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Toter NigerianerZweitgutachten wird verlangt

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat wegen des toten Ausschaffungshäftlings aus Nigeria ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben.

Der 29-jährige Nigerianer war im März 2010 kurz vor seiner Ausschaffung am Zürcher Flughafen verstorben.

Der 29-jährige Nigerianer war im März 2010 kurz vor seiner Ausschaffung am Zürcher Flughafen verstorben.

Die Staatsanwaltschaft reagiert damit auf die Kritik am ersten Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich. Mit dem Zweitgutachten ist der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Giessen (D) beauftragt worden, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Der 29-jährige Nigerianer war im März 2010 kurz vor seiner Ausschaffung am Zürcher Flughafen verstorben. Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten ergab unter anderem, dass der Nigerianer an einer «schwerwiegenden Vorerkrankung des Herzens» litt, die den Behörden nicht bekannt war und zu Lebzeiten praktisch nicht diagnostizierbar war.

So geht eine Zwangsausschaffung

Zum Tod des Ausschaffungshäftlings beigetragen hätten aber auch der vorausgegangene Hungerstreik und ein akuter Erregungszustand, in welchem sich der Verstorbene bei der versuchten Ausschaffung befand.

Gutachten angezweifelt

Der Anwalt der Familie des Verstorbenen und ein beigezogener Kardiologe hatten das Gutachten angezweifelt. Insbesondere die vom IRM festgestellte Herzerkrankung hatten die Angehörigen «grundsätzlich bestritten», wie Staatsanwalt Christian Philipp auf Anfrage präzisierte.

Mit dem Zweitgutachten trage die Staatsanwaltschaft der «breit geführten Kritik» Rechnung. Insbesondere geht es laut Philipp darum, die Todesursache noch einmal zu überprüfen. Der Giessener Rechtsmediziner habe in Aussicht gestellt, dass das Gutachten in drei bis sechs Monaten vorliegen wird. (sda)

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