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Zweiter Sonnensturm auf Erde getroffen

Die Ankunft eines weiteren Sonnensturms hat den Himmel in der Nacht zum Freitag erneut vielerorts zum Leuchten gebracht.

Wie US-Forscher berichteten, traf die Wolke geladener Teilchen bereits am Donnerstag auf das Magnetfeld der Erde. Ihre Auswirkungen sollten noch bis zum (heutigen) Freitagmorgen zu spüren sein. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung kam es jedoch zu keinen weiteren Einschränkungen im Flugverkehr. Dafür gingen bei der UFO-Meldestelle in Mannheim in der Nacht erneut zahlreiche Berichte über «seltsame Himmelsphänomene» ein.

Der zweite Sturm war den Wissenschaftlern zufolge ähnlich stark wie der erste und traf mit bis zu acht Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde. Für Menschen stellen die Stürme keine Gefahr dar, ihre Energie kann jedoch Satelliten, Funkverbindungen und das Stromsystem beeinträchtigen.

Wie Anja Tomic von der Deutschen Flugsicherung (DFS) berichtete, gab es keinerlei Einschränkungen im Flugverkehr. «Seit Dienstagnachmittag haben wir keine Störung der Navigationsanlagen mehr verzeichnet», betonte sie. Offenbar habe sich die Menge der elektromagnetischen Strahlungen verringert.

Die US-Flugbehörde hob am Donnerstag eine Warnung wieder auf, wonach Flüge wegen befürchteter hoher Strahlungswerte nördlich und südlich des 35. Breitengrades eine Höhe von 7.500 Meter nicht überschreiten sollten. Grössere Schäden durch die Stürme von Mittwoch und Donnerstag wurden nicht gemeldet.

Auch im European Space Operation Center (ESOC) in Darmstadt hatte sich die Lage nach den Worten des Satellitenexperten Walter Flury bis zum Freitag wieder entspannt. Zwar seien wegen des Sonnensturms zwischenzeitlich bei einigen ESA-Satelliten die Instrumente abgestellt worden, sagte er. Seit Donnerstag habe sich die Lage allerdings wieder normalisiert. Es bleibe aber abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickele.

«Wahnsinns-Lichtshow»

Die Teilchenwolke liess erneut Polarlichter weit südlicher als normal erscheinen. Die UFO-Meldestelle in Mannheim registrierte in der Nacht zum Freitag erneut zahlreiche Berichte über «seltsame Himmelsphänomene» und eine «Wahnsinns-Lichtshow», wie deren Betreiber, Werner Walter, sagte. Offenbar habe das etwas bessere Wetter dazu beigetragen, dass die Leute mal nach draussen schauten und dann «obskure Leuchtgestalten» am Himmel ausmachten. Während ein Anrufer aus Tirol von schlierenartigen grünen Vorhängen über den frisch-verschneiten Bergen berichtete hätte, habe es für andere so ausgesehen «als wenn der Himmel brannte», berichtete er. Einem AP-Fotografen gelangen spektakuläre Aufnahmen nahe dem oberbayerischen Weilheim.

Nach Angaben des Harvard-Smithsonian-Zentrums in den USA war es das erste Mal seit mindestens 27 Jahren, dass innerhalb von zwei Tagen derart gewaltige Teilchenwolken auf die Erde geschleudert wurden. 1989 hatte ein ähnlich starker Sonnensturm in der kanadischen Provinz Quebec zahlreiche Stromausfälle verursacht.

(dapd)

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