiligabend veranstaltet sie ein traditionelles Weihnachtsessen im Kultur- und Begegnungszentrum Union, ebenfalls um 18 Uhr. Laut Leiterin Brigitte Tschäppeler werden an die 250 Gäste erwartet. «Natürlich kommen viele unserer Klienten, aber auch Menschen, die sonst allein wären», sagt sie. Am Ende würden sich alle freuen, dass sie gekommen sind, denn es sei jedes Jahr «ein Highlight».

So wolle das Team, das die Veranstaltung organisiert, sich diese trotz Heiligabend nicht entgehen lassen. Das Personal kocht unter der Leitung eines Küchenchefs ein Mahl aus frischen Zutaten. Was dieses ist, bleibt aber bis zum Auftischen ein Geheimnis. Das Gleiche gilt für die Musiker, die jedes Jahr für Stimmung sorgen. «In den letzten Jahren sind viele Muslime zu uns gekommen. Ich finde es toll, dass sie mit uns Weihnachten feiern», so Tschäppeler. Darum sei das Fest auch religiös neutral gestaltet; im Vordergrund stehe das Zusammensein.

Essen und Carfahrt

Bei der 29. Weihnachtsfeier des Vereins Zum Schwanen im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein an Heiligabend gibts gleich ein Sechs-Gang-Menü. Es wird von zwei Köchen zubereitet, die Teil eines 37-köpfigen Teams sind. Der Verein setzt sich seit 1988 für «Allein- und Daheimgebliebene» ein, wie Präsident Freddy Baumann sagt. Er rechnet mit rund 150 Personen, die dieses Jahr an der Veranstaltung teilnehmen.

«Es ist ein grosser Aufwand», sagt Baumann. Aber auch ihm geben die positiven Rückmeldungen Kraft, ihn weiter zu betreiben. So bietet der Verein den Gästen der Weihnachtsfeier auch einen Bon für eine Carfahrt mit Essen im Frühling. «Wo es hingeht, bleibt aber noch ein Geheimnis», so Baumann.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.