Geschwindigkeits-Assistent ISA - Zwingt die EU der Schweiz ihr automatisches Brems-System auf?
Publiziert

Geschwindigkeits-Assistent ISAZwingt die EU der Schweiz ihr automatisches Brems-System auf?

Die EU-Kommission diskutiert aktuell über eine technische Neuerung, die Autofahrer zum Einhalten des Tempolimits zwingt. Die Schweiz wird das System wohl übernehmen müssen.

von
Reto Heimann
1 / 4
Zu schnell Fahren soll künftig mit einem Bremssystem kontrolliert werden.

Zu schnell Fahren soll künftig mit einem Bremssystem kontrolliert werden.

20min/Celia Nogler
Der «Intelligent Speed Assistance» soll bei Geschwindigkeitsübertretungen den Widerstand aufs Gas erhöhen – oder die Motorenleistung drosseln.

Der «Intelligent Speed Assistance» soll bei Geschwindigkeitsübertretungen den Widerstand aufs Gas erhöhen – oder die Motorenleistung drosseln.

20min/Celia Nogler
Das System wird ab 2022 Pflicht, vermutlich auch in der Schweiz.

Das System wird ab 2022 Pflicht, vermutlich auch in der Schweiz.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Die EU möchte die Sicherheit auf den Strassen erhöhen.

  • Deshalb setzt sie sich für eine Technologie ein, die bei Geschwindigkeitsübertretungen das Tempo drosseln kann.

  • Die Schweiz wird die Regelung wohl übernehmen.

Zu schnell unterwegs und das Auto bremst selbständig ab? Die EU-Kommission diskutiert über ein System, das Autofahrer, die sich nicht ans Tempolimit halten, auf ihre Geschwindigkeitsübertretung aufmerksam macht. ISA nennt sich das System und steht für «Intelligent Speed Assistance» – zu Deutsch etwa: Intelligenter Geschwindigkeits-Assistent. Bis Anfang April soll ISA verabschiedet sein, wie der «Blick» berichtet.

Was bedeutet das konkret? Ab 2022 müssen neue Automodelle mit dem ISA-System aufgerüstet werden, ab 2024 müssen Neuwagen standardmässig damit ausgerüstet sein. Und: Stand heute wird die Schweiz die EU-Regelung übernehmen müssen.

Widerstand aufs Gas oder Warnlämpchen?

ISA arbeitet mit einer Kombination aus GPS- und Kamera-Technologie. Sobald das System merkt, dass ein Fahrer oder eine Fahrerin zu schnell unterwegs ist, ergreift es Massnahmen. Wie diese aussehen sollen, ist noch unklar und wird intensiv diskutiert.

Dem Europäischen Verkehrssicherheitsrat schwebt eine Lösung vor, bei der bei Geschwindigkeitsverletzungen der Widerstand aufs Gaspedal erhöht wird – oder grad gleich die Motorenleistung gedrosselt wird.

Den grossen Autoherstellern wäre es hingegen am liebsten, ISA würde sich mit einem Warnlämpchen zu Wort melden, das der Fahrer oder die Fahrerin selbständig abschalten können. Der Europäische Verkehrssicherheitsrat spricht von einer «dramatischen Aufweichung» der ISA. Denn noch immer gehöre Zu-Schnell-Fahren zu den drei Hauptursachen, weshalb Menschen bei Verkehrsunfällen sterben. Verkehrsexperten halten ISA darum für ähnlich wichtig wie die Gurtenpflicht.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

425 Kommentare