Aktualisiert 08.10.2018 23:43

Recherchenetzwerk

Zweiter Verdächtiger im Fall Skripal identifiziert

Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten hat nach eigenen Angaben die wahre Identität des zweiten mutmasslichen Skripal-Attentäters enthüllt.

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Enthüllte Passnummern zeigen, dass der russische Geheimdienst seine Agenten gern mit Pässen ausstaffiert, die mit der Ziffernfolge «654341» beginnen. So zum Beispiel den unter Spionageverdacht stehenden Edward Schirokow.

Enthüllte Passnummern zeigen, dass der russische Geheimdienst seine Agenten gern mit Pässen ausstaffiert, die mit der Ziffernfolge «654341» beginnen. So zum Beispiel den unter Spionageverdacht stehenden Edward Schirokow.

Bellincat
Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow werden dringend verdächtigt, vor rund einem halben Jahr ein Attentat auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Ihre Passnummern lauten 654341297 und 654341294.

Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow werden dringend verdächtigt, vor rund einem halben Jahr ein Attentat auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Ihre Passnummern lauten 654341297 und 654341294.

AFP/ho
Die beiden Verdächtigen Alexander Petrow (l.) und Ruslan Boschirow am Bahnhof von Salisbury. Die genannten Namen sind den Angaben zufolge aber vermutlich Pseudonyme.

Die beiden Verdächtigen Alexander Petrow (l.) und Ruslan Boschirow am Bahnhof von Salisbury. Die genannten Namen sind den Angaben zufolge aber vermutlich Pseudonyme.

AP/Metropolitan Police

Die Recherche-Webseite Bellingcat teilte am Montag mit, die wahre Idenität des zweiten mutmasslichen Skirpal-Attentäters zu kennen. Demnach soll es sich bei dem Verdächtigen, der unter dem Namen Alexander Petrow nach Grossbritannien eingereist war, in Wahrheit um Alexander Jewgeniwitsch Mischkin handeln, einen Militärarzt des russischen Geheimdiensts GRU. Ausgewertet haben die Journalisten unter anderem Angaben von Bekannten des Verdächtigen sowie verschiedene Ausweisdokumente.

Die beiden gaben vor, Touristen zu sein

Die britischen Ermittler werfen dem Duo vor, unter ihren Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Die beiden hatten im russischen Fernsehen erzählt, sie seien als Touristen nach Grossbritannien gereist.

Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod.

London macht den Kreml für das Attentat verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. (sda)

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