Istanbul: Zwischen Gin Tonic und Tradition
Aktualisiert

IstanbulZwischen Gin Tonic und Tradition

Gegensätze gehören zu Istanbul wie der Ruf des Muezzins zum täglichen Morgengebet. Zwischen muslimischen Traditionen und hippem Lifestyle liegen in Istanbul nur wenige Schritte.

von
Isabelle Riederer
Am Abend eröffnen sich über den Dächern von Istanbul ganz neue Horizonte, wie im bekannten Szenelokal «360». (Bild: Visum)

Am Abend eröffnen sich über den Dächern von Istanbul ganz neue Horizonte, wie im bekannten Szenelokal «360». (Bild: Visum)

Gerade mal 466 Meter lang ist sie, die Galata-Brücke. Sie führt über das Goldene Horn und verbindet den alten Teil Istanbuls mit dem neuen. Die doppelstöckige Brücke ermöglicht eine Zeitreise zwischen dem antiken Konstantinopel und der modernen Metropole Istanbul. Die Galata-Brücke ist die am stärksten frequentierte Stelle der Stadt, ein Nadelöhr zwischen Basaren und Boutiquen, zwischen Palästen und Partys, zwischen Moscheen und moderner Kunst.

Einer der schönsten Paläste Istanbuls liegt unter der Stadt: die Yerebatan-Zisterne. Im einstigen Wasserspeicher aus der Zeit des Byzantinischen Reiches scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen.

Wenige Schritte von der Zisterne entfernt liegt die Sultan-Ahmed-Moschee – auch die Blaue Moschee genannt. Hier kann der erschöpfte Reisende eine entspannende Pause einlegen und das drückende Schuhwerk abstreifen. Gut zu Fuss zu sein, ist in der Millionenstadt ein Muss, denn die Stadt macht süchtig.

Besonders wenn die Sonne über dem Bosporus untergeht und die Szenerie in alle mög­lichen Rotschattierungen taucht, zieht Istanbul nicht nur die Besucher in seinen Bann. Auch die «sosyete», die Istanbuler High Society, ergötzt sich am Panorama – etwa in einer der legendären Openair-Discos ­direkt am Wasser oder im Stadtinneren über den Dächern Istanbuls. Ein Gin Tonic schmeckt einfach mindestens doppelt so gut, wenn man unter sich das faszinierende Lichtermeer einer Weltstadt sieht, vor sich Asien und dazwischen riesige Con­tainer­schiffe, die sich ihren Weg durch die Meerenge bahnen.

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