Geistiges Handgepäck

25. November 2010 15:02; Akt: 25.11.2010 15:27 Print

Wann wechselt Johannes das Ufer?

Eine Büste des heiligen Johannes wandert ab und zu von Hagnau (D) nach Münsterlingen (CH). Der Transport ist feierlich, geschieht unregelmässig und selten. Was geht dem Umzug zwingend voraus?

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Der zugefrorene Bodensee 1963. Seither verharrt die Büste des heiligen Johannes auf der Schweizer Uferseite. (Bild: Keystone)

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Die Büste des heiligen Johannes, der als Lieblingsjünger von Jesus galt, wird bei jeder Seegfrörni des Bodensees über das Eis getragen. Je nachdem, wo sie zum Zeitpunkt des Gefrierens steht, vom Kloster Münsterlingen im Kanton Thurgau ins gegenüberliegende Hagnau in Deutschland, oder halt umgekehrt.

Diese Tradition gibt es seit 1573, seit 1963 musste die Büste nicht mehr umziehen und steht seither im ehemaligen Benediktinerkloster auf Schweizer Boden.

Seit dieser Brauch ins Leben gerufen wurde, war der Bodensee in den folgenden Jahren ganz oder teilweise gefroren: 1600 (teilweise), 1684, 1695, 1709 (teilweise), 1795, 1830, 1880 (teilweise), 1929 und eben 1963.

Quelle: Sammelsurium Schweiz von Thomas Wyss (siehe Info-Box)

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(lue)