Zwölf Tote bei Feuersbrünsten in Griechenland
Aktualisiert

Zwölf Tote bei Feuersbrünsten in Griechenland

Von Sturmböen angefachte Waldbrände sind in Griechenland für zwölf Menschen zu tödlichen Fallen geworden.

Die Flammen loderten im von Hitze ausgedorrten Peloponnes am Freitag ausser Kontrolle und schlossen mehrere Ortschaften ein. Im 1.000 Einwohner zählenden Städtchen Areopolis auf der Halbinsel Mani im südlichen Peloponnes kamen nach Angaben der Feuerwehr-Einsatzleitung sechs Menschen ums Leben, im westlichen Peloponnes sechs weitere. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.

Fünf Personen wurden verbrannt bei einem Hotel am Rande von Areopolis im südlichen Peloponnes gefunden und ein Feuerwehrmann sei einem Herzinfarkt erlegen, hiess es. In der Nähe des Dorfes Komotheika im Westen verbrannten sechs Menschen bei der Flucht vor den Flammen in ihren Autos.

Wegen der Sturmböen konnten keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Neben Areopolis wurden mehrere Dörfer im südlichen Peloponnes wegen Busch- und Waldbränden evakuiert. Auch am Berg Taigetos im Nordwesten wurden drei Dörfer geräumt und der Notstand ausgerufen. Einwohner unterstützten mit ihren Gartenschläuchen die Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen. Drei Löschhubschrauber flogen bei jeder Gelegenheit Einsätze, die das Wetter zuliess. «Die Piloten machen enorme Anstrengungen», sagte Feuerwehrsprecher Nikos Diamandis. Löschflugzeuge konnten auch hier wegen starken Windes nicht eingesetzt werden.

Neue Brände brachen am Freitag im Urlaubergebiet Lagonissi bei Athen und in Elefsina aus, wo sich eine der grössten griechischen Ölraffinerien befindet. «Die Lage ist dramatisch», sagte Diamandis. Mehrere Brände erzwangen die Schliessung der Fernstrasse zwischen Kalamata und Sparta. Im westlichen Peloponnes waren mehrere Dörfer von Flammen eingeschlossen.

Insgesamt meldete die Feuerwehr den Ausbruch von 129 neuen Busch- und Waldbränden im von einer Hitzewelle ausgedörrten Griechenland. Die Feuerwehr konzentriere sich auf die Brände, die bewohnte Gebiete bedrohten. Bereits jetzt handelt es sich um einen der schlimmsten Sommer mit Waldbränden in Griechenland seit Jahren. Im Juni wurde der Grossraum Athen hart getroffen.

Die italienische Polizei verhörte am Freitag vier Schafhirten wegen eines tödlichen Feuers auf Sizilien. Auch in Süditalien war die Feuerwehr weiterhin im Einsatz, um Dutzende von Bränden zu bekämpfen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Am Mittwoch hatten die Flammen eines seit Tagen lodernden Feuers ein Hotel bei Patt nahe der Hafenstadt Messina erfasst. Drei Menschen kamen ums Leben. (dapd)

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