Designmesse Blickfang: Zwischen Retro und Star Wars - die Fashion-Trends von morgen
Aktualisiert

Designmesse BlickfangZwischen Retro und Star Wars - die Fashion-Trends von morgen

Was sind die Modetrends im Winter und kommenden Frühjahr? 20 Minuten Online forschte bei der Designmesse Blickfang nach und erfuhr dabei ganz nebenbei noch etwas über das Modebewusstsein der Schweizerinnen ...

von
Yolanda Di Mambro

Fashion-Trendsetter sind sich einig: Retro-Futurismus ist der aktuelle Trend der Winter- und Frühjahrskollektionen 2008/09. Mode aus den Twenties, Fifties und Eighties wird stilsicher mit futuristischen Trends kombiniert. Diese neue Stil-Kombination wurde auch an der Fashionshow-Premiere der Blickfang-Designmesse in Zürich gezeigt, die nicht nur an der Limmat, sondern auch in Stuttgart, Wien und Tokio jährlich stattfindet. Die Macher wenden sich dabei an ein modebewusstes Publikum, das fernab teurer Designer-Kollektionen oder billiger Mainstream-Anfertigungen originelle, tragbare und bezahlbare Kleidung sucht.

Winterchic à la Star Wars

Bei der Präsentation der Winterkollektion von Christina Krämer wurden die Zuschauer in eine neue Galaxie gebeamt: sexy, körperbetonte Wollkleider verhelfen der Strickmode zu neuer Eleganz. Die farbigen Strick-Boleros mit Kapuze kommen in Kombination mit schwarzen Stretch-Catsuits schön zur Geltung.

Christina Krämer ist Deutsche und war zehn Jahre lang als Designerin für verschiedene deutsche Firmen tätig. Seit drei Jahren arbeitet sie in Zürich. Krämer setzt auf ein Farbkonzept mit drei bis vier Farben pro Kollektion, um eine schöne Farbharmonie zu erzeugen. Für die aktuelle Winterkollektion fiel die Wahl auf Weiss, Grau, Rot und Bordeaux.

Neuinterpretation von Chanels kleinem Schwarzen

Ironische Selbstinszenierung und verspielte Details wie Schleifen, Polka Dots und Applikationen, die immer ein bisschen wie aus dem Comic wirken. Die neue Kollektion des in Frankfurt ansässigen Designer-Labels Goyagoya besticht durch Originalität und Witz und erinnert an die Kreationen des 1994 verstorbenen Franco Moschino, in internationalen Kreisen auch liebevoll «Hofnarr der Haute Couture» genannt.

«Meine Inspirationsquellen sind die Twenties und Filme von Almodóvar und Pasolini», erklärt die in Basel aufgewachsene Elena Zenero, Designerin von Goyagoya. Wie Coco Chanel setzt auch sie bei der Wahl des Materials auf Jersey: «In einem kleinen Schwarzen aus Viskose-Jersey sieht jede Frau gut aus. Sie kann sogar darin schlafen.» Goyagoya interpretiert das kleine Schwarze neu mit verspielten Applikationen wie Schleifen und bestickte Zierbänder.

Zenero ist von der Schweizer Kundschaft begeistert: «Schweizerinnen sind viel femininer und modebewusster als deutsche Frauen. Sie haben einen eigenen Stil und betonen ihre Weiblichkeit. Am ersten Messetag habe ich rund zwanzig Polka-Dots-Röcke verkauft – ein Hit! In Deutschland wäre das undenkbar.»

Herren-Designmode: Droht schon bald das Aus?

Die Basler Modedesignerin Claudia Güdel, die in New York bei Anna Sui und der Metropolitan Opera ein Praktikum absolvierte, setzt bei ihrer Herrenkollektion auf klare Formen ohne Schnörkel. Die Jacken aus wasserresistentem Material bieten praktische Innentaschen für die unentbehrlichen Gadgets der modernen Zeit. Silberne, kreativ eingesetzte Reissverschlüsse bilden ein interessantes Stilelement.

Die in Basel, Zürich und Wien vertretene Modedesignerin entwarf bis vor Kurzem ausschliesslich Herrenmode. «Im Oktober 2008 habe ich meine erste Damenkollektion präsentiert. Sie kommt bei Frauen gut an. Frauen, die auf Handtaschen verzichten wollen, sind mit meinen Jacken mit funktionellen Innentaschen gut bedient», erklärt Güdel.

Worin liegen die Unterschiede beim Design und Vertrieb der beiden Kollektionen? «Bei Männermode ist die Verarbeitung aufwendiger und der Spielraum kleiner. Hinzu kommt, dass Männer weniger kauffreudig sind als Frauen. Die Modebranche hat bereits die Konsequenzen gezogen: So wird beispielsweise in Modegeschäften und grossen Warenhäusern das Sortiment an Herren-Designmode reduziert oder ganz aufgelöst.»

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