Stress

20. August 2018 11:00; Akt: 20.08.2018 10:04 Print

Jeder 3. Schüler hat Burnout-Symptome

Die zunehmende Überforderung von Kindern hat schwerwiegende Folgen. Experten schlagen Alarm.

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Das neue Schuljahr beginnt. Und damit für viele Schüler der Druck. «Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Stress», sagt Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz gegenüber der «SonntagsZeitung». Das zeigen auch Zahlen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bern und Zürich. 2007 gab es in Zürich 49 Notfälle, 2017 waren es bereits 649. Jeweils vor Aufnahmeprüfungen steigen die Fallzahlen deutlich an.

Die zunehmende Überforderung vieler Kinder stellt man auch bei Pro Juventute fest. 30 Prozent der Jugendlichen, die sich letztes Jahr beim Sorgentelefon meldeten, suchten wegen «schwerwiegenden persönlichen Problemen» Hilfe. Die jüngsten sind gerade mal zehn Jahre alt. Die Schulverantwortlichen fühlen sich dafür meist nicht zuständig.

«Fatale Folgen»

Kinderarzt Remo Largo kritisiert die aktuelle Entwicklung stark: «Man kann Kinder nicht über ihr Begabungspotenzial hinaus fördern, sondern sie höchstens ihr Potenzial realisieren lassen. Eltern und Schule wollen aber mehr.» Die Schüler würden mit Druck, Prüfungen und Noten regelrecht drangsaliert. «Es war zwar schon früher schlimm und hat jetzt noch zugenommen», sagt Largo.

Thomas Mattig von der Gesundheitsförderung Schweiz fürchtet, dass wenn sich nichts ändert, die Zahl gestressten Schüler noch zunehmen wird. «Wir müssen jetzt Gegensteuer geben», sagt Mattig. «Sonst sind die Folgen für die Gesellschaft fatal.»

(eme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gregor am 20.08.2018 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wie konnte das passieren?

    Wir sind halt einfach ein krankes Volk. Immer perfekt gestylt, immer erreichbar, immer alles haben müssen und immer schön mainstreamen; ahja und natürlich immer online. Ich muss lachen.

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  • Joe am 20.08.2018 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Krankes System!

    Mein neun jähriger startet heute in die vierte Klasse. Rucksack vollgepackt und dazu 6 Arbeitsblätter an Hausaufgaben die bitte bis morgen fertig sein sollen...Öhm die LP hat ein Knall.. Und Sohn in der zweiten sek hat nächste Woche schon den ersten Mathe Test. Also irgendwie wundert mich nichts mehr. Besser werden die Kinder dadurch aber nicht! Und meine Kinder haben keine Smartphones etc. 13 Jahre in der zweiten sek und übernächste Woche zur berufsmesse in die Stadt und er soll dann bitte mal wissen was er werden will. Hallo???!!!! Schule Schweiz ein krankes System!

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  • Florian ABCD am 20.08.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitgemäss

    Unser leben wurde sehr viel viellfältiger. Dazu verändert sich alles immer schneller. Das man mit den permanenten Neuerung klarkommt, wird als Selbstverständlichkeit erwartet. Wer nicht mithalten kann gilt als unbrauchbar. Das ist ein sehr grosser Unterschied zu vor 50Jahren. Wenn man diese Zeit und Energie als Leistung anerkennen und einberechnen würde, sähe würden die Leistungskurve explodieren. Dauerstress so nicht verwunderlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A. W. am 04.09.2018 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Es sinkt für Sie im Elternhaus das Bildungsniveau

    Allerdings ist bei vielen Kindern Bildungsniveau dermassen unterirdisch, die Disziplin von Elternhaus auf wenig bis gar nicht vorhanden, dass ich sagen muss, dass dieser Druck zumindest zu einem Teil klar selbst verschuldet ist!

  • Regula B am 04.09.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Zeit zum Spielen

    Mit dem Lehrplan 21 haben jetzt die 1.Klässler bei uns drei Nachmittage Schule, sind also von 7.45 bis 16.00 in der Schule!!! Da bleibt keine Zeit mehr für Sport, Musik, draussen Rumtollen und Spielen! Und das mit 7 Jahren!!! Ist das wirklich das was wir uns für unsere Kinder wünschen?

  • dä jean am 21.08.2018 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das System produziert Kranke

    Unsere Oberstufenschüler haben bis zu 4x die Woche Frühstund d.h 7:10 Schulbeginn. Ixh frage mich welche Schildbürger auf so Ideen kommen. Mit den Teenies kann man um diese Zeit nix anfangen. Das hat nichts mit Handykonsum zu tun sondern mit dem Lebensabschnitt das sie gerade durchleben. Das sollte all den intelligenten und gstudierten wohl bekannt sein, ansonsten sitzen sie auf dem falschen Stuhl im falschen Job.

  • Herr P. am 21.08.2018 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Vielleicht mal das Handy nach 22.00 Uhr abschalten, anstatt bis 3.00 Uhr in der früh rumzusurfen.

  • Schulzeit 1996-2015 am 21.08.2018 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Lea

    Ist schon traurig aber leider wahr damals wusste ich nicht mal was Burnout ist aber klar da hatten wir nicht diese smartphones und und und.. ich hatte eine sehr schöne und stressfreie schulzeit!