«Switzerländers»

06. Juli 2019 12:26; Akt: 08.07.2019 14:51 Print

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt

Im April 2020 kommt «Switzerländers» auf die grosse Leinwand. Michael Steiner (49) führt Regie und arbeitet bereits tatkräftig am grössten Filmprojekt der Schweiz.

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Du willst mit uns den Kinofilm «Switzerländers» erschaffen? Dann nimm dein Handy oder eine Kamera in die Hand und teile deine ganz persönliche Sicht auf unser Land, dein Leben, deine Abenteuer, deine Gefühle und Gedanken in einem oder mehreren Videos mit uns. Michael Steiner (49) führt die Regie des grössten Filmprojekts der Schweiz. «Eigentlich habe ich keine Erwartungen. Mich interessiert, was spätere Generationen über den Film denken. Er soll langfristig ein Erfolg werden», sagte Michael Steiner im Live-Talk von 20 Minuten. Valentina Tamborini will mit neuen Weinen das Tessin noch attraktiver machen. Die Winzertochter ist ehrgeizig und innovativ und dabei fest in ihrer Heimat verwurzelt. Kein Instrument klingt so sehr nach der Schweiz wie das Alphorn. Heinz Tschiemer (36) baut die traditionellen Blasinstrumente von Hand. Lynn Valance ist durch und durch Stadtkind. Für die 28-Jährige ist Zürich ein wunderschönes Multikulti-Sammelbecken. Das Lauterbrunnental gilt als Schweizer Mekka für Basejumper. Auch Flavio ist seit seiner Jugend dem Fliegen verfallen. Die 15-jährige Mai Buchs spielt leidenschaftlich gern Rugby. Oft muss sie sich mit Vorurteilen auseinandersetzen. Skater, Musiker, Moderator, Hemdendesigner: Yari Copt ist ein Allroundtalent, das das Leben als sportliche Herausforderung angeht. Sylvia Michel hat sich einen Hund gekauft, um rauszukommen. Seitdem erkunden die beiden gemeinsam die Schweiz und erfreuen damit 230'000 Menschen weltweit. Peter Mangold liebt das Binntal, besonders am Herzen liegt ihm die vom Aussterben bedrohte Sprache Pomatter-Titsch. Patrick Millot kennt jeden Winkel des Genfer Hinterlands. Der freiwillige Feuerwehrmann liebt Spaziergänge und lässt sich immer wieder von der Schönheit der Landschaft begeistern.

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Wieso startet man überhaupt ein solches Projekt?

Weil es erstmals technisch möglich ist, dass eine Bevölkerung sich selbst porträtieren kann. Das wäre vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher, dass es alle fünf bis zehn Jahre nun ein solches Festhalten der Jetztzeit geben wird, um zukünftigen Generationen einen ehrlichen Blick auf unsere Zeit zu geben.

Wie kann man mitmachen?

Einfach sein gefilmtes Video auf der Website hochladen. Man kann bis zu 30 GB uploaden, sprich: auch mehrere Videos sind möglich. Es muss auch nicht zwingend gesprochen werden. Wenn man allerdings andere Personen in den Aufnahmen zeigt, muss man das Einverständnis jener Personen einholen, damit wir das Material überhaupt verwenden können.


Den Live-Talk mit Michael Steiner kannst du dir hier nochmals anschauen.

Wie sieht das rechtlich aus, wenn Drittpersonen in den Aufnahmen zu sehen sind?

Grundsätzlich kann jeder, der nicht im Film sein will, sich darüber beschweren. Wer die Aufnahmen einreicht, muss die gefilmten Personen deshalb um Erlaubnis fragen. Bei grossen Menschenmassen filmt man am besten von hinten, damit man niemanden erkennen kann.

Was wünschst du dir für Videos?

Ich mag Videos, in denen gar nicht erst gesprochen wird. Landschaften oder Situationen aus dem alltäglichen Leben beispielsweise. Jegliche Aufnahmen, die die schöne Natur unserer Schweiz zeigen, sind optimal. Eigentlich ganz simpel und so nah am Leben wie nur möglich

Wie müssen die Videos daherkommen?

Für mich ganz wichtig: Filmt im Querformat! Hochformat kann ich praktisch nicht in den Film integrieren, weil die Clips sonst nicht auf die Leinwand passen. Ausser natürlich, wenn alle ihren Fernseher um 90 Grad kippen oder anders aufhängen würden. Wenn ihr beispielsweise eine Kirche komplett im Bild haben wollt, steht einfach 20 Meter weiter weg, dann habt ihr sie vollständig auf der Aufnahme.


Creative Director Michael Steiner erklärt dir im Video, worum es bei «Switzerländers» geht.

Welche Tipps kannst du für die Teilnahme bei «Switzerländers» geben?

Inhaltlich ist alles spannend! Die Aufnahmen können ein Krimi sein oder einfach den Alltag im Büro zeigen. Man soll sich die Zeit nehmen und sich überlegen, wie man etwas darstellen möchte. Wenn du keine Erfahrung mit Filmen hast, sollst du nicht etwas inszenieren, sondern einfach beobachten. Das Material musst du selber nicht schneiden, deshalb spielt es keine Rolle, wie viel Clips du einreichst. Blöd ist für uns nur, wenn das Material verwackelt ist, man sich zu hastig bewegt und entsprechend nervös wirkt. Je kontrollierter die Aufnahmen sind, desto grösser sind die Chancen, im Film vorzukommen.

In den bisherigen Videos sieht man immer nur positive Menschen, die voller Power sind. Aber es gibt auch die andere Seite – wie wird deren Sicht dann gezeigt?

So, wie sich diese Menschen eben darstellen. Ich werde keinen Werbefilm für die Schweiz machen, sondern möchte das Land so zeigen, wie es ist. Dazu gehören natürlich auch Geschichten über Unglück, Krankheit und Tod. Gerade ältere Menschen sollten darin vertreten sein. Wenn jemand vielleicht in 20 Jahren den Film anschaut und aus dem Fenster blickt, wird er sich fragen, warum unsere Autos damals noch nicht flogen.

Hat man mit 90 Jahren auch die Chance dabei zu sein, obwohl man selbst nicht gut filmen kann?

Personen aus dieser Alterskategorie schlage ich vor, dass sie sich Hilfe von ihren Enkeln oder Neffen holen. Ich kenne die Situation nur allzu gut von meinen Eltern. Sie sind technisch auch nicht immer up to date. Wir wollen dennoch, dass alle Generationen vertreten sind.

Sind auch alle Sprachregionen vertreten?

Ich finde es sehr wichtig, dass alle Landesteile und alle Sprachen vertreten sind. Alle müssen unbedingt mitmachen!

Hier erklärt dir Michi Steiner kurz, wie du deinen «Switzerländers»-Beitrag filmst, damit er die besten Chancen auf einen Platz im Kinofilm hat.

Wie wirst du die Sprachbarriere bewältigen?

Ich gehe davon aus, dass alle in der Schule Französisch und Italienisch gelernt haben. Zumindest eine der beiden Sprachen. Und weil wir alle wissen, dass wir nicht aufgepasst haben in der Schule, wird es Untertitel geben.

Sind auch in der Schweiz wohnhafte Ausländer gefragt?

Es geht um die ganze Schweiz und deren Vielfalt. Egal, welchen Hintergrund sie mitbringen. Gerade ein Blick in ein Asylheim oder an die Landesgrenze würde ich sehr interessant finden. Wir sind ein Land mit einem grossen Ausländeranteil, deshalb ist es mir wichtig, dass alles zusammengehört.

Sollten die eingereichten Videos in letzter Zeit entstanden sein oder kann auch älteres Videomaterial verwendet werden?

Es ist schon wichtig, dass das Material jetzt entstanden ist. Weil sich alles so schnell verändert und der 21. Juni als eigentlicher Drehtag vorausgesetzt wird.

Welche Erwartungen hast du an den Film?

Eigentlich habe ich keine Erwartungen. Ich will mich überraschen lassen, was die Leute einschicken. Mich interessiert, was spätere Generationen über den Film denken. Er soll langfristig ein Erfolg und nicht ein Kassenschlager im Kino werden.

Wer sein Video noch nicht eingereicht hat, kann dies noch bis zum 12. Juli tun. Alle Informationen zum Projekt findest du auf www.switzerlanders.20min.ch

«Switzerländers» ist ein Kulturprojekt der Tamedia.

(20 Minuten)