Wahlkampf

10. Oktober 2019 09:18; Akt: 11.10.2019 10:11 Print

Youtube sperrt SVP-Video wegen «Hassreden»

Das neue Wahlkampfvideo der SVP Zürich bezeichnet Eritreer als «Scheinflüchtlinge». Youtube verbannte es nun von der Plattform.

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«Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die Youtube-Richtlinien zu Hassreden verstösst», steht in weisser Schrift da, wo eigentlich ein Wahlkampfvideo der SVP des Kantons Zürich zu sehen sein sollte. Anfang Woche sperrte die Plattform ein Video, in dem sich die SVP für den Aufnahmestopp eritreischer Flüchtlinge ausspricht.

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Darin führt die SVP Zürich Straftaten auf, die Eritreer in der Schweiz begangen haben sollen. Belegt wird das Ganze durch Medienberichte und Polizeimeldungen. Auch Auswertungen des Bundesamts für Statistik (BFS) sind darin zu finden. Der Hauptkritikpunkt der SVP: «Die Linken und Netten lassen immer noch mehr Scheinasylanten ins Land. Verhindern Ausschaffung.» Deshalb würden nun Milliardenkosten für Sozialhilfe auf die Gemeinden zukommen und eine «massive Steuererhöhung» nach sich ziehen. Daran will die Partei etwas ändern und macht sich deshalb für einen Aufnahmestopp eritreischer «Scheinflüchtlinge» stark.

«Fällt das nicht unter das Rassismusgesetz?»

Die Absicht der SVP sorgte bereits auf Facebook für einen regelrechten Shitstorm. «Wieso werden solche extremen Inhalte nicht verboten?» und «Fällt das nicht unter das Rassismusgesetz?» sind nur einige der über 300 Kommentare. Viele drücken darin ihr Unverständnis über das Video aus.

Bei der SVP Zürich versteht man den Rummel um den Wahlkampfspot nicht: «Alle unsere Aussagen basieren auf Artikeln oder Statistiken des Bundes», sagt Präsident Patrick Walder auf Anfrage von 20 Minuten. Auch das Entfernen des Videos auf Youtube kann der Parteipräsident nicht nachvollziehen.Was dabei als Hassrede interpretiert worden sein könnte, sei ihm schleierhaft. «Wir erachten das als Zensur und Einschnitt in unsere Meinungsäusserungsfreiheit», so Walder. Die SVP Zürich habe bereits bei Youtube Beschwerde eingereicht.

Youtube verweist an die Richtlinien

Wie ein Sprecher der Videoplattform auf Anfrage sagt, kann Youtube zu Einzelfällen keine Stellung nehmen. Stattdessen verweist er an die Richtlinien. Diese seien im Fall von Hassrede klar geregelt. «Wir entfernen Inhalte, die unter anderem in Bezug auf die folgenden Merkmale zu Gewalt oder Hass gegen Einzelpersonen oder Gruppen aufrufen: ethnische Herkunft, Rasse, Einwanderungsstatus, Religion.» Auch Alter oder Geschlechtsidentität werden in der Aufzählung genannt. Die gesamte Auflistung finden Sie hier.

Ab wann etwas als «Hassrede» gilt, sehen Sie unten im Video. (Anmerkung der Redaktion: Video ist auf Englisch)


(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luzerner am 10.10.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Die Wahrheit wird leider nicht gern gehört !

  • Realist am 10.10.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht hinschauen?

    Begreife nicht warum immer und immer wieder Tatsachen und Fakten unter den Tisch gewischt werden. Ich bin überzeugt, wenn's das eigene Portemonnaie wäre würde mancher Bürger besser hinschauen!

    einklappen einklappen
  • Negan am 10.10.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit ja

    Aber viele vergessen, dass Youtube/Google immer noch Hausrecht auf ihrer Plattform haben. Noch heute könnten Sie mein Video löschen, selbst wenn es zu 100% communityfreundlich ist und ich habe keine rechtliche Handhabe. Soll die SVP ihr Video eben direkt auf der Homepage einbinden oder Alternativen nutzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Toga am 11.10.2019 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, das mit der Warheit....

    ...ist eben halt so eine Sache. Den Einen gefällt sie, den Anderen eben nicht. So eine Wahrheit darf doch nicht sein. Sonst würde alles, an was ich geglaubt hab zusammenbrechen.

  • Markus mit Verstand am 11.10.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lernen sich zu benehmen !!

    Wenn der Tag kommt wo sich die SVP wieder, wie einer der Schweiz würdigen Partei benimmt, muss auch Goggle wie die vielen vernünftigen und anständigen echten Schweizer die SVP nicht mehr beschneiden. Ich meine das Boot mit SVPlern ist voll, jetzt kommen die Wahlen und damit auch die Abrechnung; minus 3-4 % wird der Schweiz gut tun !!

  • Wörni am 11.10.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die SVP bringt es auf den Punkt

    Es ist interessant, wie viele Politiker die Wahrheit nicht mehr ertragen können. Habe persönliche Erfahrungen mit einem Mann aus Eritrea erlebt. Es traf genau zu wie die SVP schreibt. Das sind keine echten Flüchtlinge, sondern kommen in unser Land und wollen profitieren.

  • Resi am 11.10.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viele Politiker sind ein Witz

    redet mal mit Polizisten wieviel Einheimische Delikte ausüben, und wieviele davon Ausländer. der Einheimische macht 5% bis 10% aus. das sind Tatsachen und hat nicht's mir Rassismus zu tun, nur eigenes alle auch die für man dann Dings Fest macht kommen mit der Schiene und die Politiker reden alles schön.

  • M. Edien am 11.10.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderheiten

    Toll, aber von Islamisten durchgeführte Enthauptungen geht ok. Bravo, weiter so. Dann kommt's sicher gut