Schweizer Redewendungen

25. August 2011 19:43; Akt: 25.08.2011 19:52 Print

Nicht alle sind gleich bekannt

von Fee Riebling - Typische Schweizer Ausdrücke in der deutschen Sprache werden Helvetismengenannt. Doch die Bezeichnung sagt nichts über die tatsächliche Verbreitung aus.

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«Jemand kann mir in die Schuhe blasen». (Scitec)

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«Velo», «Baumnuss» und «Serviertochter» – Wer diese Begriffe im Duden nachschlägt, erfährt: Es sind Helvetismen. Sprachwissenschaftlich gesehen sind das solche Begriffe, die in der gesamten Deutschschweiz gebräuchlich sind. Doch für einmal irrt der Duden, wie Forschende der Uni Basel in einer Online-Studie zu Schweizer Redewendungen aufgedeckt haben: Wenn ein Basler «Larve» sagt, heisst das nicht, dass ein Luzerner ihn versteht. Der nennt Gleiches nämlich «Maske».

Initiiert wurde die Studie durch einen Aufruf in 20 Minuten. Rund 1000 Menschen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein machten mit. Sie ergänzten beispielsweise Redewendungen und erläuterten die Bedeutung von vorgegebenen Sätzen.

Das Ergebnis: «Nicht alle Schweizer Redewendungen sind gleich bekannt», sagt Studienleiterin Britta Juska-Bacher. So gibt es zum einen tatsächliche Helvetismen wie «einen Ecken abhaben», die ausschliesslich hierzulande und überregional bekannt sind. Andere hingegen wie «jemand kann mir in die Schuhe blasen» sind nicht nur den Deutschschweizern, sondern auch den grenznahen Nachbarn in Österreich und Deutschland ein Begriff. Die dritte Gruppe bilden Wendungen wie «das Feuer im Elsass sehen», die nur regional verstanden werden.

Ein weiterer Befund: Je älter die Menschen sind, desto mehr Redewendungen kennen sie. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: «Zupf dich!» ist eher Jüngeren ein Begriff. Die Studie zeige, so Juska-Bacher, dass die Kennzeichnung Helvetismus nichts über die eigentliche Verbreitung in der Schweiz verrät.