Safer Sex ohne Gummi

21. Januar 2013 21:01; Akt: 22.01.2013 16:03 Print

«Wir wollen mit dieser Kampagne aufrütteln»

von A. Bättig - Ungeschützter Sex trotz HIV: Die neue Werbekampagne der Aids-Hilfe verblüfft und provoziert. Hauptsache, Sexpartner reden miteinander, findet Präsidentin Doris Fiala.

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Im Text zu Ihrer neuen Kampagne steht, dass ungeschützter Sex mit einem HIV-Positiven möglich sei (siehe Box). Verharmlosen Sie die Gefahren von Aids?
Doris Fiala*: Nein. Unsere Kampagne sagt klar, dass in erster Linie die Safer-Sex-Regeln beachtet werden sollen. Aber wer HIV-positiv ist, die Medikamente pflichtbewusst einnimmt und von einem Arzt hat feststellen lassen, dass das Virus nicht mehr nachgewiesen werden kann, kann heute ungeschützten Sex haben.

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Wie finden Sie die Kampagne der Aids-Hilfe?
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38 %
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Insgesamt 8632 Teilnehmer

Ist jetzt angesichts der zunehmenden Ansteckungen wirklich der richtige Zeitpunkt, ungeschützten Sex zu propagieren?
Ja. Weil es in der Kampagne darum geht, dass die Partner miteinander reden sollen – über Verhütung, auch über HIV. Wer natürlich ständig neue Sexpartner hat, der soll sich nach wie vor mit einem Kondom schützen.

Die Kampagne wirbt mit «Fuck positive» und zwei Männern, die Sex haben. Braucht es diese Provokation?
HIV führt mit den heutigen Medikamenten meist nicht mehr zum Tod. Daher wird es leider verharmlost. Wir wollen aufrütteln!

Die Kampagne richtet sich an Schwule, doch die Message nehmen alle wahr. Ist das geschickt?
Noch immer sind 45 Prozent der HIV-Neuinfektionen so genannte MSM, also Männer, die Sex mit Männern haben. Unsere Aktion sollte sich deshalb explizit an die Schwulen-Szene richten.

*Doris Fiala ist Präsidentin der Aids- Hilfe Schweiz und FDP-Nationalrätin.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Horst Adler am 21.01.2013 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Klar muss es provokant sein,

    denn Frau Fiala muss ja nachher sagen, dass sie so viel dafür investiert hat. Nur so kann sie versuchen ihre Entschädigung bzw. Abzocke bei der AIDS-Hilfe rechtzufertigen.

  • simon b. am 21.01.2013 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frau fiala untragbar!

    unglaublich.. eine regelrechte unverschämtheit.. die generation no limit dauergeil ist sich schon so keiner risiken bewusst aber die frau fiala setzt mit ihrer super kampagne noch einen drauf.. all die mühen und gelder die andere kampagnen zur aids prävention auf sich nehmen zieht die wieder in die versenkung. ich bin wütend!

  • gesund am 21.01.2013 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    HIV ist nicht das einzige Problem

    Abgsehen davon, dass man sich mit HIV auch bei jemanden anstecken kann, der von seiner Infiszierung noch nichts weiss oder der noch nicht richtig eingestellt ist.... HIV ist auch nicht das einzige Problem. Alle haben immer nur vor HIV oder eine Schwangerschaft Angst. Dabei gibt es noch eine ganze Reihe anderer Geschlechtskrankheiten, die ebenfalls unheilbar sind oder enorme Schäden wie z.B. Unfruchtbarkeit hinterlassen. Wieso redet man nie über diese Krankeheiten, die zudem noch häufiger auftreten als HIV?Sex ohne Kondom ist einfach nur dumm.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rene Schuster am 22.01.2013 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nie ohne Gummi!

    Unglaublich! Jetzt wird Sex ohne Gummi propagiert! Die Bilder stoeren mich nicht, die Botschaft ist schrecklich. Taeglich stecken sie noch 2 Menschen in der Schweiz mit dem HIV Virus an. Das Bundesamt fuer Gesundheit muss nun reagieren, und die Kampagne sofort beenden!

  • Kanton ZG am 22.01.2013 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Provokation bringt zum Nachdenken

    Die Provokation bringt die Leute zum Nachdenken, dass finde ich gut. Siehe blos die Kommentare zu diesem Artikel! Und um das geht es doch, man sollte die Geschlechtskrankheiten nicht verschweigen oder ignorieren. Es gibt nichts schlimmeres als etwas unter den Teppich zu kehren, leider tun die Schweizer das oft und gerne. Ich finde man sollte nicht HIV positiven Menschen abkappseln. Jedoch sollte jeder, egal ob gesund oder nicht verantwortungsbewusst miteinander schlafen. Ich finde bei einem One Night Stand, sollte man doch so vernünftig sein und mit Gummi Sex haben.

  • Peter Haas am 22.01.2013 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierend

    Ich finde es toll, dass auf die Problematik aufmerksam gemacht wird. Ich frage mich jedoch ab der Machart. Es betrifft alle Menschen. Warum werden für die Kampagne nur Homosexuelle als Krankheitsüberträger dargestellt? Ich als homosexueller empfinde das diskriminierend. Die Aidshilfe festigt mit solchen Kampagnen das Bild der leider noch weitverbreiteten Meinung, dass Homosexuelle schlecht sind. Zudem wäre wohl eine Werbekampagne mit Humor weitaus erfolgreicher (Siehe: "Slow Down - Take it easy" oder "Dumb ways to die").

  • John am 22.01.2013 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Stiftet Verwirrung...

    Zitiat "sofern dieser «therapiert wird und er gut auf die Therapie anspricht». Doris Fiala ist wohl nicht ganz bei Trost! Zurücktreten bitte! Wie soll das in der "Praxis" anwendbar sein? HIV muss eingedämmt werden, aber so erreicht man das Gegenteil...

  • robo am 22.01.2013 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Undifferenzierter Bericht

    Dieser 20-Minuten-Artikel ist meiner Meinung nach sehr undifferenziert. Das Ziel der Kampagne ist gemäss Mitteilung der Aids-Hilfe ein "toleranter, fairer und offener Umgang mit HIV-Positiven innerhalb der schwulen Szene." Das (Haupt-)Ziel der Kampagne ist sicher nicht die Propagierung von Sex ohne Gummi...