In Genfersee gefahren: Zwölfjähriger rettet seine Mutter vor dem Ertrinken
Aktualisiert

In Genfersee gefahrenZwölfjähriger rettet seine Mutter vor dem Ertrinken

Eine Frau (45) und ihr Sohn stürzen bei einem Unfall mit dem Auto in den Genfersee. Der 12-Jährige rettet seine Mutter aus dem eiskalten Wasser.

von
tab
1 / 2
Die Feuerwehr und zwei Polizei-Taucher mussten in der Nacht auf Sonntag ein Auto aus dem Genfersee bergen. Eine Frau war mit ihrem Sohn über den Steg gebrettert.

Die Feuerwehr und zwei Polizei-Taucher mussten in der Nacht auf Sonntag ein Auto aus dem Genfersee bergen. Eine Frau war mit ihrem Sohn über den Steg gebrettert.

Le Matin: Lionel Gallet/Garde-frontières Genève
Der Toyota ging schnell unter. Doch der 12-jährige Sohn konnte sich befreien und seine Mutter aus dem Auto retten.

Der Toyota ging schnell unter. Doch der 12-jährige Sohn konnte sich befreien und seine Mutter aus dem Auto retten.

Le Matin: Lionel Gallet/Garde-frontières Genève

Zwölf Jahre alt und schon ein Held: In der Nacht auf Sonntag um 22.30 Uhr dachte Rodolphe*, seine Mutter ertrinke vor seinen Augen. Die 45-jährige Frau war mit ihrem Toyota auf der Höhe des Corsier-Hafens in den Genfersee gefahren.

«Sie hat offenbar den Steg mit dem Schiff-Anlegeplatz verwechselt und ist plötzlich versunken», sagt Jean-Philippe Brandt, Sprecher der Genfer Kantonspolizei, zu «Le Matin». Laut der Zeitung war die Autofahrerin aus Anières GE betrunken, als sie über die Brücke bretterte.

Wie durch ein Wunder aus dem Auto befreit

Das Auto ging sofort unter und schwamm ungefähr 2 Meter unter der Oberfläche. Das Wasser war zu dem Zeitpunkt etwa 5 Grad kalt. Laut einem Experten des Rettungsdienstes überlebt ein Mensch bei dieser Temperatur nicht viel länger als zehn Minuten. Der junge Bub schaffte es trotzdem wie durch ein Wunder, sich aus dem Auto zu befreien und an die Oberfläche zu schwimmen. Wie dies genau möglich war, ist derzeit noch unklar. Der Unfallhergang wird untersucht.

Als Rodolphe jedoch erkannte, dass seine Mutter noch immer im Fahrzeug eingesperrt war, tauchte er umgehend wieder ab, um sie zu retten. Schliesslich kam ein Anwohner zu Hilfe, der die Schreie von Weitem gehört hatte. «Als er dort ankam, waren die beiden noch immer dabei, sich aus dem Wasser zu kämpfen», sagt Oberleutnant Jean-Pierre Zürcher von der Genfer Polizei.

«Unglaublich beeindruckt vom Mut dieses Jungen»

Der Zeuge alarmierte um Mitternacht den Notfalldienst, der die zwei Opfer an Ort und Stelle untersuchte und sie dann ins Universitätsspital Genf brachte. Mutter und Sohn waren ausser Lebensgefahr. Feldwebel Michel Bachar, Sprecher der Grenzwache, war mit seinen Kollegen an der Rettungsaktion beteiligt: «Ich bin unglaublich beeindruckt, wie mutig dieser Junge in dieser gefährlichen Situation und totalen Dunkelheit reagiert hat.»

Deine Meinung