SRG-Wahlbarometer

05. September 2019 16:24; Akt: 08.09.2019 09:16 Print

Der grüne Höhenflug reisst nicht ab

Die Grünen dürften bei den kommenden Wahlen ein historisches Resultat erzielen. Dies zeigt das SRG-Wahlbarometer.

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Weniger als zwei Monate vor den nationalen Wahlen 2019 steigert sich die Grüne Partei gemäss dem SRG-Wahlbarometer erneut. Sie steht gemäss aktueller Wahlabsicht bei einem Wähleranteil von 10,6 Prozent. Dies entspricht einem Plus von 3,4 Prozentpunkten.

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Das ist der beste Wert aller Wahlbarometerbefragungen dieser Legislatur und es wäre das beste Wahlresultat, das die Grünen je in der Schweiz erzielt haben. Den bisherigen Bestwert erreichte die Partei bei den Wahlen 2007 mit 9,6 Prozent.

Im Windschatten der Grünen gewinnen auch die Grünliberalen an Fahrt. Sie liegen derzeit bei 6,9 Prozent. Damit übertreffen sie den eigenen Bestwert von 5,4 Prozent (2011) noch etwas deutlicher als die Grünen den ihren. Grüne Die beiden Parteien des grünen Spektrums, die in vielen Fragen unterschiedlich positioniert sind, erreichen zusammen gemäss aktueller Einschätzung einen Wähleranteil von 17,5 Prozent. Auch wenn sich diese nicht in einen Topf werfen lassen, ist es dennoch bemerkenswert, dass sie zusammen mehr Wählende auf sich vereinen als die FDP, die ihren Wähleranteil von 16,7 Prozent gemäss Umfrage halten kann.

CVP bald nur noch fünftgrösste Partei?

Gelingt den Grünen ein derart grosser Sprung nach vorne, dann spricht einiges für einen Wechsel in der Rangfolge der wählerstärksten Parteien. Die CVP weist aktuell ein Minus von 1,4 Prozentpunkten aus. Mit einem Wähleranteil von 10,2 Prozent würde sie zwar die symbolisch wichtige Zehn-Prozent-Hürde schaffen und wäre dennoch hinter den Grünen platziert.

Allerdings beziehen sich die hier abgebildeten Wähleranteile natürlich nur auf den Nationalrat. Mit ihren starken regionalen Hochburgen bleibt die CVP in der zweiten Kammer, dem Ständerat, auch nach den Wahlen voraussichtlich eine Macht, während die Grünen dort weiterhin nur eine marginale Rolle spielen dürften.

SVP stabilisiert Rückgang

Das vorliegende Wahlbarometer ist das vierte in den vergangen zwölf Monaten und das erste, bei dem die Wählerverluste der SVP im Vergleich zu 2015 nicht weiter zugenommen haben. Mit einem Minus von aktuell 2,6 Punkten würde sie einen Wähleranteil von 26,8 Prozent erreichen. Dieser Wert ist vergleichbar mit ihren Ergebnissen von 2003 und 2011. Nur bei den Wahlen von 2007 und 2015 war sie noch besser.

Die SVP befindet sich gegenwärtig nicht in Bestform. Trotz erwarteter Verluste bleibt die Partei die mit Abstand stärkste Kraft und verliert gegenwärtig weniger als ein Zehntel ihrer Wählerschaft.

BDP büsst viele Wähler ein

Anders sind da die Verhältnisse bei der BDP. Sie verliert zwar «nur» 1,5 Prozentpunkte. Diese Zahl entspricht jedoch mehr als einem Drittel ihrer Wählerschaft. Der Negativtrend hat sich letzthin verstärkt. Womöglich hat das schlechte Abschneiden der Mittepartei in den kantonalen Wahlen im Frühjahr das Vertrauen in deren Zukunftsfähigkeit bei einem Teil der Wählenden in Frage gestellt.

Insgesamt zeigt das Wahlbarometer zwei Parteien (GP, GLP) mit einem positiven Trend, der sich weiter verstärkt. Bei zwei Parteien (CVP, BDP) wird der Negativtrend stärker. Dazu kommen zwei Parteien (SP, FDP), die seitwärts tendieren und zugleich als vergleichsweise volatil erscheinen. Die SVP schliesslich hat sich im Minus stabilisiert.

Links gewinnt

Auch im neusten SRG Wahlbarometer zeigt sich insgesamt eine Verlagerung der Kräfteverhältnisse nach links. Weil die Grünen deutlich gewinnen und sich die Sozialdemokraten dennoch auf 18,7 Prozent halten können, legt das rotgrüne Lager aktuell 3,3 Punkte zu. SVP und FDP, die beiden Parteien rechts der Mitte, verlieren demgegenüber 2,3 Punkte.

Eine solche Verschiebung der Kräfteverhältnisse um wenige Prozentpunkte wäre in Parlamentswahlen im europäischen Umland Ausdruck von Stabilität. In der Schweiz kommen sie einem deutlichen Linksrutsch gleich.

Mitte sortiert sich neu

Die Mitte sortiert sich neu. Neben der BDP und der CVP, die deutlich verlieren, liegt auch die EVP leicht im Minus. In der Summe verlieren diese drei Parteien 3,2 Prozentpunkte. In der Mitte können einzig die Grünliberalen positive Umfragewerte ( 2,3) vorweisen.

Dies zeigt, dass die Erosion der politischen Mitte im Schweizer Parteienspektrum, die sich im Jahr der «neuen Mitte» 2011 kurzzeitig ins Gegenteil verkehrte, offenbar weitergeht. Dazu passt, dass sich die gegenwärtig einzige Mittepartei im Trend, die GLP, an sich gar nicht als Mittepartei versteht, sondern sich am progressiv-liberalen Pol positioniert.

(kat/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • engeland am 05.09.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hand aufs Herz

    Wie kann ein Mensch, der bei vollem Verstand ist, so etwas wählen?!

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  • Denkpause am 05.09.2019 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün wählen ...

    ... aber nicht grün leben. Kenne solche Leute zu Hauf. Grün wählen ist halt Mode und kann das Gewissen beruhigen.

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  • Aufmerksamer Bürger am 07.09.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Und in ein paar Jahren kommt die

    Ernüchterung. Höhere Gebühren für jedes und alles, höhere Treibstoff und Heizölkosten, höhere Reisekosten, Strompreise durch die Decke, Einschränkungen und Verbote überall. Und das Fazit: ausser, dass alles teurer wurde, hat sich nichts geändert. Die grünen Seifenblasen sind zerplatzt, der Schaden ist angerichtet und weil sich alle an den höheren Einnahmen labten und nicht mehr darauf verzichten wollen, zahlen wir weiter in schwarze Löcher. Die Verantwortlichen werden abgewählt und bekommen ihre exorbitante Rente auf Lebzeiten. Wehret den Anfängen und wählt ja nicht Grün.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RM am 17.09.2019 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün,nein danke

    Alles nur nicht grün!!

  • non non non am 14.09.2019 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Oh, nei

    Zu viel PR..... Leider das macht unglaubwürdig... zu künstlich... zu unecht...

  • Socrates am 12.09.2019 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die grünrote Paradigmen

    In der Schweiz gibt es Parteien, die den Sozialparasitismus betreiben.

    • Xeno72 am 12.09.2019 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Socrates

      Absolut, etwa die Volchspartei, die von einer Hofschranze der Öldealer geführt wird.

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  • Frau am 12.09.2019 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Grüne nein danke jede Monat denken Sie sich etwas Neues aus was sie uns verbieten können. Bin 65 und möchte mein Leben geniessen ohne verboten Tausendmal nein. Die Grünen sollen grün bleiben aber bitte nicht Wasser predigen und Wein trinken ( mit Flugzeug in die Ferien ect.)

  • alright am 11.09.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    komplett unwählbar

    Die Grünen wollen Europa wie wir es kennen - sauber, sicher, erfolgreich - komplett vernichten und werden in Massen gewählt. Genau wie seit tausenden von Jahren. Dekadente Hochkulturen vernichten sich jeweils selber.