Bildhauerschule

25. August 2014 10:48; Akt: 28.08.2014 11:14 Print

Kreativ mit Stein arbeiten

von Gabriel Aeschbacher - Die traumhafte Tessiner Natur, einheimischer Marmor, Lust auf eine kreative Pause – oder gar eine Weiterbildung. Gründe, die Bildhauerschule in Peccia zu besuchen, gibt es viele.

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Ob Anfänger oder Profi: Beim Steinbildhauen sind kreative Inputs und eine Prise Ausdauer gefragt. (Bild: ZVG)

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Almute Grossmann-Naef (41) und ihren Mann Alex (60) findet man nicht gleich um die nächste Ecke. Nein, es braucht ein bisschen Ausdauer, denn die Scuola di Scultura liegt ziemlich weit hinten im Maggiatal, rund eine Autostunde von Locarno entfernt. Diese Gegend ist nicht nur Erholungsgebiet und Naturreservat, sondern vor allem auch ein geologisches Wunder, denn nur hier gibt es – heute und auch noch in ein paar Tausend Jahren – den Peccia-Marmor, der als Basis für die tägliche Arbeit gilt – und vielfältig genutzt werden kann: Ob als eleganter Fussbodenbelag, als Fassade oder zu Zwecken des Innenausbaus.

In Peccia steht er für eine enorme Vielfalt an bildhauerischen Möglichkeiten, wie Almute Grossmann-Naef verrät. «Unsere Kurse und Angebote locken ein vielfältiges Publikum mit diversen Interessen an», weiss sie aus langjähriger Erfahrung. Sie kennt auch das «Erfolgsgeheimnis» von Peccia, denn Natur, Kunst und Handwerk verschmelzen hier zu einer gelungenen Einheit. Auch Kursteilnehmende teilen diese Einschätzung. Milena aus Amsterdam zum Beispiel weilt gerade im Tessin und besucht den aktuellen Kurs «Steinbildhauen für Fortgeschrittene». «Ich schätze die professionellen Inputs der Kursleitung ebenso wie das grossartige Maggiatal, das mich immer wieder aufs Neue inspiriert.»

Die in der Tat zauberhafte Location eignet sich aber auch für die berufliche Weiterbildung, denn seit 1994 kann man sich in Peccia in Sachen «Steinbildhauen und dreidimensionales Gestalten» auf den neuesten Stand bringen. Berufstätige mit gestalterischem Hintergrund erlangen hier in vier Jahren auf dem berufsbegleitenden Weg vertiefte Einblicke in die Bereiche Skulptur und Plastik.

Der Autor dieses Artikels hat sich übrigens im Frühling auf Sardinien auch mit Steinen versucht, den Einstieg aber ein bisschen zu «hart» gewählt, denn das vulkanische Gestein Trachyt ist nichts für zartbesaitete Bürohände. «Da würde ein Selbstversuch mit Marmor (Härtegrad 3 auf einer Skala von 1 bis 10) schon mehr Sinn machen», ermuntert mich Almute Grossmann-Naef dazu, nächstes Mal einen doch etwas sanfteren Einstieg zu wählen.

www.bildhauerschule.ch
www.peccia.ch