Aktualisiert 07.06.2006 19:00

Zwerg-Dinosaurier entdeckt

Deutsche Forscher haben einen kleinwüchsigen Dinosaurier entdeckt. Der Europasaurus holgeri lebte vor 154 Millionen Jahren auf einer Insel im Gebiet des heutigen Norddeutschland.

Der Paläontologe Martin Sander von der Universität Bonn, der die Erkenntnisse über das Tier in der neuen Ausgabe der Zeitschrift «Nature» vorstellt, wurde 2003 von einem Hobbywissenschaftler auf Knochen in einem Steinbruch aufmerksam gemacht.

Zunächst dachten die Fachleute, es mit Überresten junger Dinosaurier zu tun zu haben. Doch eine Analyse der Knochenstruktur zeigte, dass es sich um ausgewachsene Tiere handelte. Der Pflanzen fressende Saurier mass von der Schnauze bis zur Schwanzspitze zwar immerhin sechs Meter und wog eine Tonne, war aber nur ein Drittel so gross wie sein nächster Verwandter, der Camarasaurus.

Sander und seine Koautoren erläutern, es handele sich um einen Fall, bei dem eine Tierart sich in der Grösse zurückentwickelt, weil sie isoliert auf einer Insel lebt. Das Phänomen ist von Säugetieren bekannt, so wurden etwa auf Sizilien schon Überreste von nur 90 Zentimeter grossen Elefanten gefunden. Offenbar ist ein kleinerer Körper in einer Umwelt mit begrenzten Ressourcen ein Vorteil, und deshalb schrumpft die Körpergrösse bei eingeschlossenen Populationen über einen langen Zeitraum.

Der Bonner Wissenschaftler erklärt, dass es unklar sei, ob ein grösserer Vorfahr auf die Insel gelangte und dort eine Population begründete oder ob steigender Wasserpegel eine bestehende Saurierpopulation von der Aussenwelt abschnitt. Knochenanalysen zeigten laut Sander, dass der Europasaurus langsamer wuchs als seine grossen Verwandten und dass der Kleinwuchs nicht auf eine Krankheit zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler fanden Überreste von mindestens elf Tieren verschiedenen Alters. (dapd)

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