Warnung vor EHEC-Panik

09. Juni 2011 07:22; Akt: 09.06.2011 08:47 Print

«Wir sollten nicht unnötig Angst schüren»

Der EU-Gesundheitskommissar John Dalli verteidigt das Vorgehen Deutschlands im Umgang mit dem Darmkeim EHEC und warnt vor einer Panik. Gefahr bestehe fast ausschliesslich in Norddeutschland.

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EU-Gesundheitskommissar John Dalli sieht im Zusammenhang mit Erkrankungen am EHEC-Darmkeim keinen Grund zur Panik. «Die Gefahr ist regional begrenzt, konzentriert sich auf Norddeutschland», sagte Dalli der «Passauer Neuen Presse». «Wir sollten nicht unnötig Angst schüren.» Die Menschen in den betroffenen Regionen müssten vorsichtig sein. EHEC sei aber keine Gefahr für alle Verbraucher in Europa.

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Dalli verteidigte die frühzeitige Warnung der deutschen Behörden vor spanischen Gurken. «Ich habe hier nichts zu beanstanden», sagte der EU-Kommissar. Die Behörden in Hamburg hätten die Warnung herausgeben müssen. «Sie waren dazu verpflichtet und haben richtig gehandelt. Sicherheit geht immer vor», sagte Dalli.

Deutsche Minister arbeiten hart an Krisenbewältigung

Der EU-Kommissar sagte, ehe man über das Krisenmanagement streite, solle man erst einmal die Krise bewältigen. Er habe den Eindruck, dass die zuständigen Minister in Deutschland daran hart arbeiteten. Entscheidend seien Kooperation und Koordination zwischen allen Beteiligten. «Es kommt darauf an, dass alle Informationen an einer Stelle gesammelt und umgehend an die Verbraucher weitergegeben werden», sagte Dalli. Erstes Ziel sei es, den Erreger einzudämmen. Wenn die Probleme gelöst seien, werde sich die Frage stellen, was beim nächsten Mal besser gemacht werden könne.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) verteidigte seine Warnung vor dem Verzehr von Sprossen aus einem Betrieb Landkreis Uelzen. «Der Verdacht gegen den Erzeugerbetrieb in Bienenbüttel erhärtet sich immer mehr, auch wenn wir noch keine bakteriellen Nachweise haben», sagte Lindemann zu Bild.de.

Lindemann hatte am Sonntag gesagt, bei Auswertungen sei ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen an dem gefährlichen Darmkeim EHEC und den in einem Gartenbaubetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel produzierten Sprossen festgestellt worden. Bis Mittwoch wurde der EHEC-Erreger bei den in dem Betrieb genommenen Proben jedoch nicht festgestellt. Von 40 zunächst in dem Betrieb gezogenen Proben habe man mittlerweile 32 untersucht, ohne dass der EHEC-Erreger gefunden worden sei, teilte das Verbraucherschutzministerium in Hannover mit. Bei acht der Proben stehe das Ergebnis der Untersuchung noch aus. Gestern war bekannt geworden, dass in einer Abfalltonne in Magdeburg ein EHEC-Darmkeim an einem Gurkenrest nachgewiesen werden konnte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Koller am 09.06.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sorgen berechtigt

    Nicht unnötig Angst schüren ist unglaublich, angesichts von weit über 20 Toten wegen des EHEC-Erregers.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Koller am 09.06.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sorgen berechtigt

    Nicht unnötig Angst schüren ist unglaublich, angesichts von weit über 20 Toten wegen des EHEC-Erregers.

    • Philipp am 09.06.2011 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      Für mich nicht

      Zumindest sollte nicht immer etwas verdächtigt werden, das es im Nachhinein nicht ist, wie Gurken oder Sojasprosse. Schweigen, wenn man nichts weiss, wäre besser. Bei 82 Mio. Einwohnern sind 25 Tote wirklich nicht viel und von denen ist der Grossteil über 80.

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