Schräges Design

12. August 2018 16:24; Akt: 12.08.2018 16:41 Print

Darum sehen autonome Autos so komisch aus

von R. Knecht - Viele Autobauer stellen in letzter Zeit ihre selbstfahrenden Prototypen vor. Aber warum sehen die alle so seltsam aus?

So sehen die autonomen Prototypen der Autobauer aus. (Video: 20M)
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Elektrische und selbstfahrende Autos sind zwar im Trend, so richtig trendy sehen die meisten davon aber nicht aus. Die Kästen mit ihren geschwungenen Linien und verglasten Wänden wirken oft eher wie ein überdimensionales Spielzeug als ein Auto. Im Video oben sehen Sie Beispiele für besonders auffällige Designs.

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Der Schweizer Autoexperte Frank M. Rinderknecht, CEO von Rinspeed, findet die Designs teils nicht sehr gelungen. Der Grund für das oft lächerliche Aussehen von E-Autos sei, dass bei diesen Fahrzeugen Ingenieure am Werk seien, die den Menschen und dessen Emotionen vergässen. «Sie sind sich nicht bewusst, wie wichtig der erste optische Eindruck für das Image eines Autos ist», sagt Rinderknecht zu 20 Minuten.

«Der BMW sieht so ulkig aus»

Der Experte nennt ein Beispiel: «Wenn ich hinter einem BMW i3 fahre, kriege ich Schweissausbrüche, weil der so ulkig aussieht.» Beim E-Auto von BMW seien es die schmalen Reifen, die einfach nicht zum Bild eines coolen Autos passen.


Dieses Auto findet Rinderknecht «ulkig». (Quelle: BMW)

Der Grund für die niedrige Breite der Reifen ist, dass sich so der Reibungswiderstand am Boden reduzieren lässt. Das wiederum erhöht die Reichweite des Fahrzeugs. Aus Sicht eines Ingenieurs mag das sinnvoll sein, viele Konsumenten bevorzugen laut Rinderknecht aber breite Reifen.

Tesla machts richtig

Der Fokus auf den Konsumenten sei genau das, was den US-Autobauer Tesla so beliebt mache. «Das ist wie bei Schweizer Uhren – eine Rolex kauft man auch nicht wegen der Leistung, sondern weil sie ein Schmuckstück ist», so Rinderknecht. Für CEO Elon Musk stehen laut Rinderknecht die Menschen im Fokus, bei vielen anderen Autobauern gehen sie vergessen. Und was die Reifenbreite angeht, hat Tesla prompt beschlossen, bei den neuen Modellen auf breitere Pneus und etwas weniger Reichweite zu setzen.

Von einem ist Rinderknecht zudem überzeugt: Wie gut oder komisch die Autos aussehen, sei keine Geldfrage. «Schlechtes Design kostet genau gleich viel wie gutes», so der Experte.

Futurismus funktioniert nicht

Entwickeln manche Autobauer extra schräge Designs, um futuristisch zu wirken? Denkbar wäre es, aber Rinderknecht findet nicht, dass das funktioniert. Es gebe ein gewisses Design-Spektrum, das als Mainstream gilt. Alles, was zu stark davon abweicht, werde von der Mehrheit abgelehnt. «Wer sonst schon für ein teureres Fahrzeug zahlt, will sich nicht für das auffällige Aussehen rechtfertigen müssen», so Rinderknecht.

In Sachen Design gilt ein Leitspruch: «Form follows function». Das zeigt sich etwa bei ergonomischen Fragen: Soll ein Passagier in einem Bus stehen können, muss das Fahrzeug zwangsläufig höher sein. Je mehr der Verwendungszweck eines selbstfahrenden Autos von dem eines herkömmlichen Fahrzeugs abweicht, desto stärker dürften sich auch deren Designs unterscheiden.

Ebenfalls auffallend ist, dass auf Prototypen von autonomen Autos oft noch viel von der Sensorik sichtbar ist, weil sie aussen angebracht ist. Bei marktreifen Fahrzeugen dürften diese Geräte aber keinen Einfluss mehr auf das Aussehen haben. Wie der Rest der Technik sollen sie schliesslich unter der Haube landen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kuhmagd am 11.08.2018 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz klar...

    Was die 'autonomen' Mini-Busse und der e-BMW und Tesla in diesem Bericht zu tun haben, weiss man nicht so recht. Etwas Fruchtsalat... Äpfel und Birnen vergleichen...

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  • Limbargonih am 11.08.2018 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gilt für die meisten Autos

    Diese Frage lässt sich auf alle Alltagsautos ausweiten: Fast alle finden Sportautos schön. Da fragt man sich, warum es Autos gibt wie den Fiat Panda oder den VW Up oder Ford Fiesta usw. Die könnten alle aussehen wie ein Maserati oder so - die Produktion würde genau gleichviel kosten: Ob der Roboter das Blech so oder anders formt - es kostet gleichviel. Selbst das allerbilligste Auto könnte man formen wie einen Lamborghini. Klar, der Motor leistet nicht mehr, aber auch das Aussehen ist schon mal 70%. Beispiel: Renault Alpine (Preis ist zwar künstlich höher).

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  • renato am 11.08.2018 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    form ergibt sich aus nutzung

    autonome autos werden vermutlich in erster linie funktional sein müssen wie zb ein bus. das design wird sich demzufolge vor allem an der praktischen seite orientieren müssen. insbesondere wenn noch das auto-teilen überhand nimmt. klar braucht es daneben noch die individualisierten luxuriösen varianten für die fans

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 20.08.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Auffallen ist die Devise

    Das muss anscheinend sein, damit diese Testwagen sich von den normalen Autos abgrenzen. So ist für die Bevölkerung sofort klar, dass hier ein Testwagen unterwegs ist. Einen anderen Grund sehe ich nicht ein.

  • Marcel Webmüller am 19.08.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Konkurrenz

    Das ist sehr einfach erklärt, viele Autohersteller sind mit dem alt herkömmlichen Ottomotor gross geworden und die Technik ist güntiger herzustellen und sie besitzen ein grosses Knowhow. Dies ist für die Hersteller eine Cash Cow Situation in der Sie Geld schaufeln können. Während die Elektroautos eine komplete Änderung in der Produktion und nicht die selbe Gewinnmarge abgibt!! Tesla ist anders da, das Elektroauto ihr enziges Produkt ist und keine Konkurenz zu anderen Produkten beim Hersteller darstellt.

  • Walter Portmann am 16.08.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich totaler Mist

    Weil die von Computer-Nerds gezeichnet werden, das kann ja nie was werden !!!

  • Carlos am 14.08.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Jemand fühlt sich bedroht...

    Ich behaupte immernoch, dass Öl-Multis Millionenzahlungen an Autoproduzententen tätigen um die Designs zu beeinflussen um es dem Normalkäufer eher unschmackhaft zu machen vom Verbrenner auf den Elektro zu wechseln.

    • Lukas am 14.08.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Nö das geht einfacher

      Die Ölmultis kaufen sich die Fertigungsbetriebe für E-Mobile, Akkus und Elektronikzubehör. Die mischen bereits überall mit aber nicht unter offensichtlichen Namen sondern über Treuhänder und örtliche Niederlassungen die nicht arabisch klingen. Die Chinesen tun dasselbe. Denen gehört bereits mehr als wir denken. Auch sie halten sich getarnt.

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  • Bürger am 14.08.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auto wird kein Besitz mehr

    Sollten Autonome Fahrzeuge kommen, wäre Busfahren und die SBB Geschichte und viele werden diese Fzge nicht mehr kaufen sondern Jahres Abos lösen für 1000 Fr / Jahr, das einzige was man noch Fährt im Sommer sind die Oldtimer, da wird sich die Automobilindustrie in den Abgrund reiten