Trotz Schliessungen - Shutdown belastet Wirtschaft weniger als befürchtet
Publiziert

Trotz SchliessungenShutdown belastet Wirtschaft weniger als befürchtet

Die Schweizer Wirtschaft kam zum Jahresanfang relativ gut durch die Corona-Krise. Zwar brach der private Konsum deutlich ein. Die Industrie verhinderte aber das Schlimmste.

von
Dominic Benz
1 / 1
Rückkehr in die Normalität: Der Schweizer Konsum kann sich nach dem Einbruch im ersten Quartal wieder erholen.

Rückkehr in die Normalität: Der Schweizer Konsum kann sich nach dem Einbruch im ersten Quartal wieder erholen.

20 Minuten

Darum gehts

  • Trotz Schliessungen war der Rückgang der Schweizer Wirtschaftsleistung weniger stark als erwartet.

  • Das Bruttoinlandprodukt ging im ersten Quartal um 0,5 Prozent zurück.

  • Dank einer wachsenden Industrie war der Rückgang nicht so stark.

Die Schweizer Wirtschaft kam relativ glimpflich durch den Shutdown während der zweiten Corona-Welle. So ist die Wirtschaftsleistung weniger stark eingebrochen als erwartet. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ging im ersten Quartal 0,5 Prozent zurück, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilt. Im vierten Quartal gab es noch ein Plus von 0,1 Prozent.

Stark gelitten hat der Dienstleistungssektor wegen der Schliessungen der Läden. So brach der private Konsum deutlich ein. Dagegen wuchs die Industrie kräftig und verhinderte einen deutlicheren Rückgang des BIP. Ein Konjunktureinbruch vergleichbar mit jenem vom Frühjahr 2020 blieb aus.

Konsum brach ein

Die privaten Konsumausgaben sanken im ersten Quartal beträchtlich mit minus 3,3 Prozent. Hart getroffen wurde die Gastrobranche. Sie verzeichnete einen Einbruch von 30,4 Prozent. Das ist ein ein noch stärkeres Minus als im Vorquartal, schreibt das Seco weiter.

Rege nachgefragt wurden aber Nahrungsmittel und andere Waren wie Elektronikgeräte. Der Detailhandel entwickelte sich demnach mit minus 1,4 Prozent verhältnismässig stabil – trotz Schliessungen. Insgesamt registrierte der Handel aber ein grösseres Minus von 4,8 Prozent wegen starker Rückgänge im Grosshandel.

Comeback der Industrie

Hingegen erlebte die Industrie einen deutlichen Aufschwung. Sowohl die Wertschöpfung als auch die Exporte haben insgesamt gar das Vorkrisen-Niveau wieder überschritten. Im Winterhalbjahr wurden die internationalen Lieferketten im Unterschied zum Frühjahr 2020 kaum unterbrochen.

Gestützt von der stark anziehenden Nachfrage bei wichtigen Handelspartnern, etwa in den USA und in China, konnte das verarbeitende Gewerbe mit plus 4,9 Prozent im ersten Quartal deutlicher als im Vorquartal wachsen. Dazu trugen unter anderem die Chemie- und Pharma-Branche bei. Unter dem Strich trug die Industrie klar dazu bei, den BIP-Rückgang im ersten Quartal abzufedern.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

31 Kommentare