Kantonsschule Wettingen

09. September 2019 10:30; Akt: 09.09.2019 12:25 Print

Glarner setzt 1000 Fr. Kopfgeld auf Teenager aus

Aargauer Gymischüler sollen ein SVP-Plakat verunstaltet haben. Auf Facebook postete Glarner ein Bild der «Plakat-Zerstörer».

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Eine Gruppe von Jugendlichen wurde dabei fotografiert, wie sie sich an einem Plakat der SVP zu schaffen machte. Zwei junge Frauen hantieren darauf mit einem Blatt und einem Leimstift, zwei Jungs stehen um sie herum. Abgespielt hat sich die Szene direkt neben der Kantonsschule Wettingen.

Das Foto hat der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner am Samstag auf Facebook veröffentlicht, ohne die Gesichter unkenntlich zu machen und ohne zu wissen, ob das Plakat effektiv beschädigt worden war. Dazu schrieb er: «Die Plakat-Zerstörer am Werk bei der Kanti Wettingen – wer kennt diese Personen? Zweckdienliche Hinweise bitte an mich. Für die Ergreifung der Täter setze ich eine Belohnung von CHF 1000.- aus.»

«Glarner schiesst über das Ziel hinaus»

Am Sonntagnachmittag war das Plakat ganz verschwunden, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Kritik an der Aktion übt die Wettinger SP-Nationalrätin Yvonne Feri: «Auch meine Plakate wurden schon heruntergerissen oder übermalt. Das ist ärgerlich. Mit seinem Pranger schiesst Glarner aber weit über das Ziel hinaus.»

Die Gymischüler zu outen, sei unverhältnismässig. «Für solche Fälle kann er zur Polizei gehen.» Glarner habe offenbar nichts aus dem Fall der Lehrerin gelernt, deren Handynummer er im Netz veröffentlicht hatte (siehe Box).

Glarner löschte Post wieder

Zu 20 Minuten sagt Glarner, dass er ein Zeichen gegen den Vandalismus an Plakaten habe setzen wollen: «Jeder SVP-Kandidat, der Plakate aufhängt, ist davon betroffen.» Leider habe er bislang keine Hinweise bekommen.

Glarner hat den Post inzwischen wieder gelöscht. «Angeblich wollten die Schüler nur Hausaufgaben erledigen und das Plakat als Unterlage benutzen. Das glaube ich jedoch nicht. Es ist immer das Gleiche: Erst manipuliert man ein Plakat, dann redet man sich raus.» Da er aber keine Gymischüler zu Unrecht beschuldigen möchte, habe er den Post entfernt. Der Rektor der Kanti Wettingen war für 20 Minuten am Sonntag nicht zu erreichen.

Im März hatte bereits die Baselbieter SVP Jagd auf Plakat-Vandalen gemacht und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Partei veröffentlichte allerdings gepixelte Bilder. Sie begründete den Aufruf gegenüber SRF damit, dass die Polizei nicht genügend Ressourcen habe, um auf Plakat-Vandalen zu fokussieren.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McLovin am 09.09.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Verbieten

    Am besten das Plakatieren verbieten. Man bekommt die Sachen ja auch noch per Post. Wozu muss ich diese Gesichter auf der Strasse noch sehen??

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  • Peter Impel am 09.09.2019 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlplakate abschaffen vielleicht

    Ich bin gegen die gesamte Zerstörung dieser Wahlplakate und Tafeln wie auf Bildern zu sehen ist, aber sind wir mal ehrlich die verunstalten das gesamte Landschaftsbild und jeder von uns hat doch mal ein Schnäutzli oder so draufgemalt bei jeder Partei also halb so wild! Vielleicht sollte man die Extra-Wahlplakate abschaffen und nur noch auf offizielle Werbefläche zugreifen, dann sind alle Probleme gelöst und Greta its happy über die gesparten Resourcen

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  • auch einer am 09.09.2019 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    die einen dürfen, die andern nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 09.09.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Jammeri Partei

    SVP, die Jammeri Partei. Selber millionen von Spendergelder von irgend welchen Firmen einsacken, aber dann blöd tun weil ein paar Plakate beschädigt werden. Wenn man sich anschaut wie sehr sie der Schweiz schon geschadet haben (wirtschaftlich und ansehen), dann können sie froh sein wenn sie nur mit ein paar Plakaten davon kommen!

  • Lisa am 09.09.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egentlich....

    sollte es Glarner nicht um "sein" Plakat gehen, sondern um die unsägliche Zerstörungswut und Gleichgültigkeit die überall herrscht. Alles wird besprayt, alles wird beklebt, es wird auf den Boden gerotzt. Öffentliche Anlagen verkommen zu Müllhalden, darüber sollte sich Glarner eher ärgern. Aber ich weiss, das verunstalten eines Plakates gehört da eben auch dazu...

  • Urs am 09.09.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss wer

    Ich finde Plakate eine Geldverschwendung,jeder weiss jetzt schon für welche Partei er wählen wird,ich wähle wie immer die SVP ,und ein SP Herrn Rechsteiner,

  • Wähler am 09.09.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Werbe- und Plakatverbot

    Die Bürger müssen selber schauen wen sie wählen. Auf gogle schauen den Lebenslauf und ohne fremde Einwirkung einen Entscheid fällen. Das wäre eine faire Wahl.

  • Cristal P. am 09.09.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    aufdecken und bestrafen

    Ich finde, man sollte jede Art von Zerstörung sanktionieren: Fremdes Eigentum (Plakate zerstören, Autos zerkratzen, Hauswände verschmieren, Kravalle in Stadien, Verwüsten im ÖV...). Alles zeugt von schlechtem Charakter und Wut und gehört aufgedeckt bestraft.