Tödliche Darminfektion

09. Juni 2011 15:09; Akt: 09.06.2011 18:12 Print

Zahl der EHEC-Toten steigt auf 29

Die EHEC-Keime haben in Deutschland drei weitere Menschen getötet. Trotzdem kommt jetzt neue Hoffnung auf. In der Schweiz wurde der Darmkeim indes bei zwei weiteren Personen festgestellt.

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Trotz der weiterhin erfolglosen Suche nach der Ursache für die EHEC-Epidemie mehren sich die Anzeichen für ein Abklingen der Krankheitswelle im Brandherd Deutschland. In der Schweiz sind zwei neue Fälle von Erkrankungen an der Darminfektion bekannt geworden.

«Es steigt mit jedem Tag die Hoffnung, dass wir den Scheitelpunkt wirklich überstanden haben», erklärte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks am Donnerstag. Die Zahl der Neuinfektionen steigt demnach nicht mehr so stark an wie zuvor.

In Hamburg als Schwerpunkt der Epidemie wurden von Mittwoch bis Donnerstag laut Gesundheitsbehörde 27 neue EHEC-Fälle gemeldet. Die leicht rückläufige Tendenz bei der Anzahl der täglich neu registrierten Erkrankungsfälle halte damit weiter an, erklärte Prüfer-Storcks.

Auch das niedersächsische Gesundheitsministerium teilte mit, dass es in der Tendenz einen geringeren Anstieg von Neuinfektionen als in der vergangenen Woche gebe. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes stieg die Zahl der an der schweren Komplikation HUS erkrankten Patienten in Deutschland insgesamt auf 722, ausserdem seien 2086 Infektionen mit EHEC bekannt.

Die Zahl der Todesfälle nach EHEC-Infektionen erhöhte sich zugleich im nördlichen Nachbarland bis Donnerstagabend auf 29. In Niedersachsen starben nach Angaben des Landes- Gesundheitsministeriums am Mittwoch ein 68-jähriger Mann und eine 20 Jahre alte Frau. Zudem wurde am Donnerstag der erste Todesfall aus Hessen gemeldet.

In der Schweiz hat sich die Zahl der am mutierten EHEC-Keim erkrankten Personen auf fünf erhöht. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) hätten sich alle Patienten in Deutschland aufgehalten. Sie befänden sich in einem stabilen Zustand. Todesfälle in der Schweiz aufgrund der Darmerkrankung sind bisher keine bekannt.

Kein Erfolg bei der Suche der Quelle

Wissenschaftler tappen weiterhin im Dunkeln, was die Quelle der Epidemie angeht. Zwar wurde versucht mit Proben von Gurken und Gemüsesprossen der Infektionsquelle auf die Spur zu kommen. Ein Erfolg blieb aber bisher aus. Weiterhin gelten Salat, Tomaten, Gurken und Sprossen als mögliche Träger des Bakteriums.

In Niedersachsen wurde ein weiterer Brennpunkt mit einer auffälligen Häufung der Durchfallerkrankungen bekannt. Von rund 70 Gästen einer Geburtstagsfeier steckten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover offenbar mehrere mit EHEC an.

«210 Millionen Euro reichen nicht aus»

Die Europäische Union soll nach dem Willen Spaniens die Hilfen für die unter der EHEC-Krise leidenden Gemüsebauern deutlich aufstocken. Die von der EU bislang in Aussicht gestellten 210 Millionen Euro reichten nicht aus, sagte Spaniens Europaminister Diego Lopez Garrido am Donnerstag in Berlin.

«Die EU-Kommission hat uns zugesagt, dass sie dem Haushaltsausschuss kommende Woche diese Forderungen vorlegen wird», sagte Lopez Garrido weiter. Auch der deutsche Bauernverband bekräftigte, die geplanten EU-Hilfen seien zu niedrig.

Schadenersatzforderungen will Spanien keine an Deutschland stellen, sagte Lopez Garrido. Private Klagen aber stünden in der freien Entscheidung eines jeden Unternehmens. Die Hamburger Behörden hatten mitgeteilt, dass der EHEC-Erreger auf spanische Gurken entdeckt wurde. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei nicht um den für den jetzigen Ausbruch verantwortlichen Keim-Typ handelte.

Private Klage gegen Hamburg

Zumindest der spanische Gemüsehersteller Frunet geht juristisch gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde vor. Das Unternehmen habe eine Jahresumsatz von 15 Millionen Euro und sei nun in seiner wirtschaftlichen Existenz akut bedroht, weil es von den Behörden namentlich genannt worden sei, sagte ein Anwalt von Frunet.

Insgesamt mussten die unter der EHEC-Krise leidenden spanischen Gemüsebauern bislang gemäss Angaben von Branchenverbänden einen Verlust von rund 200 Millionen Euro verbuchen. Die deutschen Bauern beklagen einen Verlust von rund 60 Millionen Euro.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas K. am 09.06.2011 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ein kleines Bakterium foppt uns Menschen und veranlasst uns Trottel kostbare Nahrungsmittel aus blindem Aktionismus heraus zu vernichten ohne zu wissen, woher es stammt...Heute Tomate, morgen Zucchetti und übermorgen Rindfleisch oder Teigwaren? Ich glaube ich faste und hungere das Bakterium aus...oder mich selber? Egal.

  • Iain123 am 09.06.2011 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    warum erst jetzt?

    in all den jahren zuvor erkrankten viele leute an EHEC...warum machen alle jetzt so ein theater daraus? siehe:

  • Tina am 09.06.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch endlich auf

    Was, nur 28 Tote? Das ist doch nicht weiter schlimm, bei jeder Grippewelle sterben ein Paar von der Risiko Gruppe, wahrscheinlich mehr als weltweit nur 28. Jezt macht doch nicht immer eine solche Panik. Die Welt ist voller Bakterien und Viren, die tödlich enden können. Pickt euch doch nicht alle paar Monate einen heraus. Das macht nur unnötig Panik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 10.06.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bakterienkiller

    Dabei gibt es durchaus Mittel, die nahezu sämtliche Bakterien und Viren killen, z.B. Kolloidales Silber.

  • Strant am 10.06.2011 04:23 Report Diesen Beitrag melden

    Rote Beete ?

    Was ist Rote Beete?

    • Stefan am 10.06.2011 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      Rande

      Das ist hochdeutsch für Rande.

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  • Thomas K. am 09.06.2011 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ein kleines Bakterium foppt uns Menschen und veranlasst uns Trottel kostbare Nahrungsmittel aus blindem Aktionismus heraus zu vernichten ohne zu wissen, woher es stammt...Heute Tomate, morgen Zucchetti und übermorgen Rindfleisch oder Teigwaren? Ich glaube ich faste und hungere das Bakterium aus...oder mich selber? Egal.

  • Iain123 am 09.06.2011 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    warum erst jetzt?

    in all den jahren zuvor erkrankten viele leute an EHEC...warum machen alle jetzt so ein theater daraus? siehe:

  • Tina am 09.06.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch endlich auf

    Was, nur 28 Tote? Das ist doch nicht weiter schlimm, bei jeder Grippewelle sterben ein Paar von der Risiko Gruppe, wahrscheinlich mehr als weltweit nur 28. Jezt macht doch nicht immer eine solche Panik. Die Welt ist voller Bakterien und Viren, die tödlich enden können. Pickt euch doch nicht alle paar Monate einen heraus. Das macht nur unnötig Panik.

    • over lord am 09.06.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      wie wahr wie wahr

      wir haben ja nicht um sonst ein Immunsystem entwickelt ;)

    • BlaBla am 09.06.2011 17:20 Report Diesen Beitrag melden

      tsss

      genau und wenn gesunde 30-jährige sterben oder lebenslang eine Dialyse brauchen ist das auch völlig in Ordnung. tsss

    • hans ruedi am 09.06.2011 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Farmaindustrie will Geld verdienen.

      Das ist nur Farmaindustrie nichts anderes.

    • Peschä am 09.06.2011 17:56 Report Diesen Beitrag melden

      @hans ruedi

      Ja klar, die Menschen, welche in der Pharmaindustrie arbeiten, essen ja selber keine Gurken und Tomaten und haben auch keine geliebten Angehörigen, die sowas essen könnten... Es gibt genügend natürliche Krankheiten, gegen die die Pharmaindustrie Medikamente entwickeln und verkaufen kann. Ausserdem nützen Medikamente gegen EHEC nicht mal etwas. Suchen Sie sich besser eine andere Verschwörungstheorie...

    • beshah weletehana am 09.06.2011 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      tina

      du hast recht unnotige panik jedes mus sterben einmal

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