Psychische Besonderheiten

15. Oktober 2009 12:39; Akt: 03.11.2010 12:17 Print

In 17 Jahren 15 Abtreibungen

«Süchtig nach Abtreibungen», so beschreibt die Texanerin Irene Vilar rückblickend ihre Obsession: Ganze 15 Mal erlebte die heute 40-Jährige schon einen gewollten Schwangerschaftsabbruch.

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Auf ihre beiden kleinen Töchter ist Irene Vilar sehr stolz. Lange sah es nicht danach aus, dass die heute 40-Jährige jemals Kinder bekommen würde - eine schwer begreifbare psychische Störung hielt sie über Jahre davon ab.

Die Tragödie begann, als Vilar 16 Jahre alt war. Sie lernte einen 34-jährigen Mann kennen und lieben - wenig später folgte die Hochzeit. Es war der Beginn einer Achterbahnfahrt, ein Leben voller Aufs und Abs, wie sie in ihrem Buch «Impossible Motherhood: Testimony of an Abortion Addict» («Mutterschaft ausgeschlossen: Ein Zeugnis von der Sucht nach Abtreibungen») schreibt.

Kinder? Absolut undenkbar!

In ihren Aufzeichnungen beschreibt sie ihren ersten Ehemann, Pedro Cuperman, als «verdammt gutaussehenden Mann». Für ihn waren Familien nichts anderes als ein «Nest des Leidens». Kinder zu haben war für ihn eine völlig absurde Vorstellung.

Vilar glaubt, Cuperman hätte sie geehelicht, weil er glaubte, eine so junge Frau sei noch «unverformt», noch frei von den «vielen seelischen Verletzungen, die das Leben so mit sich bringt».

Abtreibung als Zeichen der Rebellion

Vor lauter Verzweiflung rebellierte Vilar während ihrer Partnerschaft gegen ihren damaligen Ehemann, in dem sie die Einnahme der Anti-Baby-Pille «vergass». Immer und immer wieder wurde sie schwanger, erlebte ein Gefühl von Freude, doch dann kam die Panik: Sie wusste, sie würde ihren Mann verlieren, wenn sie sich für das Kind entschied. Also ging sie in die Abtreibungsklinik. Ganze 15 Mal erlebte die Frau, die heute als Redaktorin für die «Texas Tech University Press» arbeitet, den qualvollen Gang in die Abtreibungsklinik, erlebte ein Wechselbad der Gefühle zwischen Euphorie und Verzweiflung. Mehrere Selbstmordversuche zeichneten ihr aus den Fugen geratenes Leben.

«Natürlich war es nicht so, dass ich immer wieder bewusst abtreiben wollte», erzählte Vilar in einem Interview mit der «Los Angeles Times» und erklärt: «Auch ein Drogensüchtiger möchte im Grunde von den Drogen loskommen.»

(rre)