Soziale Angststörung: «Zwischen Fomo und Anxiety» – erste Schweizer Tiktok-Serie geht online

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Soziale Angststörung«Zwischen Fomo und Anxiety» – erste Schweizer Tiktok-Serie geht online

Mit dem Projekt «Stabil» wollen ZHDK-Studierende auf Angststörungen aufmerksam machen und Berührungsängste im Umgang mit psychischen Erkrankungen abbauen. 

von
Daniel Krähenbühl
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Die Serie «Stabil» begleitet Sam durch ihren Alltag – und zeigt, wie sie mit ihrer Angststörung umgeht.

Die Serie «Stabil» begleitet Sam durch ihren Alltag – und zeigt, wie sie mit ihrer Angststörung umgeht.

ZHDK/Cast
Drei Betroffene und eine psychologische Fachperson erzählen zudem, wie es sich anfühlt, an sozialer Angst zu leiden, wie man die Erkrankung erkennt und was eine Diagnose nützt.

Drei Betroffene und eine psychologische Fachperson erzählen zudem, wie es sich anfühlt, an sozialer Angst zu leiden, wie man die Erkrankung erkennt und was eine Diagnose nützt.

ZHDK/Cast
Die Betroffenen fühlen sich in ihrem Alltag eingeschränkt, scheinbar banale Situationen können sie nur unter grösster Anstrengung bewältigen.

Die Betroffenen fühlen sich in ihrem Alltag eingeschränkt, scheinbar banale Situationen können sie nur unter grösster Anstrengung bewältigen.

ZHDK/Cast

Darum gehts

  • ZHDK-Studierende lancieren am Donnerstag um 17 Uhr die erste Tiktok-Serie der Schweiz.

  • Darin geht es um Sam und darum, wie ihre Angststörungen sie im Alltag einschränken.

  • Die Studierenden wollen mit der Serie Berührungsängste im Umgang mit psychischen Erkrankungen abbauen.

«Du hast Angst davor, alleine zu sein. Aber noch viel mehr Angst davor dazuzugehören»: Sam ist Anfang 20 und hat eine soziale Angststörung. Ein erstes Date, eine Party, Smalltalk mit neuen Bekanntschaften: Für sie alles andere als selbstverständlich. Sam kriegt bei Menschen Panik. Ihre soziale Angststörung bestimmt ihren Alltag, nur schwer kann sie sich aus ihrer Umklammerung lösen. Sam beschreibt ihren Gemütszustand als ein «ständiges Wechselspiel zwischen Fomo und Anxiety».

Die Geschichte, die von Sam in der Tiktok-Serie «Stabil» erzählt wird, ist fiktiv – und doch spiegelt sie die Realität von Zehntausenden Menschen in der Schweiz wider. Angststörungen treten laut der Universität Zürich hierzulande besonders häufig auf: Rund 15 bis 20 Prozent aller Personen in der Schweiz sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Für Frauen ist dabei die Gefahr, an einer Angststörung zu erkranken, doppelt so gross wie für Männer.

Betroffene und Psychologin nehmen Stellung

Hinter «Stabil» stecken fünfzehn Studierende des Studiengangs «Cast / Audiovisual Media» an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). «Mit der Serie, die Doku und Fiktion kombiniert, wollen wir das Bewusstsein für Angststörungen erhöhen und Berührungsängste im Umgang mit psychischen Erkrankungen abbauen», sagt Regisseurin Jessica Baumgartner.

Über die nächsten zwei Wochen wechseln sich Episoden der Serie mit Snippets aus der Doku ab, in der Betroffene sowie eine Psychologin des Zentrums für Angst- und Depressionsbehandlung Zürich ihre Perspektive schildern. «Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich als Mensch nicht funktionieren», sagt etwa Jamila, eine der Betroffenen.

Enttabuisierung von Angststörungen

Die Protagonistin Sam sei eine der coolsten Figuren gewesen, die sie habe spielen dürfen, sagt die Schauspielerin Steffi Friis. Die Studierenden der ZHDK seien ganz offen an das Thema herangegangen. «Sam ist sehr emotional und zeigt das auch. Da ich selbst eine ausgeprägte Beziehung mit Angst pflege, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen.»

Dass Angststörungen und andere psychische Erkrankungen nunmehr ernsthaft wahrgenommen und Gespräche darüber nicht tabuisiert würden, sei sehr wichtig, sagt Friis. «Am schlimmsten ist es nämlich, sich einsam und damit allein gelassen zu fühlen.»

Das sagt Pro Juventute zur Serie

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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