Tchouga: Zwischen Spielfeld und RAV
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TchougaZwischen Spielfeld und RAV

Verletzt und erfolglos auf Jobsuche: Ex-Basel- und -Luzern-Star Jean-Michel Tchouga macht harte Zeiten durch – der SC Kriens unterstützt ihn nach Kräften.

von
Markus Fehlmann
Reichts für einen Einsatz gegen GC? Jean-Michel Tchouga. Foto: eqi

Reichts für einen Einsatz gegen GC? Jean-Michel Tchouga. Foto: eqi

Mit 27 Toren schoss er den FC Luzern 2005/06 zurück in die Super League und avancierte zum ­Publikumsliebling. Seit 2009 spielt Jean-Michel Tchouga (32) wieder in der Challenge League – zuerst in Wohlen, aktuell in Kriens.

Dort wird er allseits geschätzt, die glorreichen Zeiten aber sind vorbei. Weil Tchouga – nicht zuletzt aus Kostengründen – bei den Kriensern nur als Teilzeitprofi angestellt ist, bezieht er daneben Arbeits­losengeld. «Er ist bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum angemeldet», bestätigt SCK-Präsident Peter Glur Recherchen von 20 Minuten.

Doch der Einstieg ins Berufsleben abseits des Fussballs scheint für den Kameruner, der elfmal für seine Nationalmannschaft aufgeboten wurde, nicht einfach. Eine Stelle konnte bislang nicht gefunden werden. Der Innerschweizer Verein unterstützt Tchouga deshalb, wo es nur geht. «Wir helfen ihm bei Bewerbungsschreiben und fragen im Umfeld des Vereins, zum Beispiel bei Sponsoren, nach freien Stellen», so Glur.

Obwohl Tchouga zuletzt verletzt war und noch immer auf sein erstes Saisontor wartet, sei er als Teamplayer für die Mannschaft extrem wichtig im Kampf um den Verbleib in der Challenge League. Doch Glur stellt auch klar: «Wir können nicht Sozialamt spielen. Erfüllt ein Spieler das erforderliche Niveau nicht, können wir ihn uns auch nicht mehr leisten.»

20 Minuten besuchte Tchouga gestern Abend beim Training. Über die Arbeitssuche mochte er sich nicht äussern. Nachdem er diese Woche wieder mit der ersten Mannschaft trainiert hat, denkt er lieber an das Cup-Spiel vom Sonntag gegen GC. Tchouga: «Vielleicht reicht es für einen Einsatz.»

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