Aktualisiert 21.05.2020 06:13

185 km/h Windstärke

Zyklon tötet in Indien und Bangladesh 80 Menschen

Der Wirbelsturm Amphan hat das Festland von Indien und Bangladesh erreicht. Drei Millionen Menschen sind in Notunterkünfte gebracht worden. Vielen fürchten sich aber davor, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren.

Darum gehts

  • Wirbelsturm Amphan wütet in Indien und Bangladesh.
  • Der Zyklon ist mit Windgeschwindigkeiten von 185 Stundenkilometern unterwegs.
  • In den beiden Ländern sind mindestens 80 Menschen durch Amphan gestorben.

Mehr als 80 Menschen sind in Indien und Bangladesch durch den verheerenden Wirbelsturm «Amphan» ums Leben gekommen. Allein im besonders betroffenen nordostindischen Bundesstaat Westbengalen gab es mindestens 72 Tote, sagte die zuständige Regierungschefin am Donnerstag. Die Katastrophe grösser als Corona und es brauche mehrere Tage, um das ganze Ausmass der Schäden abzuschätzen. Der Sturm war laut dem indischen meteorologischen Dienst einer der schlimmsten Stürme in der Region der vergangenen 20 Jahre.


Die Menschen starben etwa durch zusammenkrachende Häuser oder umstürzende Bäume, wie zuständige Behörden mitteilten. In weiten Teilen der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Kolkata in Westbengalen sei der Strom ausgefallen. Der Flughafen der Stadt war völlig überflutet, es gab umgestürzte Strommasten und umgekippte Autos, wie Fernsehbilder zeigten. Viele Menschen überlebten aber wohl, weil mehr als drei Millionen in Notunterkünfte gebracht worden waren, bevor Sturm «Amphan» am Mittwoch das Festland erreicht hatte.

Sturm zieht weiter nach Bhutan

Betroffen sind unter anderem die dicht besiedelte Stadt Kolkata im Nordosten Indiens mit ihren 15 Millionen Einwohnern und Küstenregionen mit vielen schlecht gebauten Hütten. Im Tagesverlauf am Donnerstag wurden der indischen Meteorologiebehörde und dem Katastrophenschutz zufolge weitere heftige Regenfälle, Gewitter und Sturmböen erwartet. Der Sturm sollte weiter über Bangladesh ziehen und sich später Richtung Norden nach Bhutan bewegen.

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Einer der schlimmsten Stürme der vergangenen 20 Jahre: Zyklon Amphan trifft in Indien auf Land. (20. Mai 2020)

Einer der schlimmsten Stürme der vergangenen 20 Jahre: Zyklon Amphan trifft in Indien auf Land. (20. Mai 2020)

KEYSTONE
Über drei Millionen Menschen sind in Notunterkünfte gebracht worden.

Über drei Millionen Menschen sind in Notunterkünfte gebracht worden.

KEYSTONE/Bikas Das
Zyklon Amphan fegt mit 185 km/h über Indien und Bangladesh.

Zyklon Amphan fegt mit 185 km/h über Indien und Bangladesh.

KEYSTONE

Die Corona-Pandemie macht die grosse Evakuierung noch schwieriger als sonst. Um Abstand zu gewährleisten, stellten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Notunterkünfte zur Verfügung als sonst bei solchen Stürmen. Es würden etwa leerstehende Schulen genutzt. Doch mehr Gebäude zu finden, sei schwierig gewesen, da einige Notunterkünfte zurzeit als Quarantäne-Gebäude oder temporäre Unterkünfte für gestrandete Wanderarbeiter dienten. Pankay Anand von der Hilfsorganisation Oxfam sagte, dass einige Leute Angst hätten, sich in den Unterkünften mit dem Coronavirus zu infizieren. Teils würden Masken oder Desinfektionsmittel verteilt.

Im Kampf gegen das Coronavirus

Indien und Bangladesh kämpfen mit immer mehr Corona-Infektionen, in beiden Ländern gilt eine Ausgangssperre. In Indien haben sich nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität inzwischen mehr als 112’000 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, mehr als 3400 starben infolge der Lungenkrankheit Covid-19. In Bangladesh gibt es demnach über 26’700 bestätigte Infektionen und über 380 Todesfälle.

Wirbelstürme kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Bei einem grossen Zyklon im Jahr 1999 starben rund 10’000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da es inzwischen mehr gute Notunterkünfte und Evakuierungspläne gibt.

(SDA)
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