Aktualisiert 14.11.2011 11:27

Automatik ausgefallenZwischenfall im grössten AKW Europas

Im Atomkraftwerk von Saporischschja in der Ukraine hat sich am Samstag ein Störfall ereignet. Im grössten AKW des Kontinents war ein Reaktorblock ausgefallen.

In einem von sechs Reaktorblöcken sei die Automatik ausgefallen, berichteten ukrainische Medien am Montag unter Berufung auf die Atomaufsicht des Landes. Details wurden nicht bekannt.

Der betroffene Reaktor sei bereits am Sonntag wieder ans Netz gegangen. Erhöhte radioaktive Werte seien nicht gemessen worden. Saporischschja ist mit einer Nennleistung von 6000 Megawatt das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas. Es gilt aber als störanfällig.

Erhöhte Jod-Konzentration über Mitteleuropa

Unabhängig vom Vorfall in der Ukraine waren am Freitag in mehreren Teilen Europas Spuren von radioaktivem Jod gemessen worden. Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA teilte mit, es gehe um «sehr geringe Werte von Jod 131». Sie stellten keine Gefahr für die Gesundheit dar.

Die Jod-Konzentration stehe nicht in Zusammenhang mit dem Atomunglück im japanischen Fukushima im März. Derzeit werde die Herkunft des Jods untersucht. Die Jod-Konzentration sei in den vergangenen Tagen zunächst in Tschechien und danach auch an anderen Orten in Europa festgestellt worden, teilte die IAEA weiter mit.

Schweiz nicht betroffen

In der Schweiz seien keine Spuren von radioaktivem Jod gemessen worden, liess auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda das Bundesamt für Gesundheit verlauten. Auch in Frankreich und Spanien seien keine erhöhten Werte festgestellt worden. Betroffen seien Tschechien, Polen, Österreich und der Nordosten Deutschlands.

Die Chefin der tschechischen Atomsicherheitsbehörde sagte, die radioaktiven Teilchen stammten mit Sicherheit nicht von einem Atomkraftwerk. Möglicherweise seien sie bei der Herstellung radioaktiver Medizinprodukte entwichen, zu denen etwa Kontrastmittel zählten. Das Jod-Isotop 131 wird für Krebs-Erkrankungen verantwortlich gemacht und kann Lebensmittel wie Milch und Gemüse verseuchen. Es hat eine kurze Halbwertszeit von acht Tagen. (sda/dapd)

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