Frühere Studien widerlegt

21. Juli 2014 21:39; Akt: 21.07.2014 22:12 Print

Beschneidung von Männern hilft gegen Aids

Eine Beschneidung könne zwar vor einer HIV-Ansteckung schützen, verleite aber zu mehr ungeschütztem Sex. So der bisherige Wissensstand. Stimmt nicht, sagen nun Forscher.

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Eine neue Studie stützt Kampagnen zur Beschneidung von afrikanischen Männern im Kampf gegen Aids. (Bild: Keystone/Stephen Morrison)

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Durch eine Beschneidung kann das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus um 60 Prozent gesenkt werden. Das zeigten mehrere Studien. Deshalb hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Beschneidung für heterosexuelle Männer in Afrika als Vorsorgemassnahme empfohlen.

Grund dafür ist nach Meinung der Wissenschaftler, dass sich nach einer Beschneidung die Bakterien auf dem Penis deutlich verändern und so mehr Schutz vor einer Infektion entsteht. Andere Experten hatten jedoch gewarnt, dass beschnittene Männer, die sich geschützt fühlten, eher zu Sex ohne Kondom und häufig wechselnden Sex-Partnern neigten.

Mehr Sex, besserer Schutz

Eine Studie der Universität von Illinois in Chicago (USA), die an der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne vorgestellt wurde, fand nun aber keine Hinweise für ein risikoreicheres Verhalten bei beschnittenen Männer. Die Forscher hatten mehr als 3000 Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren in Kenia befragt, die zuvor über die Möglichkeit der Beschneidung sowie über Aids-Tests und geschützten Sex informiert worden waren.

Zu Beginn der Studie liess sich die Hälfte der Männer beschneiden, während sich die andere Hälfte dagegen entschied. Die Teilnehmer wurden über zwei Jahre alle sechs Monate zu ihrem Sex-Leben befragt. In dieser Zeit stieg die sexuelle Aktivität in beiden Gruppen an, besonders bei den 18- bis 24-Jährigen. Dagegen gingen riskante Sexpraktiken wie wechselnde Sex-Partner zurück, während gleichzeitig mehr Kondome benutzt wurden.

Länder, die sich bisher mit Kampagnen für die Beschneidung zurückgehalten hätten, sollten keine Bedenken mehr haben, hob Forscherin Nelli Westercamp in einer Erklärung zu der Studie hervor, die im Online-Fachjournal «AIDS and Behavior» erschien.

Essensgutschein für Beschneidung

Bei der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne wurde zugleich von Experten empfohlen, den Männern Essensgutscheine anzubieten, um eine Beschneidung zu fördern. Denn viele Männer in Afrika scheuen den Eingriff wegen befürchteter Lohnausfälle und der hohen Kosten für die Fahrt zur nächsten Klinik.

Die WHO und die UNO-Organisation Unaids empfehlen die freiwillige Beschneidung für 14 Länder im östlichen und südlichen Afrika, wo das HI-Virus weit verbreitet ist. Allerdings bleiben die meisten Länder weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zur Zahl der Beschneidungen zurück.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S1234 am 21.07.2014 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Ernsthafte Frage: Was haben Bakterien auf dem Penis mit AIDS zu tun? HIV ist ein Virus, der in Körperflüssigkeiten vorkommt.

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  • Ein beschnittener am 21.07.2014 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    unobjektive Beschneidungspropaganda

    Das kann ja nur Beschneidungspropaganda von irgendwelchen jüdischen oder muslimischen Ärzten und Wissenschaftlern sein. Weniger AIDS durch Beschneidung? Was für ein dummes Argument um Beschneidungen zu rechtfertigen. Wer AIDS hat steckt andere Menschen sowieso an und darf nur geschützten Sex haben. Durch Beschneidung würde da völlig falsche Sicherheit vortäuschen. Zudem wird viel zu wenig über psychische Folgen der Beschneidung gesprochen. Die gibts auch bei den Knaben. Vorallem wenn die Beschneidung noch ohne Narkose durchgeführt wird und im schlechtesten Fall von irgend einem Pfuscher.

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  • C.Meyer am 21.07.2014 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür sinkt das Empfinden um 20 %

    Warum müssen wir an einem gesunden Körper künstlich etwas verändern? Früher wurde Beschnitten weil Selbstbefriedigung als Schmutzig galt...dann kam der Hype mit der Hygiene und jetzt ist es der Schutz vor Hiv

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Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 29.07.2014 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    keine gummis

    Sex mit Gummi ist doof und langweilig. Ja Votet meinen Kommentar runter aber wenn ihr ehrlich wärt würdet ihr das gleich sehen. Ich sage nicht man soll ungeschützt und ohne Hirn rumvögeln aber die Wissenschaft soll endlich mal Alternativen zu Kondomen vorbringen. Das würde viel mehr helfen.

  • Gerd Trampler am 25.07.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    60% reduziertes Risiko???

    Toll, dass sich die Infektionsgefahr um ca. 60% reduzieren soll...fatal ist es, wenn die Person zu den restlichen % zählt.

  • Edward von Roy am 24.07.2014 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Beschneidung beschädigt

    Der empfindlichste Teil des Penis wird durch die Beschneidung entfernt, und die normalen Mechanismen des Geschlechtsverkehrs und der erogenen Stimulation werden gestört. - Die männliche Beschneidungen führt zu permanenten Veränderungen der äußerlichen Erscheinung und der Funktionen des Penis. Diese beinhalten die künstliche Entblößung der Eichel, die zur Keratinisierung und zu einem veränderten Aussehen der Eichel führt. Darüber hinaus verursacht die Beschneidung den Verlust von rund 30 -50% der Penishaut, den Verlust von mindestens 10000 bis 20000 spezialisierter erotogener Nervenenden

  • Edward von Roy am 24.07.2014 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lustverlust für "Ihn" & Partner/in

    Die männliche Beschneidungen führt zu permanenten Veränderungen der äußerlichen Erscheinung und der Funktionen des Penis. Diese beinhalten die künstliche Entblößung der Eichel, die zur Keratinisierung und zu einem veränderten Aussehen der Eichel führt. Darüber hinaus verursacht die Beschneidung den Verlust von rund 30 -50% der Penishaut, den Verlust von mindestens 10000 bis 20000 spezialisierter erotogener Nervenenden ... Der empfindlichste Teil des Penis wird durch die Beschneidung entfernt, und die normalen Mechanismen des Geschlechtsverkehrs und der erogenen Stimulation werden gestört.

  • Ossi am 24.07.2014 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Beschneiden schütz genauso

    wie die Berliner Mauer, nur im Kopf. Als Aidskranke nicht nach Ostdeutschland kamen hatten wir auch super Erfolge in der Bekämpfung.