Funiciello und Silberschmidt

20. Oktober 2019 21:33; Akt: 21.10.2019 00:58 Print

Diese Jungpolitiker schaffen es nach Bern

Für die Wahlen in dieses Jahr kandidierten auch viele Jungpolitiker. Darunter Tamara Funiciello und Andri Silberschmidt.

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Neben gestandenen Politikern ziehen in der nächsten Legislatur junge Parlamentarier ins Bundeshaus ein. Andri Silberschmidt (25), Noch-Präsident der Jungfreisinnigen erreichte Bekanntheit, indem er sich etwa gegen das E-Voting und für eine Reform der Altersreform einsetzte. Für Silberschmidt sei seine Wahl eine Sensation: «Ich habe mir das nicht in den schönsten Träumen erhoffen können.» Auch wenn es für seine Partei kein guter Tag war, ist er überzeugt, dass die Freisinnigen das Beste aus der Situation herausgeholt hätten. Tamara Funiciello, 29, machte als Nachfolgerin von Fabian Molina dem lauten Stil der Jungsozialisten alle Ehre: Sie lancierte in den Medien regelmässig Kontroversen, etwa, indem sie erklärte, der «079»-Song von Lo&Leduc sei sexistisch. Die 29-Jährige möchte den älteren Semestern im Nationalrat Dampf machen, und zwar so, wie sie das schon immer gemacht habe: «Es ändert sich nichts an meinen Zielen. Ich werde mich ab Tag eins für Frauenrecht, Senkung der Arbeitszeit und Altersvorsorge einsetzen.» Ebenfalls eine Überraschung gab es im Kanton Zürich. Dort schaffte Meret Schneider für die Grünen den Einzug in den Nationalrat. Sie ist der Kopf hinter der «Massentierhaltungsinitiative», die kürzlich eingereicht worden ist. Bei den Jungen Grünen konnte in St. Gallen eine weitere Frau überzeugen: Franziska Ryser (28). Sie will sich stark machen für Klima-Abgaben auf fossile Brennstoffe, die Ehe für alle oder mehr Nachtzüge. Bei den bisherigen Jungpolitikern konnte die Baslerin Samira Marti (25, SP) überzeugen. Auch Mike Egger (27, SVP) wurde wiedergewählt. Kurios: In Neuenburg wurde der 41-jährige Fabien Fivaz gewählt – der Biologe ist laut Homepage der Partei immer noch bei den Jungen Grünen aufgeführt.

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Neben gestandenen Politikern ziehen in der nächsten Legislatur junge Parlamentarier ins Bundeshaus ein. Die zwei prominentesten Köpfe sind Andri Silberschmidt (25), Noch-Präsident der Jungfreisinnigen, und Tamara Funiciello, Ex-Präsidentin der Juso (29).

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Silberschmidt erreichte Bekanntheit, indem er sich etwa gegen das E-Voting und für eine Reform der Altersreform einsetzte. Der 25-jährige arbeitet bei der Zürcher Kantonalbank, hat aber auch ein eigenes Unternehmen gegründet: Die Kaisin AG, die sogenannte Sushi-Burritos verkauft. Auch die Förderung von Startups gehört zu seinem Politprogramm.

«Eine Sensation»

Für Silberschmidt ist seine Wahl eine Sensation: «Ich habe mir das nicht in den schönsten Träumen erhoffen können. Ich bin allen Unterstützern sehr dankbar.» Auch wenn es für seine Partei kein guter Tag war, ist er überzeugt, dass die Freisinnigen das Beste aus der Situation herausgeholt hätten: «Wir konnten die Schäden begrenzen. Und jetzt haben wir in den nächsten vier Jahren die Chance, uns zu profilieren, zu zeigen, wo wir stehen.» Er ist überzeugt, dass es sich nur um ein Zwischentief handle.

Seinen älteren Nationalratskollegen möchte er so gegenübertreten, wie er sei: «Offen, ehrlich, direkt und fortschrittlich. Und natürlich mit Überzeugungskraft und Kompetenz.» Dass das funktioniere, habe er bereits im Stadtparlament Zürich erfahren, wo er auch schon Mehrheiten habe bilden können.

Eine laute Jungsozialistin

Funiciello ihrerseits machte als Nachfolgerin von Fabian Molina dem lauten Stil der Jungsozialisten alle Ehre: Sie lancierte in den Medien regelmässig Kontroversen, etwa, indem sie erklärte, der «079»-Song von Lo&Leduc sei sexistisch.

Sie setzte sich zudem für die 99-Prozent-Initiative der Juso ein, prangerte Geschlechterungerechtigkeiten allgemein an und forderte geschützte Frauenräume in Clubs ab 300 Gästen. Mit ihrem Auftritt zog sie auch Hass im Netz auf sich, gegen den sie auch rechtlich vorging. Ihr Sieg ging auf Kosten von Parteikollege Corrado Pardini (SP).

Funiciello sagt, sie sei überwältigt von ihrer Wahl: «Ich habe das nicht mehr erwartet nach dem heutigen Wahltag. Dieser hatte eine Sonnen- und eine Schattenseite.» Die SP habe in Bern zwei Sitze und damit auch zwei Politiker verloren, die sehr gute Arbeit geleistet hätten. «Das ist sehr schade.» Auf der anderen Seite freue sie sich natürlich über ihre Wahl.

«An meinen Zielen ändert die Wahl nichts»

Die 29-Jährige möchte den älteren Semestern im Nationalrat Dampf machen, und zwar so, wie sie das schon immer gemacht habe: «Es ändert sich nichts an meinen Zielen. Ich werde mich ab Tag eins für Frauenrechte, die Senkung der Arbeitszeit und die Altersvorsorge einsetzen. Davon lasse ich mich keine Sekunde abbringen.»

Einsatz für Tiere und Klima

Ebenfalls eine Überraschung gab es im Kanton Zürich. Dort schaffte Meret Schneider (28) für die Grünen den Einzug in den Nationalrat. Sie ist der Kopf hinter der «Massentierhaltungsinitiative», die kürzlich eingereicht worden ist. Diese verlangt, dass die Bauern Tiere nur noch nach Bio-Standards halten. Bisher war Schneider Kantonsrätin und Gemeinderätin der Grünen in Uster. Mit ihrem Verein Sentience Politics setzt sich sie sich auch für Grundrechte für Primaten ein.

Bei den Jungen Grünen konnte in St. Gallen eine weitere Frau überzeugen: Franziska Ryser (28). Sie will sich stark machen für Klima-Abgaben auf fossile Brennstoffe, die Ehe für alle oder mehr Nachtzüge. Ryser hat an der ETH in Zürich Maschineningenieurwissenschaften studiert.

Wiedergewählte

Bei den bisherigen Jungpolitikern konnten die Baslerin Samira Marti (25, SP) und Mike Egger (27, SVP) überzeugen. Die Wahl verpasst haben etwa die Präsidentin der Jungen CVP, Sarah Bünter (26) oder JSVP-Frau Camille Lothe. Kurios: In Neuenburg wurde der 41-jährige Fabien Fivaz gewählt – der Biologe ist laut Homepage der Partei immer noch bei den Jungen Grünen aufgeführt.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Basilgarrad am 20.10.2019 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
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  • Tell's Lady am 20.10.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrückte

    Viele Amerikaner haben Trump gewählt und viele Schweizer die Frau Funiciello. Es gibt halt in vielen Ländern genügend Verrückte.

    einklappen einklappen
  • Darko am 20.10.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohjee!

    Funiciello! Echt jetzt? Zum Glück habe ich keinen Schweizer Pass. Würde ihn jetzt abgeben. Funiciello die gegen alles ist was für die Schweiz spricht. Kann die Frau nicht ernst nehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • SVP -Man am 21.10.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur realistische Themen

    Fuiciello und Silberschmidt die beiden könnten uns noch viel Gesprächsstoff liefern, weil sie zu verrückte Ideen haben (zBsp. Rentenalter Erhöhung, mehr Rentenabgaben, etc.)

  • Adrian am 21.10.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, Frau Franziska Ryser

    ...will mehr Nachtzüge. Sie hat aber schon auch mitbekommen, dass es mind. die nächsten 3-5 Jahre zuwenig Lokführer hat?!

  • Pitpit am 21.10.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politiker

    Ich sagst ja, wer nichts wird, wird Politiker. Tamara ist der beste Beweis dafür

  • ..... . am 21.10.2019 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Michi am 21.10.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird einem übel

    Die Meret sieht aber nicht besonders gesund aus. Tamara die Selbstdarstellerin welche nur labbert und labbert. Ich will ich will . Auswandern wäre das Beste

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