Krebstherapie

29. März 2012 08:27; Akt: 29.03.2012 08:27 Print

Frostige Aussichten für Metastasen

US-Forscher legten Abkömmlinge von Brustkrebs-Tumoren buchstäblich auf Eis und konnten damit Leben verlängern. Der Versuch könnte den Weg für eine neue Krebstherapie ebnen.

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Der Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Je früher er erkannt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Primärtumor bereits gestreut, sprich, Ableger – sogenannte Metastasen – in Organen wie Leber, Lunge, den Knochen oder den Nieren gebildet hat.

In einer kleinen Vorstudie gelang es amerikanischen Wissenschaftlern zu zeigen, dass sich das Einfrieren von Metastasen als neue Therapieform bei Brustkrebs-Patientinnen bewähren könnte. «Während unseres Versuchs gab es nur eine minimale Rückfallquote bei den behandelten Metastasen – zu grösseren Komplikationen kam es nicht», erklärte der Autor der Studie, Peter Littrup vom Karmanos Krebsinstitut in Detroit auf der Website der Society of Interventional Radiology.

Ein längeres Leben mit mehr Lebensqualität

Die acht Frauen, die laut Medicinenet.com an der Vorstudie teilgenommen hatten, litten unter Brustkrebs des vierten Stadiums: Ihre Erkrankung war zu diesem Zeitpunkt bereits so weit fortgeschritten, dass es keine Hoffnung auf Heilung mehr gab. Während der sogenannten perkutanen Cryoablation wurden kleine Mengen des Edelgases Argon in die Tumore der Patientinnen eingeleitet, um sie auf diese Weise zu vereisen und die Krebszellen abzutöten. Bei den behandelten Patientinnen konnte dadurch die Überlebenszeit um durchschnittlich 46 Monate verlängert werden. Zwei der Studienteilnehmerinnen lebten dank der Therapie noch fünf Jahre.

«In Stadium vier kann man nur noch palliativ behandeln. Zu diesem Zeitpunkt geht es darum, die Metastasen in Schach zu halten um die Lebensdauer zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern», erklärte Littrup.

Therapie steckt noch in den Kinderschuhen

Zwar sei es momentan noch zu früh abzuschätzen, ob sich das Einfrieren von Tumoren in der Krebstherapie bewähren könnte. Dennoch sei es eine mögliche Alternative zu operativen Eingriffen, nicht zuletzt, weil nicht alle Krebsgeschwüre operabel seien.

Nun sind repräsentative Studien nötig, um herauszufinden, ob sich die Vereisungstherapie bei Krebspatienten einsetzen lässt.

(rre)