Aktualisiert 30.11.2011 11:15

Nazi-Parolen

Zwickauer Fans feiern die Terrorzelle

Skandal bei der Partie FSV Zwickau gegen Erzgebirge Aue II: Fans und Spieler der Gastgeber skandieren rechtsradikale Gesänge. Der Verein distanziert sich davon.

von
heg
Hinter der Spielerbank sind die Zwickau-Fans friedlich. (Bild: fsv-zwickau.de)

Hinter der Spielerbank sind die Zwickau-Fans friedlich. (Bild: fsv-zwickau.de)

Rund 2000 Fans wohnten am letzten Freitag der Partie Zwickau gegen Erzgebirge Aue bei. Das ist eine beachtliche Zuschauerzahl für ein deutsches Fünftligaspiel. Die meisten Zuschauer waren in friedlicher Mission im Stadion. Was sie zu hören bekamen, gibt nicht nur ihnen zu denken.

Einige Fans der Gastgeber hatten während der Partie rechtsradikale Parolen wie «Terrorzelle Zwickau – olé, olé, olé» und «NSU» (Nationalsozialistischer Untergrund) skandiert, berichtet der «Express». Gemäss dem Mitteldeutschen Rundfunk MDR soll auch der Sprechchor «Wismut Aue – Jude, Jude, Jude» sowie das antisemitische U-Bahn-Lied zu hören gewesen sein. Ein Zwickauer Fanbetreuer sagte, es habe im Publikum Proteste gegen die nazistischen Rufe gegeben. Die Polizei teilte mit, dass bereits gegen Unbekannt ermittelt wird.

Die Vereinsdistanzierung und das ominöse Kabinenvideo

Der Oberligaklub musste sich nun einmal mehr wegen des Fehlverhaltens seiner Fans erklären. «Die verbalen Entgleisungen faschistischer Gesinnung» habe der Verein «mit Entrüstung und Besorgnis zur Kenntnis genommen», teilte der FSV mit. Er versprach weiter, die «Brandstifter» zwecks Bestrafung ausfindig zu machen. Wie der Klub das bewerkstelligen will, hat er nicht erklärt.

Kommt hinzu, dass sich auch die Fussballer selbst an jenem Freitagabend nicht ganz korrekt verhalten haben sollen. Medienberichten zufolge gibt es ein Video, dass die Spieler nach dem Match in der Kabine beim Jubeln über den 3:0-Erfolg zeigt. Dabei soll die Mannschaft geschlossen «Sieg» gebrüllt haben. Ein Spieler habe ausserdem im Anschluss ein mit Gelächter kommentiertes «Heil» gerufen.

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