Lernhilfe

15. Juni 2010 12:53; Akt: 15.06.2010 13:32 Print

«Ohne Ritalin hätte ich keinen Schulabschluss»

von Patrick Holenstein, Students.ch - Für viele Studenten gehören leistungssteigernde Medikamente zum Alltag. Ohne diese würde ein Vielfaches durch die Prüfungen rasseln.

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Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass viele Studierende zu chemischen Hilfsmitteln greifen, um sich auf Prüfungen besser vorbereiten zu können. Dies belegen mehrere Studien. Die Wirkstoffe, zu denen am häufigsten gegriffen wird, stammen aus der Neurologie oder Psychiatrie. Oft fällt der Name Ritalin.

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Haben Sie schon einmal Ritalin als Doping konsumiert?
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Insgesamt 1993 Teilnehmer

Und unter Studienkollegen wird der Konsum von Ritalin oft unverhohlen zugegeben: «Ohne Ritalin hätte ich keinen Schulabschluss», schreibt ein anonymer User in einem Forum. Der Konsum von leistungssteigernden Präparaten ist längst keine vorübergehende Modeerscheinung mehr, sondern gehört für viele Studenten zum Uni-Alltag.

Massiv steigender Absatz

Ritalin zählt zu den Amphetamin-Derivaten und wirkt stimulierend auf den Menschen. Gedacht ist es zur Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In den letzten Jahren hat der Absatz von Ritalin massiv zugenommen. Deutet das auf zunehmende Zweckentfremdung hin? «Nicht unbedingt», erklärt Dr. Andreas Horvath, Psychiater und Mitglied bei der Schweizerischen Fachgesellschaft für ADHS (SFG-ADHS)und fügt hinzu: «Die Steigerung hängt damit zusammen, dass die Diagnose zu Recht immer häufiger gestellt wird. Zudem ist Ritalin nicht mehr so umstritten wie früher.» Dennoch können bei der Einnahme des Medikaments zahlreiche Nebenwirkungen auftreten.

Nebenwirkungen sind massiv

Horvath erklärt, dass die Nebenwirkungen sehr unterschiedlich sein können. Diese beginnen bei Unwohlsein und können über Nervosität bis zu Herzrasen gehen und in Extremfällen sogar schwerwiegende psychische Symptome wie Paranoia auslösen. Besondere gefährlich ist die Kombination mit Lifestyle-Drogen oder Alkohol. Dann lässt sich die Wirkung nicht vorhersagen. «Absolut niemals sollte man Ritalin und Kokain mischen, das kann zum Kreislaufkollaps führen», betont Horvath. Studien besagen ausserdem, dass Ritalin bei Menschen, die nicht an ADHS erkrankt sind, nur eine sehr schwache Wirkung hat. Horvath betätigt das: «Es ist bisher nicht ausreichend erforscht, welche Wirkung Ritalin bei gesunden Menschen hat. Allerdings dürften die Konsumenten sich wacher fühlen, was mit einer Steigerung der Konzentration gleichgesetzt wird.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ellie am 03.03.2011 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mediale Hexenjagd

    Diese moderne Hexenjagd gegen das Medikament Ritalin ist einfach nur daneben. Dem Missbrauch ist ein Riegel zu schieben, das ist klar - nicht umsonst fällt das Zeug unter das Betäubungsmittelgesetz! Aber das Medikament zu verteufeln ist schlicht und ergreifend falsch! Nicht nur Menschen mit ADHS, auch Narkoleptikern ermöglicht Ritalin ein normales Leben als Teil der Gesellschaft. Bitte um eine etwas differenziertere Berichterstattung!

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  • soley am 02.03.2011 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kontrolle durch Apotheken sind streng!

    Ich habe erst als Erwachsene herausgefunden, dass ich ADS habe, durch die Diagnose eines Psychiaters. Obwohl ich verschiedene Psychologen und Psychiater besuchte, währen der langen Zeit davor als Kind und Jugendliche, in der ich nichts gebacken kriegte. Seit ich Ritalin bekomme, kriege ich mein Leben auf die Reihe und kenne auch keine Nebenwirkungen. Kein Arzt gibt doch einfach ein Rezept für x Packungen Ritalin und lässt den Patienten dann weiter wurschteln, sondern betreuut ihn in regelmässigen Sitzungen! Ausserdem sind die Regeln für den Bezug bei den Apotheken sehr streng.

  • iStevie am 28.06.2010 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe selber ADHS,

    studiere und nehme Ritalin. Ich war früher immer extrem nervös, habe herumgezappelt, konnte mich nie auf die Schule konzentrieren und war chaotisch. Dank Ritalin kriege ich alles auf die Reihe, was "normale" ohne können. Ritalin ist keine Intelligenzpille. Sie hilft den ADSH'lern "normal" zu sein und ihr Potenzial auszuschöpfen. Ich habe Kollegen, die ihr Ritalin einfacher bekommen als ich! Die haben aber kein ADHS. Der Effekt bei denen ist ganz ein anderer. Sie sind nur wacher. Das hätten sie auch, wenn sie 3 Red Bull trinken würden und das wäre definitiv billiger. Ritalin hilft nur ADHS'lern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ellie am 03.03.2011 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mediale Hexenjagd

    Diese moderne Hexenjagd gegen das Medikament Ritalin ist einfach nur daneben. Dem Missbrauch ist ein Riegel zu schieben, das ist klar - nicht umsonst fällt das Zeug unter das Betäubungsmittelgesetz! Aber das Medikament zu verteufeln ist schlicht und ergreifend falsch! Nicht nur Menschen mit ADHS, auch Narkoleptikern ermöglicht Ritalin ein normales Leben als Teil der Gesellschaft. Bitte um eine etwas differenziertere Berichterstattung!

    • NC Mike am 28.02.2016 02:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ritalin fachlich gesehen eher wenig gef.

      Ja habe selbst ADHS, übersehen alles Diagnostiziert bekommen F31, F33, F42, usw... alles Fehldiagnosen erst Methylphenidat hat mich "herausgezogen" da ich ohne , wie jeder der ADHS hat und als nicht ernst genomen wird, versteht mich, danach konte ich sogar in die Med. Branche habe auch erstmal was unternehmen können usw.. Also Methylph. zu hat keine interaktions Pot, das wichtig ist zu verstehen (Plasmateilung b. 2 Med.) ...ich behaupte mal NL quetiapin usw / werden bei PS gegebn und hier immer so eine Rederei einiger Personen , ich finde aber du hast recht, jd. gefahr fachlich gesehen wenig

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  • soley am 02.03.2011 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kontrolle durch Apotheken sind streng!

    Ich habe erst als Erwachsene herausgefunden, dass ich ADS habe, durch die Diagnose eines Psychiaters. Obwohl ich verschiedene Psychologen und Psychiater besuchte, währen der langen Zeit davor als Kind und Jugendliche, in der ich nichts gebacken kriegte. Seit ich Ritalin bekomme, kriege ich mein Leben auf die Reihe und kenne auch keine Nebenwirkungen. Kein Arzt gibt doch einfach ein Rezept für x Packungen Ritalin und lässt den Patienten dann weiter wurschteln, sondern betreuut ihn in regelmässigen Sitzungen! Ausserdem sind die Regeln für den Bezug bei den Apotheken sehr streng.

  • blub am 29.06.2010 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Das IST Missbrauch

    Jetzt nimmt man bereits Drogen um sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen, eine Schande das. Das kann es nicht sein.

    • mikeN am 28.02.2016 01:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ich nehme kein Suchtgift, nur mal zu erk

      Ich nehme es da ADHS bioCH wie neuronalen , NTS. wie Entok. Konstanten , Stoffw. extrem St. und nicht zum Spass! , bin froh das mir das Med. hilft , ohne Methylph. könnte ich kein norm Leben führen , da ADHS schwere weitere St. auslöst und es geht einem alles ausser Gut, Nur Info Platz 1 Suchtgift Alk. vor Heroin. hättest du ADHS könntest du auch nichtstun nicht aushalten und froh sein wenn du Med. angewiesen bist lebenlang!!

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  • iStevie am 28.06.2010 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe selber ADHS,

    studiere und nehme Ritalin. Ich war früher immer extrem nervös, habe herumgezappelt, konnte mich nie auf die Schule konzentrieren und war chaotisch. Dank Ritalin kriege ich alles auf die Reihe, was "normale" ohne können. Ritalin ist keine Intelligenzpille. Sie hilft den ADSH'lern "normal" zu sein und ihr Potenzial auszuschöpfen. Ich habe Kollegen, die ihr Ritalin einfacher bekommen als ich! Die haben aber kein ADHS. Der Effekt bei denen ist ganz ein anderer. Sie sind nur wacher. Das hätten sie auch, wenn sie 3 Red Bull trinken würden und das wäre definitiv billiger. Ritalin hilft nur ADHS'lern

    • NC MIKE am 28.02.2016 02:48 Report Diesen Beitrag melden

      Pharma/fachlich Neuropsych. selten gefah

      Ja ich leider auch spez. enorm hohe hyperK. St dd. das Die Symptomatik nicht erk. wurde, ich gebe dir 100% Recht einer der kein ADHS hat wird nervös, auch keine wirkliche Missbrauchs droge, Pat. mit abuse. versuch berichten , Zentrale nervö., die Medien berichten haltlose Bemerkungen . aus meiner fachliche u. objektive Sicht Pharmakodyn. und Pharmakok. resultierend gefahrenpotential nicht sehr hoch auch ggr. Abusus anders d. Metoprolol, daten studie 2014 , 3% zu 22% Lg

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  • Sabrina am 25.06.2010 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    2 Seiten

    Ich denke das man dieses Thema von beiden Seiten anschauen sollte. Die eine Seite ist die, das es wirklich Kinder oder auch Erwachsene gibt die das ADHS haben und das Ritalin brauchen. Die andere Seite ist die, das ich denke das es Eltern gib die einfach dank der heutigen Situation überfordert sind mit Ihren Kindern und dann bei der kleinsten rumtoberei, zum Arzt springen und der dann Ritalin gibt. Ich kenne jemand der sogar so IV bezieht weil er sagt das er nicht arbeiten kann, was in meinen Augen nur Faulheit ist. Weil die Diagnose bekam er mit 6 und jetzt ist er 30...