Arktis-Forscher zum Angriff

12. August 2018 10:00; Akt: 09.08.2018 14:47 Print

«Kommt ein Eisbär zu nahe, muss ich schiessen»

Biologe Maarten Loonen hatte mehrere Begegnungen mit Eisbären. Er äussert sich zum Eisbär-Angriff und erklärt, dass diese den Menschen als Beute sehen.

Der Eisbär-Angriff ist ein Thema auf Spitzbergen. (Video: 20 Minuten/D. Krähenbühl)
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Der Fall sorgte bei Tierschützern weltweit für Empörung: Ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffs MS Bremen wurde am Samstag auf Spitzbergen von einem Eisbären angegriffen und schwer verletzt. Seine Kollegen erschossen das Tier daraufhin.

«Kommt ein Eisbär zu nahe, muss ich schiessen»

Die Bärenattacke ereignete sich etwas nördlich von der niederländischen Arktisstation, auf der derzeit unser Reporter Daniel Krähenbühl weilt. Er hat Biologe Dr. Marteen Loonen zum Vorfall befragt.

Biologe hat Verständnis für die Crew

Im Video verteidigt er das Vorgehen der Crew des Kreuzfahrtschiffes: «Er hatte den Eisbären wohl einfach nicht gesehen, bevor er an Land ging. Eisbären sind sehr, sehr gefährlich.» Es gebe nur zwei Tierarten, die den Menschen als Beute anschauen würden, nämlich den Tiger und den Eisbären.

Diese würden sich zunehmend an die Menschen gewöhnen: «Wir sehen Eisbären sicher zweimal Woche. Sie kommen, um Eier zu essen.» Wenn man ins Feld gehe, müsse man auf der Hut sein. «Wir haben eine Signalpistole, aber auch ein Gewehr.»

Komme ein Eisbär näher als 30 Meter, müsse man schiessen: «Es gibt keine andere Möglichkeit. Für eine Betäubung bleibt zu wenig Zeit.» Er habe zweimal die Signalpistole benützen, aber zum Glück noch nie scharf schiessen müssen. Bei der Begegnung mit dem Bären hätten seine Beine stark gezittert. «Ich fragte mich, ob ich mich überhaupt auf den Beinen halten kann.» Sehe man einen Eisbären, begebe man sich am besten möglichst schnell ins Innere eines Hauses.

(eme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Regina am 12.08.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eisbären

    Wenn das so ist, haben wir im Eis Bärenland als Tourist nichts zu suchen!! Als vermeintliche Krönung der Schöpfung, sollten wir uns auch entsprechend respektvoll anderen Lebewesen gegenüber verhalten.

  • Obeligs am 12.08.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Eisbären Killer

    Dann bleibt von Spitzbergen. Diese Inseln gehört dein Eisbären.

  • Sandra L. am 12.08.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention statt Ausrede

    Ich war selbst mehrere Male in Spitzbergen, und das Argument, dass man ein Eisbär nicht sehen würde, ist schlichtweg nicht gültig. Es gibt keine Bäume auf Spitzbergen und zudem ist die Landschaft trotz hügeliger Ausprägungen sehr übersichtlich (vor allem in Küstennähe). Es stellt sich die Frage, ob genug Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden (Einsatz einer Signalpistole, etc.), was ich stark bezweifle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brunner the Hunter am 13.08.2018 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Der Eisbär...

    Der Eisbär ist kein Kuschel- sondern ein ausgesprochen gefährliches Raubtier. Er frisst so gut wie jedes Lebewesen dessen er habhaft werden kann. Sogar Artgenossen inklusive seiner eigenen Brut. Bei einer Begegnung heisst es er oder ich. Als unbewaffneter Mensch hat man da keine Chance. Nur mit einer geeigneten Schusswaffe, die man auch noch entsprechend beherrschen muss. Und ja, ich habe als Mensch das Recht, Spitzbergen zu betreten und auch das Recht, mich gegen ein angreifendes Raubtier zu verteidigen. Dumme Romantik vom edlen mäjestäischen Wesen.

    • claretta am 13.08.2018 00:50 Report Diesen Beitrag melden

      frechheit

      wo bleibt das recht der tiere? wir können und dürfen nicht alles erobern, einnehmen und zerstören... hören sie auf mit ihrem stolzen getue!

    einklappen einklappen
  • Pit am 12.08.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bündner

    Tja kommt mir irgend wann mal ein Wolf zu nahe muss ich dann auch schiessen! Problem gelöst!

  • Edy Ast am 12.08.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    riesige Busse, kein Mitleid für Touristen

    Kreuzfahrtschiffe haben dort schlicht nichts zu suchen. Die Region gehoert der Natur. Die verletzte Person sollte zudem noch mit einer fünfstelligen Busse belegt werden.

    • Ackermann, Bodo am 16.08.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      ich möchte mal Ihre Antwort sehen, wenn Sie an einem Badestrand von einem Hai angefallen werden. Dem gehört das Meer. Würden Sie sich "opfern"?

    einklappen einklappen
  • Sandra L. am 12.08.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention statt Ausrede

    Ich war selbst mehrere Male in Spitzbergen, und das Argument, dass man ein Eisbär nicht sehen würde, ist schlichtweg nicht gültig. Es gibt keine Bäume auf Spitzbergen und zudem ist die Landschaft trotz hügeliger Ausprägungen sehr übersichtlich (vor allem in Küstennähe). Es stellt sich die Frage, ob genug Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden (Einsatz einer Signalpistole, etc.), was ich stark bezweifle.

  • Regina am 12.08.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eisbären

    Wenn das so ist, haben wir im Eis Bärenland als Tourist nichts zu suchen!! Als vermeintliche Krönung der Schöpfung, sollten wir uns auch entsprechend respektvoll anderen Lebewesen gegenüber verhalten.