U21-EM: Zweiter Sieg im zweiten Spiel
Aktualisiert

U21-EMZweiter Sieg im zweiten Spiel

Die Schweizer U21-Auswahl gewinnt nach dem 1:0-Auftakt-Sieg gegen Dänemark auch das zweite Gruppenspiel gegen Island mit 2:0 und steht mit einem Bein im Halbfinal.

Die Schweizer U21-Auswahl führt die Tabelle der Gruppe A an der EM verlustpunktfrei an. Im zweiten Spiel besiegten die SFV-Junioren die nahezu chancenlosen Isländer 2:0. Noch ist aber ein Out nicht mit Sicherheit zu vermeiden. Ein weiterer Punktgewinn würde genügen.

In ihrer aktuellen Verfassung ist die Equipe von Pierluigi Tami an sich ein Kandidat für eine Spitzenplatzierung an dieser Endrunde. Den Gefallen, sich frühzeitig für den Halbfinal qualifizieren zu können, taten ihnen die Dänen in der Abendsession indes nicht. Der EM-Gastgeber besiegte Weissrussland 2:1 und bleibt damit Anwärter auf einen Platz im Feld der besten vier.

Die derzeit komfortable Lage der topklassierten Schweizer trügt. Am letzten Spieltag ist unter ungünstigen (Schweizer) Umständen sogar der totale Umsturz im Klassement möglich: Sollte Dänemark zum Abschluss der Vorrunde Island besiegen und die Schweiz 0:1 verlieren, wäre das Turnier für Tamis Equipe abrupt zu Ende.

Auf den «Worst Case» deutet gegenwärtig allerdings verschwindend wenig hin. Vor knapp 2000 Zuschauern überzeugten die Schweizer auch am zweiten Turnier-Tag in der Gruppe A erneut und stehen der ersten Olympia-Teilnahme seit 1928 erheblich näher als einer ungeplant frühen Heimreise.

Als Innocent Emeghara in der 40. Minute einen weiteren erstklassigen Angriff der Schweizer erfolgreich abschloss und das 2:0 markierte, passte das Ergebnis endgültig zum Bild der höchst einseitigen Partie. Die SFV-Junioren wurden ihrer Favoritenrolle vollumfänglich gerecht. Sie bestimmten den Rhythmus, sie dosierten im richtigen Moment das Risiko.

Kurzum: Die stilsicheren Schweizer haben drei Tage nach dem 1:0-Erfolg erneut alles richtig gemacht. Sie erteilten dem Turnier-Debütanten eine regelrechte Lektion - in jeglicher Hinsicht. Gegen ihr taktisch flexibles 4-1-4-1-System hatten die enttäuschenden Insulaner praktisch nichts auszurichten.

Der isländische Coach Sverrisson beschönigte hinterher nichts: «Das war die schlechteste Halbzeit, seit wir mit dieser Mannschaft spielen.» Für seinen Amtskollegen Tami war die ungefilterte Kritik am eigenen Team wie eine indirekte Lobbezeugung. «Wir haben sie gezwungen, so zu spielen», kommentierte der Tessiner. «Das 2:0 ist verdient, aber gemessen an den Chancen fast zu knapp.»

Wort gehalten

Einen offensivere Auftritt hatten die Schweizer Junioren angekündigt. Sie hielten Wort und dominierten einen Gegner, der in der Ausscheidung Europameister Deutschland ausgeschaltet hatte, im Wortsinn von der ersten bis zur letzten Minute. Gleich bei erster Gelegenheit markierte Fabian Frei das 1:0. Sein Tor nach 53 Sekunden löste die Anspannung zum frühstmöglichen Zeitpunkt.

Am Ursprung des Traumstarts stand abermals Xherdan Shaqiri, der mit einem exzellent getimten Pass die Abwehr der Nordländer ausmanövrierte. Den frühen Rückstand verdaute Island schlecht. In der ersten halben Stunde konfrontierten die Schweizer den bis dahin chancenlosen Kontrahenten fast pausenlos mit weiteren Problemen.

Speziell Shaqiri und Innocent Emeghara tricksten die zwar robusten, aber taktisch phasenweise überforderten Insulaner auf jedem zweiten Quadratmeter des Rasens aus. Die Schweizer spielten selten fahrlässig quer, sondern meistens gekonnt steil - oder sie schossen wie Granit Xhaka.

Unbegründete Furcht

Von den Tempogegenstössen der Isländer hatte sich Coach Tami gefürchtet. Die Angst war unbegründet. Nicht einen einzigen Konter liessen seine Spieler zu. Die Fangkünste von Keeper Yann Sommer benötigten die Schweizer ebenso nicht, weil das Team des früheren Bundesliga-Stars Eyjolfur Sverrisson gar nie auf Touren kamen.

Tamis Team konnte die Defizite des Gruppenletzten gelassen zur Kenntnis nehmen und es auch folgenlos leisten, nach der Pause vorwiegend den Vorsprung zu verwalten. Mehr war nicht erforderlich und im Hinblick auf die nächsten Aufgaben womöglich auch ratsam. Nicht immer ist das Punktemaximum im «Energiesparmodus» zu erreichen.

Schweiz - Island 2:0 (2:0)

Aalborg. - 1903 Zuschauer. - SR Strahonja (Kro).

Tore: 1. (0:53) Frei (Shaqiri) 1:0. 40. Emeghara (Frei) 2:0.

Schweiz: Sommer; Koch, Rossini, Klose, Berardi; Lustenberger; Shaqiri, Frei (66. Costanzo), Xhaka (68. Abrashi), Emeghara; Gavranovic (84. Ben Khalifa).

Island: Björnsson; Jonsson, Eyjolfsson, Fjoluson, Valgardsson; Kristjansson; Gislason, Sigurdsson, Vidarsson (61. Bjarnason), Finnbogason (46. Sigurdarson); Sigthorsson.

Bemerkungen: Island ohne Gunnarsson (gesperrt). Verwarnungen: 12. Vidarsson, 38. Xhaka, 44. Sigurdsson (alle Foul), 89. Ben Khalifa, 93. Eyjolfsson (beide Unsportlichkeit).

Dänemark - Weissrussland 2:1 (1:1)

Aarhus. - SR Tagliavento (It).

Tore: 20. Baga 0:1. 22. Eriksen 1:1. 71. Nicolai Jörgensen 2:1.

Bemerkung: 22. Eriksen trifft beim Penalty erst im Nachschuss.

Rangliste (je 2 Spiele):

1. Schweiz 6. 2. Dänemark 3 (2:2). 3. Weissrussland 3 (3:2). 4. Island 0.

(si)

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