Geistiges Handgepäck

12. Mai 2011 13:16; Akt: 13.05.2011 10:15 Print

Wie der Klapper- zum Pfeilstorch wird

Bislang tragen weltweit nur gerade 29 Exemplare von Weissstörchen den Zusatztitel Pfeilstorch. Wissen Sie, wie die wenigen Tiere dazu kamen?

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Das ist der Rostocker Pfeilstorch. Zu betrachten ist das Tier und eine Ausstellung zum Thema im Erdgeschoss des Zoologischen Institut Rostock. Foto:

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Der Pfeilstorch hat seinen Namen nicht etwa, weil der Schwarm in einer Pfeilformation fliegt oder weil sein Schnabel pfeilförmig ist. Der Erste von ihnen erhielt die Bezeichnung im Jahre 1822. Denn das Tier, das im Mai von seinem Winterquartier nach Deutschland zurückkehrte, hatte einen Pfeil aus dem zentralen Ostafrika im Hals. Nach seiner Landung beim Schloss Bothmer im Norddeutschen Klütz an der Ostsee wurde das Tier erlegt und ausgestopft. Heute kann man es in der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock besichtigen.

Wichtige Erkenntnisse gewonnen

Doch der Rostocker Pfeilstorch, wie er auch genannt wird, erlangte nicht nur Berühmtheit als Kuriosum. Dank dem «Souvenir», welches er heimbrachte, wurde eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Denn bis dahin erklärten sich die Menschen die Abwesenheit der Störche in den kalten Jahreszeiten damit, dass die Tiere wohl einen Winterschlaf auf dem Grund der Ostsee machen. Oder dass sie sich in Mäuse verwandeln, um im Frühling wieder als Störche ihre Nester auf Schornsteinen und Kirchtürmen zu bauen. Diese abenteuerlichen Erklärungen konnten dank dem Rostocker Pfeilstorch endlich begraben werden.

Seit dem Rostocker Pfeilstorch kehrten bislang 29 weitere Tiere mit afrikanischen Pfeilen oder Teilen davon im Körper nach Deutschland zurück. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass Klapperstörche Zugvögel sind.

Quelle: Uni Rostock / Wikipedia

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(lue)