57%-Ja-Stimmen: Zweite Röhre kommt – Gegner sind misstrauisch

Aktualisiert

57%-Ja-StimmenZweite Röhre kommt – Gegner sind misstrauisch

Das Ja zur zweiten Gotthardröhre versetzt die Gegner in Aufruhr. Den Versprechen trauen sie nicht über den Weg.

von
B. Zanni

Das Volk will die zweite Gotthardröhre. Mit 57% Ja-Stimmen zu 43% Nein-Stimmen hat es die Vorlage klar abgesegnet. So kann der Transitverkehr auch während der Sanierung des bestehenden Tunnels ungehindert weiterrollen. Die Sanierung soll 2030 abgeschlossen sein. Verkehrsministerin Doris Leuthard ist erfreut: «Das Volk hat signalisiert, dass es gute und sichere Strassen will.» Auch CVP-Ständerat Filippo Lombardi jubelt: Das Stimmvolk habe sich gegenüber den Tessinern solidarisch gezeigt.

Doch bei den enttäuschten Gegnern herrscht Skepsis. Sie befürchten, dass entgegen der Vorlage und der Versprechen im Abstimmungskampf anstatt zwei vier Spuren für den Verkehr geöffnet werden. Konrad Graber, CVP-Ständerat und Präsident des bürgerlichen Nein-Komitees, sagt: «Die Schweiz hat ein Pfand aus der Hand gegeben und kann jetzt von der EU erpresst werden.» GLP-Nationalrat Jürg Grossen warnt vor einer «Transithölle»: «Irgendwann wird der Druck der im Stau stehenden Autofahrer und der EU so gross sein, dass es zu einem vierspurigen Betrieb kommt.»

Bundesrätin Leuthard beschwichtigt: «Die Kapazität wird nicht erweitert und der Alpenschutz bleibt gewahrt.» Die parallelen Tunnelröhren sollen ab etwa 2030 zur Verfügung stehen. Abhängig sei dies von Bewilligungen und allfälligen juristischen Verfahren, so Leuthard.

7 Leser-Fragen an Bundesrätin Leuthard

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