Aktualisiert 11.11.2011 13:29

Magisches Datum

Zwischen Spielerei und Aberglaube

11.11.11: ein Datum, wie es selten vorkommt. Neuropsychologe Peter Brugger vom Unispital Zürich erforscht, warum solche Daten für so viele Menschen eine besondere Bedeutung haben.

von
Fee Riebeling
«Der Gebrauch der Gehirnhälften entscheidet darüber, ob wir abergläubisch sind oder nicht», sagt Peter Brugger.

«Der Gebrauch der Gehirnhälften entscheidet darüber, ob wir abergläubisch sind oder nicht», sagt Peter Brugger.

Herr Brugger, was macht das Datum so magisch?

Wir machen es ja erst zu einem magischen Datum. Schliesslich kommt eine Ziffernkonstellation wie diese nur sehr selten vor. Deswegen kann man sich ein solches Datum einerseits sofort und für immer merken. Andererseits: Wenn etwas aus der Masse heraussticht, dann tendieren wir dazu, es mit allerlei – meist positiven – Ideen zu verbinden.

Das klingt nach einem Kon­strukt, an das wir unsere Hoffnungen knüpfen.

Man muss zwischen Spielerei und Aberglaube unterscheiden. Manche finden das bloss witzig und wollen ihre Freude mit anderen teilen. Andere hingegen sehen in einem solchen Datum eine objektive Bedeutung, einen tieferen Sinn.

Gibt es dafür eine wissenschaftliche Erklärung?

Es gibt Hinweise darauf, dass die Gehirnhälften des Menschen unterschiedlich spezialisiert sind. Während die linke Gehirnhälfte für logische oder analytische Prozesse zuständig ist, verarbeitet die rechte eher die kreativen, intuitiven und bildlichen. Verschiedene Menschen nutzen die Gehirnhälften unterschiedlich stark. Manche gehen nüchtern und rational durchs Leben, andere sehen überall Symbolisches.

Ist Aberglaube schlimm?

Es kommt darauf an. Aberglaube beziehungsweise das Bedeutung-Sehen hat viele Gesichter. Wenn er verbohrt und dogmatisch wird, kann er auch gefährlich werden. Aber so harmlose Sachen wie am 11.11.11 zu heiraten finde ich charmant – und gratuliere herzlich.

Cheopspyramide nach Gerüchten über Rituale geschlossen

Nach Gerüchten über angeblich geplante Rituale haben die ägyptischen Behörden die Cheopspyramide in Gizeh für den Publikumsverkehr geschlossen.

Die Pyramide sei von Donnerstagabend bis Samstagmorgen wegen «notwendigen Wartungsarbeiten» geschlossen, teilte der Chef der ägyptischen Altertumsbehörde, Mustafa Amin, am Freitag mit.

Zuvor hatte es unbestätigte Berichte in örtlichen Medien gegeben, wonach unbekannte Gruppen planten, am 11.11.2011 um 11.11 Uhr in der Pyramide «jüdische -oder Freimaurerrituale» abzuhalten. Amin erklärte, die Gerüchte entbehrten jeglicher Grundlage. (sda)

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