13.11.2018 20:01

Fernbus-AnbieterZwischen Zürich und Bern sollen mehr Busse fahren

Das erste Schweizer Fernbus-Netz wird umgebaut. Bern, Zürich und Basel werden häufiger angefahren. Die Bilanz ist allerdings durchzogen.

von
Stefan Ehrbar
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Seit Juni fahren Schweizer Fernbusse von Eurobus. Die Firma ist eine Vertriebskooperation mit Flixbus eingegangen. Nun wird das Netz umgebaut.

Seit Juni fahren Schweizer Fernbusse von Eurobus. Die Firma ist eine Vertriebskooperation mit Flixbus eingegangen. Nun wird das Netz umgebaut.

Keystone/Gaetan Bally
Zwischen Zürich und Bern sowie Zürich und Basel sollen künftig vier Busse pro Tag und Richtung fahren – doppelt so viele wie bisher.

Zwischen Zürich und Bern sowie Zürich und Basel sollen künftig vier Busse pro Tag und Richtung fahren – doppelt so viele wie bisher.

Eurobus
Zwischen Chur und Zürich sowie Martigny und Sion will Eurobus hingegen den Betrieb einstellen. Zudem soll nur noch einmal täglich ein Bus zwischen Lugano und Basel fahren.

Zwischen Chur und Zürich sowie Martigny und Sion will Eurobus hingegen den Betrieb einstellen. Zudem soll nur noch einmal täglich ein Bus zwischen Lugano und Basel fahren.

Keystone/Gaetan Bally

Die ersten Fernbusse innerhalb der Schweiz, die von Eurobus in Kooperation mit Flixbus betrieben werden, rollen seit fünf Monaten. Nun wird das Netz bereits umgebaut. So fahren die Busse in Zukunft nicht mehr zwischen Chur und Zürich und auch die Strecke Martigny–Sion wird eingestellt, wie Roger Müri, Leiter Fernbus bei Eurobus, bestätigt. Die bestehenden Linien sollen optimiert werden: «Dabei steht die Verkürzung der Fahrzeiten und die Erhöhung der Frequenz im Vordergrund.»

Wenig frequentierte Strecken und Haltestellen würden eingestellt, auf anderen sollen hingegen mehr Busse fahren. Insbesondere zwischen Bern und Zürich sowie Zürich und Basel sollen in Zukunft mehr Busse fahren. Statt wie bisher zweimal pro Tag sollen die Busse auf diesen Strecken künftig viermal täglich verkehren. «Damit erreichen wir attraktivere Verbindungen», sagt Müri. Zürich und Luzern sollen künftig direkt verbunden werden.

«Noch nicht da, wo wir sein wollen»

Nur noch einmal täglich, dafür mit weniger Halten, sollen die Fernbusse künftig zwischen Basel und Lugano fahren. «Wir gehen davon aus, dass wir diese Anpassungen noch dieses Jahr umsetzen können», erklärt Müri. Voraussetzung sei aber die Erlaubnis des Bundesamts für Verkehr (BAV). Keine Änderungen sind auf der Linie St. Gallen–Zürich–Genf Flughafen geplant.

Die Auslastung der Fernbusse sei bisher «noch nicht da, wo wir sie gern hätten». Eurobus ziehe dennoch eine positive Bilanz, denn die Linien seien operativ stabil und die Rückmeldungen gut. «Wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass es schwierig abzuschätzen sein wird, welche Strecken gut ankommen», sagt Müri.

Mit dem Nachtbus zum Flughafen

Dem ersten Schweizer Fernbus-Netz droht bereits Konkurrenz durch den österreichischen Busriesen Dr. Richard, der beim BAV eine Konzession für vier Strecken eingereicht hat. Dr. Richard will die Strecken Zürich Flughafen–Zürich–Bern, Zürich–Basel–Bern, Zürich–Luzern–Bern und Zürich–Flughafen Zürich–Sargans–Domat/Ems zwischen zwei- und siebenmal täglich bedienen. Die Firma setzt auch auf die Randstunden, wie ein Blick auf die Fahrpläne zeigt.

So soll etwa ein Bus um 2.30 Uhr ab Bern in Richtung Zürich Flughafen starten. So können die ersten Flüge in Zürich erreicht werden. Auch in Domat/Ems soll um 2.45 Uhr ein Bus in Richtung Zürich Flughafen starten und dort um 5 Uhr ankommen. Umgekehrt können Flugreisende auch noch kurz nach Mitternacht in Zürich in den Bus steigen und nach Hause fahren. Die Preise sollen je nach Strecke die Hälfte der Bahnpreise betragen. Ob Dr. Richard die Konzession erhält, hat das BAV noch nicht entschieden.

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